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Esoterik allgemein

Esoterik bedeutet Geheimlehre. Bei Esoterik handelt es sich um inneres Wissen, oft kombiniert mit spirituellen Handlungen und mystischen Erkenntnissen. Hier seid Ihr mit Euren Fragen und Tipps zu Esoterik richtig.


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Alt 10.05.2010, 22:11   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #1 (permalink)
Maneira
Erfahrener Benutzer
 
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Registriert seit: 09.08.2007
Ort: Würzburg/Pforzheim
Beiträge: 153
Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft

Hallo, Grüßt euch zusammen.

Ich bin auf der Suche nach einer spirituellen (ob sie sich so nennt oder nicht) Gemeinschaft im in - oder ausland, der man beitreten kann um dort ein neues leben zu gründen.

Kennt ihr etwas in der Art? Am liebsten wäre mir ein naturverbundenes Leben. Die Welt ist groß und es gibt sicherlich etwas wie ich es mir vorstelle.

Bin für anregungen offen

Maneira
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Alt 10.05.2010, 22:37   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #2 (permalink)
yaguarete
unterwegs
 
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Sternzeichen: Zwillinge
Registriert seit: 25.03.2007
Alter: 46
Beiträge: 390
Blog-Einträge: 1
hallo maneira,

dazu fallen mir ein:


Tamera in Portugal

Findhorn in Schottland

Zegg bei Berlin/Deutschland

lg,
yaguarete
yaguarete ist offline  
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Alt 10.05.2010, 23:42   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #3 (permalink)
Maneira
Erfahrener Benutzer
 
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Registriert seit: 09.08.2007
Ort: Würzburg/Pforzheim
Beiträge: 153
Danke für deine schnelle Antwort ich schau sie mir gleich einmal an

Es kann übrigens auch ein stück weiter weg sein, wenn es dafür passt

danke euch

maneira

es fallen euch bestimmt noch einige ein
Maneira ist offline  
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Alt 12.05.2010, 11:40   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #4 (permalink)
Roland2
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Alter: 52
Beiträge: 269
Tiberkul

Liebe Maneira

Siehr Dir doch das mal an:

http://www.oekopolis.info/home.htm

Liebe Grüße Roland

Roland2 ist offline  
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Alt 15.05.2010, 12:50   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #5 (permalink)
Roland2
Erfahrener Unwissender
 
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Alter: 52
Beiträge: 269
Selbstversorger: - Teil 1


Liebe Maneira



Du hast jetzt diesen Thread angefangen und vielleicht ist das gut so. Ich fühle mich ein wenig verantwortlich, weil ich Dir diesen Tipp mit Vissarion gegeben habe, die Gemeinschaft in Sibirien. Vielleicht kann auch Yaguarete hier ihre Erfahrungen mit einbringen und eventuell noch gute Tipps geben. Können wir hier nicht einen Thread über Selbstversorger daraus machen? Das ist doch ein schönes Thema für die Zukunft. Ich fände das schön!!!


Also, liebe Maneira: Ich muss jetzt noch was dazu sagen. Habe mich erinnert, dass ich schon lange vor meiner 1. Fahrrad-Weltreise von der Gemeinschaft in Sibirien gehört habe. Sie machen ja ziemlich viel Werbung über ihren Verein Ökopolis e.V. hier in Deutschland. Das heißt, ich „kenne“ diese Gemeinschaft jetzt schon über 10 Jahre. Ich war damals in Rohkost- und Gesundheitskreisen tätig. Mir ist damals schon aufgefallen, dass sie einen ziemlichen Werberummel machen und dringend Mitglieder suchen. Wieso?


Nun ja, inzwischen habe ich alle Informationen auf der Ökopolis-Seite aufmerksam studiert. Vor allem die beiden Reiseberichte...


http://www.oekopolis.info/reis2001.htm


http://www.oekopolis.info/reisebe2.htm


und das neueste Interview mit dem Deutschen Georg...


http://www.oekopolis.info/interview2.htm


...dass es erst seit vergangener Woche gibt, sind sehr zu empfehlen, weil man da „zwischen den Zeilen“ so manches erfährt. Ich habe ja hier Vissarion schon lobend erwähnt, weil das ein Modellprojekt für die Zukunft ist. Sie sammeln da jetzt schon wichtige Erfahrungen, die wir auch für die Zeit danach, also nach der Zeitenwende brauchen. Gut finde ich, dass sie keine Tiere essen und wie sie mit den Kindern Gottes umgehen. Die Kinder dieser Gemeinschaft können sich wunderbar entwickeln und dort praktisch leben wie im Paradies. Das ist wohl sehr herausragend. Nun ja...


