Ich weiß, viele werden sagen, das Thema haben wir doch schon soo oft durchgekaut... aber ich hab hier nen ganz tollen Artikel gefunden...
Der ist zwar lang, aber den wollt ich Euch nicht vorenthalten...
GELD IN HEIDENKREISEN
oder: Darüber spricht man doch nicht
von Igor Warneck
Es soll da ja so ein Land geben in dem Milch und Honig fließen und vielleicht fallen da auch Dollar-Noten vom Himmel, oder wachsen auf großen Feldern, die allen Menschen zugänglich sind und keiner muß mehr Hungers leiden aber wo ist dieses Land? Letztens standen da wieder zwei nette junge Frauen vor meiner Haustür und hielten die Bibel in der Hand. Sie wollten mich, so glaube ich, retten und in dieses Land führen, wo Schafe und satte Löwen nebeneinander liegen, aber ich wollte nicht und schickte sie wieder weg. Jetzt habe ich mich wahrscheinlich endgültig der Möglichkeit beraubt, jemals mit einem gefüllten Geldbeutel ins Grab zu steigen...
Tantra im Hinterhof, ja, das wäre auch noch eine Möglichkeit, reich zu werden. Fixkosten: Ein Wasserbett und die Miete einer Garage, ja und dann Seminare zur Befreiung des dritten Sexualchakras abhalten. Sie wissen nicht, wo das liegt? Tja, das kostet schon was, wenn Sie das wissen wollen.
Aber nein, ich bin ja ein ehrlicher Heide, übe Naturreligion, manchmal sogar aus, aber damit Geld verdienen, so etwas Schmutziges macht man nicht. Wir sind doch alle eine Gemeinde von bedürftigen Menschen, die sich auf der Suche nach ihrer alten Religion befinden, und damit darf man doch kein Geld machen. Priestertum ist unbezahlbar, und wer Geld dafür nimmt, ist bestimmt kein Priester. Solche Argumente hört man an jeder Ecke der Heidenszene und es wurden sich schon die Köpfe heißgeredet über das Geld, die Seminargebühren und all diese schmutzigen Geschäfte. Doch warum sind sie schmutzig? Warum ist Geld schmutzig? Was kann das Geld denn für die Menschen?
Wenn mir ein Wasserrohr platzt, rufe ich einen Klempner, und der schickt mir anschließend eine Rechnung für seine Dienste. Trete ich den Gang ins Grab an, kommt im Normalfall der Herr Kollege von der christlichen Vereinigung (der staatlich anerkannten natürlich), spricht weise und lobende Worte ob meines vergangenen Lebenswandels; für diese (zugegebenermaßen), schwierige Aufgabe wird er durch meine Kirchensteuer finanziert. Und so weiter. Keiner macht was umsonst, aber wir Heiden wollen uns ja von der Gesellschaft positiv abheben, gehen Aushilfsjobs nach und spenden unser Ohr und unsere Nerven all den bedürftigen Mitheiden, die noch gegen Mitternacht anrufen, um von einem zu erfahren, mit welchem Liebeszauber sie ihre Frau wiederbekommen können, die sie wegen der vielen Aushilfsjobs vergrault haben. Also, wenn es eine geduldige Nächstenliebe unter den Menschen gibt, dann unter uns Heiden, das ist ja wohl mal klar und wenn wir keine wahren Märtyrer vor der Göttin sind, dann weiß ich es ja auch nicht. Uns ist eben nicht zu helfen.
Was ist so schlimm daran, für etwas, das man tut, auch einen Lohn einzufordern? Es müssen ja nicht immer Scheine sein, wenn man was gegen die hat dürfen auch Münzen sein...
Wer sich der
Magie oder der Naturreligion zugewandt hat, beheimatet offensichtlich einen Komplex in Bezug auf das liebe Geld. Ich kenne nur wenige Menschen dieser Geistesrichtung, die genug Geld haben und in der materiellen Gesellschaft ihr Schäfchen im Trockenen wissen. Die meisten kämpfen mit ihrer Existenz, leben von Aushilfsjobs oder vom Sozialamt, aber so richtig mit beiden Beinen stehen sie nicht gerade im Leben. Vielleicht haben sie aus diesem Grund ja den Weg zum Heidentum gewählt, um ihrem Ego zu schmeicheln und in dieser kleinen Gruppe etwas besonderes zu sein, wo sie es im alltäglichen gesellschaftlichen Leben nun schon nicht werden konnten. Zu hart? Tut mir leid, ich habe auch nur Augen im Kopf. Und plötzlich wird der Sozialhilfeempfänger oder Langzeit-Student oder -Arbeitslose zum Priester einer alten frühgeschichtlichen Religion, kämpfend um die Anerkennung durch die Gesellschaft, die ihn selbstverständlich nicht ernstnehmen kann.