...Schattenseiten gibt es natürlich auch. Und nach dem Georg-Interview weiß ich, dass ich dort nicht hingehöre. Aber das ist eine persönliche Sache. Diese Einschätzung ist NICHT allgemein gültig! Es gibt wohl ein paar Dinge, die auch für Dich zutreffen würden, aber dazu später...


Meine Vision einer Gemeinschaft - ökologisch, selbstversorgend, spirituell - ist die, dass sie aus völlig autarken Individuen besteht, die Verantwortung für sich übernehmen, selbständig denken und handeln und sich ebenso selbständig in die Gemeinschaft einbringen. Also meine Vision ist nicht, dass das Individuum sich zuerst aufgibt und alles in die (virtuelle) Gemeinschaft einbringt, sondern die Gemeinschaft ist ZUSÄTZLICH! Die Gemeinschaft darf meiner Meinung nach keine Notwendigkeit sein, für die man vorher alle Mitglieder entmündigen und enteignen muss. Dann werden bewusst Abhängigkeiten und Unfreiheiten geschaffen, dann wird die Gemeinschaft notwendig, dann ist die Gemeinschaft ein Strohhalm, an den sich alle klammern. Dies schient wohl auch der Sinn und Zweck solcher „Gemeinschaften“ zu sein.


Beispiel: Morgens um sieben findet die Arbeitseinteilung statt. Der Vorsitzende kommandiert die Arbeitstrupps ab und sagt ihnen, was sie zu tun haben. Zum Beispiel werden Leute eingeteilt, die mein Hausdach von Schnee befreien sollen. Ich darf das natürlich nicht selber tun - nein, das entscheidet die Gemeinschaft!!! Es herrscht wohl die allgemeine Auffassung, dass dies schließlich Sinn und Zweck einer Gemeinschaft sei. Man tut alles gemeinsam. Das Individuum gibt sich auf und wird zum Teil der Gemeinschaft. Zweitens musst Du als Vollmitglied der Gemeinschaft Dein gesamtes Vermögen der Gemeinschaft übereignen. Diese bestimmt dann, wieviel Geld Du jeden Tag erhalten darfst, womit Du also leben wirst. Ich frage mich, warum noch jeder einen eigenen Garten besitzt? Normalerweise - logisch fortgesetzt - müsste es einen großen Gemeinschaftsgarten geben, in den dann die einzelnen Mitglieder zur Arbeit eingeteilt werden und der Garten-Vorsitzende bestimmt dann, wie viel Krautköpfe ich jedes Jahr bekomme und wieviel Radieschen ich am Tag essen darf. Ich verkneife mir jetzt noch weitere Beispiele, Du weißt vermutlich längst, was ich sagen will.


Das ist nicht die Gemeinschaft, die ich mir vorstelle und wünsche.


Außerdem glaube ich nicht, dass Vissarion der neu inkarnierte Jesus ist. Jesus hatte nur ein Gebot: Liebe. Der russische „Jesus“ braucht über 50 Gebote! Das hat mich vor 15 Jahren schon abgeschreckt. Ein umfangreiches Regelwerk, was alles Verboten ist... Er ist allerhöchstens eine Reinkarnation von Paulus!!! Und da ich mit dem Bruder ein großes Problem bzw. noch eine heikle Sache zu klären habe, darf ich dort sowieso nicht hingehen. Zumindest nicht, wenn ich ein schönes Leben im Einklang mit der Natur führen will. Wenn ich dorthin gehe, würde ich das Schwert mitnehmen...


Der freie Wille des Individuums zählt nicht. Du hast Dich aufzugeben, unterzuordnen und zu tun, was man Dir sagt. Und vier Mal im Jahr gehst Du für eine Woche zur Zwangsarbeit hoch auf den Berg zum Pharao - äääh Vissarion - und darfst dort Deinen obligaten Arbeits-Dienst ableisten... Vissarion ist sicher begabt, er hat Visionen und wird inspiriert, seine Texte sind teilweise sehr schön und auch stimmig. Er hat also durchaus Talente und Begabungen. Aber an den Jesus-Rummel um ihn glaube ich nicht.