Jetzt bin ich doch glatt vom Thema abgekommen, dachte ich soeben, aber nein, dieser kleine gedankliche Umweg war nötig, um eine Lösung der Misere zu finden. Denn so verläuft der normale Teufelskreislauf, in diesem Fall nicht die Herzrythmusstörung des Gehörnten: Aus irgendwelchen Gründen befindet sich ein Mensch auf einem mittleren Punkt der gesellschaftlichen Erfolgsleiter. Er geht nicht konform mit den Meinungen der Gesellschaft, und sein Gefühl zieht ihn in eine ganz andere Richtung als jene, in die das Christentum geht. Dieser Mensch wird aus irgendwelchen anderen Gründen Heide und findet sich unter mit ihm konform gehenden Menschen wieder, denen es auch so ging. Vielleicht trifft er auch Menschen, die eine Abwechslung zu ihrem gut bezahlten, aber unbefriedigenden Industriejob suchten und so zur Göttin kamen, aber das ist eher selten Gleiches zieht Gleiches an. Nun, dieser Mensch ist fit im Geiste und wird vielleicht eines Tages von dieser Menschengruppe zum Priester anerkannt. Seinem Ego geht es gut und die Anerkennung bekommt ihm, doch sie findet nur in dieser Gruppe statt und so wird er nie seine ganze Macht und Kraft leben können, denn er bleibt abhängig vom Wohlwollen der Gruppe die Gesellschaft, in der er den größten Teil seines Lebens verbringt, akzeptiert ihn immer noch nicht, vor allem nicht seinen Weg, denn sie sieht ja nicht seine Qualitäten. Doch das liegt nicht an der Gesellschaft. Der Lohn in Heidenkreisen ist meist ein ideeller oder emotionaler, doch kein materieller, und unser Testkandidat wird immer noch bei ALDI einkaufen müssen. Aber wie könnte es anders sein?
In früheren Stammeskulturen waren Priester, Schamanen, etc. Mitglieder einer Gemeinschaft, die sie trug. Heute ist dem nicht mehr so. Warum soll ein Coven, ein Hexenkreis, seine Priester nicht auch finanziell unterstützen? Warum soll er oder sie die ganze Arbeit umsonst machen, nur für ein paar gute Vibrations? Ich sehe dafür keinen Grund. Ich sehe eher darin einen Sinn, daß die Gemeinschaft, in der wir unsere Tätigkeiten ausüben, unsere Arbeit auch materiell anerkennt, denn ein Mensch fühlt sich einfach besser, wenn er nicht hinter jedem Pfennig herjagen muß und dann braucht er sich vielleicht auch nicht mehr sein Ego als selbsternannter Priester zu polieren, wozu er vielleicht gar keine Befähigung hat, aber es aus dem Zwang der Anerkennung heraus nur so machen kann.
Geld ist eine luftige Energie! Zwei Dinge gilt es dabei zu beachten: Luft und Energie. Wenn jemand uns sein Wissen beibringt, dann gibt er etwas von sich an uns weiter, für das er Energie eingesetzt hat also sollten wir ihm auch Energie dafür zurückgeben. Alles andere wäre geistiges Schmarotzen. Das einfachste Medium für Energie ist in diesem Fall Geld. Luft kann man nicht einsperren so auch das Geld es ist unterwegs, von einem zum anderen, es beflügelt, wenn man es hat und es macht den Geist frei, wenn man es hat. Luft steht in Zusammenhang mit Merkur -und das ist ein trickreicher, handelnder und verspielter Gott, er ist auch der Bote zwischen Göttern und Menschen! Und gerade der leichte, spielerische Umgang mit Geld fehlt m.E. in der Heidenszene, denn es gibt keinen Grund unter armen Menschen, mit etwas zu spielen, wovon man doch nur so wenig hat. Ich denke doch, daß es sich lohnt, diesen Tatbestand zu ändern, denn schon die Esoteriker haben es erkannt: Nur was im Fluß ist, kann auch fließen! Seid also nicht mehr so knickrig beim Trinkgeld: 15% vom Umsatz sind immer angemessen, außer die Bedienung ist eine notorisch unfreundliche Schlafmütze, aber vielleicht heitert sie ja gerade dann Dein Trinkgeld auf man kanns nie wissen. Lernt wieder das Prinzip von Gabe wird mit Gabe vergolten und laßt die Menschen, die Euch ihr Wissen oder ihre Hilfe zuteil werden lassen, nicht verhungern, denn dann können sie dies nicht mehr tun. Achtet Euch selbst, spendiert Euch selber mal etwas und geht auch so mit den Menschen um, die Euch etwas wert sind, und schon geht es dem Geld und den Heidenkreisen wesentlich besser.
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