Es ist eine Provokation, ich verstehe die Strategie dahinter. Das ist ein Konzept und es hat seinen Sinn. Sie soll Dein Ego zerstören. Es gibt aber mehrere Wege, das Ego loszuwerden und nicht jeder Weg ist für jeden richtig. Yogis und Krieger können dort durchaus hingehen, es ist vielleicht der richtige Weg für sie. Und der wichtigste Punkt für mich:


Sie bauen ein Haus für Dich!


Das habe ich schonmal gehört, in Bolivien, als dieser Deutsche mich mit einer Indianerin im Indianerdorf verkuppeln wollte. Der sagte auch: Wir bauen ein Haus für Dich! Auf meinen Einwand, dass ich das selbst und nach meinen Vorstellungen tun möchte, hat er nur unklar und mürrisch reagiert, was mich dann sofort davon abgebracht hat. Sie tun das vermutlich, damit Du von ihnen abhängig wirst und bleibst, damit sie Dich jederzeit erpressen und wieder fortschicken können.


Meine Meinung dazu ist folgende: Wenn ich einer Öko-Gemeinschaft beitrete und mich auf deren Gelände ansiedeln möchte, dann wähle ich einen Platz und das Land aus, auf dem ich mein Haus nach meinen Vorstellungen und den Vorstellungen meiner Partnerin und/oder Familie errichten werde. Es könnte auch sein, dass Ausländer gar kein Haus bauen dürfen? Das ist auch noch ein unklarer Punkt: Du bist in Russland ja Ausländer und brauchst ein Visum und für längere Zeit auch eine Aufenthaltsgenehmigung. Diese Papiere kosten natürlich jedes Mal Geld... In der Gemeinschaft Tiberkul wird ausschließlich Russisch gesprochen. Ich frage mich, wieso laden die eigentlich Ausländer ein? Die Höflichkeit würde es gebieten, wenigstens noch Englisch als international bewährte, weil relativ einfache und leicht zu erlernende Sprache anzubieten, insbesondere für Ausländer. Das wäre gastfreundlich. Da das offenbar nicht der Fall ist, lässt sich vermuten, dass sie 1. dringend fleißige Arbeitskräfte brauchen (...) und 2. reiche Ausländer gerne gesehen sind... ...die aber russisch zu sprechen und ihr Vermögen und ihre Arbeitskraft der Gemeinschaft zu übereignen haben...



Roland2 ist offline  
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Alt 15.05.2010, 12:51   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #6 (permalink)
Roland2
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Selbstversorger: - Teil 2

Na ja. Es fällt mir schwer das alles in ein harmonisches Bild zu bekommen und ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Bisher sieht das Ganze nicht sehr harmonisch aus. Inzwischen würde ich eher davon abraten, sich auf sowas einzulassen. Vor allem, weil Du dort nicht wieder heil herauskommen wirst. Es gibt einfach zu viele Unklarheiten. Leider habe ich nicht so viele Öko-Projekte persönlich kennengelernt. Yaguarete kann dazu sicher mehr sagen. Ich war einmal zweieinhalb Jahre der „faule Bio-Arbeitssklave“ einer bösen, ständig unzufriedenen Öko-Königin. Ich habe dort gerne in der Natur gelebt und gearbeitet und wirklich schöne Sachen gebaut und auch vieles repariert. Aber das menschliche Drumherum hat dann dazu geführt, dass ich eines Tages bei Nacht und Nebel dort weggegangen bin. Ich habe es also selbst erlebt und auch in dieser Zeit einiges mitbekommen, auch von anderen Suchern und anderen Projekten, dass das prinzipiell überall so ähnlich läuft. Sie suchen Geld und/oder Arbeitskräfte, unterstellen den spirituellen Suchern aber unterschwellig stets Faulheit und die Absicht, dort nur ein „bequemes Leben“ führen zu wollen.


Nun ja, ich habe eben schon früh erkannt, dass ich nicht als Arbeitstier zur Welt gekommen bin. Anderen geht es vermutlich ähnlich. Ich kann vieles tun und tue das auch wirklich gerne und mit vollem Einsatz. Aber nicht, wenn vorher die große Entmündigung stattfindet und morgens um sieben die Befehlsausgabe... Meine Erfahrung ist die, dass Leiter von Öko-Projekten oftmals „ganz normale Geschäftsleute sind“. Und das kommt in den Interview mit IBM-Workaholic Georg aus Sibirien auch schön zum Ausdruck. Arbeit ist sein Leben, in Deutschland genau so wie jetzt in Sibirien...


Es ist ein Weg, den man gehen kann, eine Möglichkeit. Durch die Konfrontation mir solchen Leuten lernst Du. Das bedeutet täglich Krieg, Auseinandersetzung, Reibung und Kampf. Das ist nicht mein Weg. Und wenn Du nicht der Typ dafür bist und auch eher aus Liebe zur Natur diesen Weg wählst - statt wegen täglicher, im Grunde belangloser Konfrontationen zum Zwecke des Wachsens, dann ist das vielleicht auch nicht Dein Weg. Ich habe ein natürliches Harmoniebedürfnis. Von daher würde ich in sehr engem Kontakt zur lebendigen Natur, zur Mutter Erde leben wollen. Schon allein deshalb käme für mich kein Haus in einem der russischen Dörfer der Gemeinschaft in Frage, wo sie Strom haben, mit dem Auto herumfahren, den ganzen Tag der Fernseher läuft und das Handy tütelt. Da kann ich ja gleich hier bleiben! Da lebe ich hier in Gera für mich selber schon bedeutend einfacher und ökologischer!


Ich würde dort ein Pyramidenhaus oben am See Tiberkul bauen, an einem selbst gewählten, mystischen Ort. Dazu würde ich etwa 1...2 Hektar Land für mich beanspruchen, dass auch in Zukunft frei bleiben muss. Eine echte Gemeinschaft funktioniert nur dann und ist nur dann eine Bereicherung für alle, wenn Du frei wählen kannst und frei bist in jeder Hinsicht. Nur dann wirst Du Dich gerne einbringen und die Gemeinschaft um vieles bereichern. Jeder hat ein Recht auf Privatleben und Privatsphäre. Eine „Gemeinschaft“, die das Missachtet, ist in Wirklichkeit eine Diktatur. Das hatten wir schon, in Deutschland genau wie in Russland. Ich brauche keine Wiederholungen... Ich glaube, die haben dort die Altlasten noch nicht wirklich beseitigt.


Die Familie ist also nach meinem Verständnis die kleinste „Einheit“. Doch auch hier gibt es nur Individuen - jeder Erwachsene, jedes Kind einer Familie muss als einmaliges Individuum und Gedanke Gottes geachtet werden. Freiheit ist das oberste Gebot. Eine echte Gemeinschaft kann nur auf dieser Freiheit basieren, nicht auf Geboten, Verboten und Regeln. So gesehen, bin ich jetzt im Moment sogar freier als ich es in einer solchen Öko-Gemeinschaft je wäre. Und ich würde mir von niemandem vorschreiben lassen, ob ich am Abend ein Glas Wein trinken darf und was ich mit meinem Geld mache, wenn ich welches hätte... Das heißt, wenn ich in eine Öko-Gemeinschaft gehe, sollte ich mindestens so viel Freiraum haben (+ mehr Unabhängigkeit und Natur!!!) wie jetzt schon. Das habe ich natürlich nur, weil ich nicht der Welt angehöre, sondern meinen eigenen Weg gehe, inzwischen schon mindestens 10 Jahre. So genau weiß ich das nicht mehr, weil es Mitte der Neunziger mal eine „Grauzone“ gab, also eine Übergangszeit.


Der Nachteil ist, dass man irgendwie zu vereinsamen droht. Es ist zwar alles in Ordnung - für mich und auch sonst in meinem Leben, doch die Rückkehr in eine echte große Gemeinschaft wird vielleicht mit jedem Jahr Alleinsein immer schwieriger. Alles hat eben Nachteile - egal welchen Weg Du gehst, was immer Du tust - es wird alles auch immer Schattenseiten und Nachteile haben. Jeder Weg ist individuell, jeder hat seine eigene Geschichte und seinen Werdegang - sowohl kosmisch als auch irdisch-weltlich gesehen. Daher die vielen verschiedenen Wege, damit die Individuen darin zur Erfüllung finden. Von daher ist Freiheit für das einzelne Individuum innerhalb einer Gemeinschaft das höchste Gebot.


Ich hoffe, dass Yaguarete hier noch was dazu sagen wird, auch aus weiblicher Sicht. Das Männliche und das Weibliche ergänzt sich ja wunderbar. Abschließend möchte ich Dir noch einen persönlichen Rat mit auf den Weg in eine ökologisch-spirituelle Gemeinschaft geben. Und ich weiß, dass ihn viele nicht beherzigen, sie setzen stattdessen auf die Gemeinschaft, um auch das zu klären. Aber ich rate Dir folgendes:
Roland2 ist offline  
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Alt 15.05.2010, 12:52   Leben in einer selbstversorgenden Gemeinschaft Beitrag #7 (permalink)
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Selbstversorger: - Teil 3


Komm erst mir Dir selber ins Reine, bevor Du in ein solches Gemeinschaftsprojekt gehst.



Wenn Du das nicht tust oder Deine Probleme selber nicht siehst, wird es große Schwierigkeiten mit anderen Mitgliedern geben. Sowas wäre für mich keine Freude. Wenn ich da mit anderen zusammenlebe, sollte das überwiegend in Harmonie sein, in Liebe. Denn aus Erfahrung weiß ich, dass viele Öko-Leute sehr problematisch sind. Es sind Problemmenschen. Und solange sie mit sich selber noch nicht im Reinen sind, richten sie in einer Gemeinschaft Schaden an. Diese Konfrontation ist zwar auch heilsam, es ist in gewisser Weise ein „Genesungsprozess“, aber dafür würde ich nicht in die Taiga gehen. Da lohnt sich fast der ganze Aufwand nicht. Wenn ich dort in dieser großartigen Natur bin, möchte ich das auch genießen können und mich nicht den ganzen Tag lang mit den ganzen Altlasten abmühen, den kleinkarierten Problemen von mir und den anderen.


Übrigens: Bin ich überhaupt nicht der Ansicht, dass der Mann Verantwortung für seine Frau zu übernehmen hat. Wir alle haben Verantwortung - aber in erster Linie für uns selbst - für unser eigenes denken und handeln! Klar, in einer Familie kümmert sich jeder auch um den anderen, aber „verantwortlich sein für den Anderen“? Geht das überhaupt?


Und nochwas speziell zu Tiberkul: Das geistige Oberhaupt einer Gemeinschaft muss dort leben, wo seine Leute sind - nicht auf dem Elfenbein-Turm(-Berg). Er sollte täglich für seine Leute da sein, morgens 2 Stunden und abends 2 Stunden, ihnen was erzählen, lustig plaudern, ihre Anliegen anhören, usw. Diese ganze Arbeiterei ist nicht der Sinn einer Öko-Gemeinschaft. Es geht um spirituelles Wachstum und um die Nähe zur Natur und für mich auch um Autonomie, also komplette Selbstversorgung. Ich möchte da in keinen Laden gehen müssen um mir Lebensmittel zu kaufen. Da kann ich ja gleich hier bleiben... Und ich halte vollständige Autonomie für möglich. Das geht allerdings nur, wenn man Essen - ebenso wie Arbeit - nicht als Lebenszweck ansieht. Beides sind Notwendigkeiten, aber kein Sinn des Daseins. Ich arbeite gerne handwerklich und auch gern mit der Erde, bin gerne draußen und liebe den direkten Kontakt zur Natur. Ich könnte den ganzen Tag draußen sein, das Wetter macht mir nichts aus.


Was mich immer wieder bei Öko-Spirituellen-Gemeinschaften abschreckt, ist die Reglementierung, das Zwanghafte, sowie die offene oder verdeckte Verleugnung der Individualität. Viele Gemeinschaften verlangen sogar die völlige Aufgabe der Individualität und der persönlichen Freiheit. Das war und ist für mich völlig inakzeptabel. Da ich Dir diesen Tipp mit Tiberkul gegeben habe, sah ich mich verpflichtet, mich noch weiter und näher dazu zu äußern. Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, was er tut. Niemand kann Dir diese Entscheidung abnehmen, weil niemand weiß, was für Dich richtig ist.


Das weißt nur Du allein.


Wie gesagt, sieht meine Vision einer großen Gemeinschaft der Zukunft völlig anders aus. Dort wird es keine Zwänge geben. Alles basiert auf absoluter Freiheit und Freiwilligkeit. Das Individuum hat den höchsten Stellenwert. Und es ist vieles einfacher und unkomplizierter als heute. Es wird zum Beispiel keine zwei Parallelwelten geben wie heute. Die große Gemeinschaft der Zukunft ist kein „Staat im Staate“. Es wird in der Zukunft nur eine Gemeinschaft geben, eine einzige. Etwas Gespaltenes kann keinen Bestand haben. Von daher kommen ja auch die meisten Schwierigkeiten in Tiberkul. Viele der heutigen Probleme existieren also in der neuen Zeit überhaupt nicht mehr. Es wird weder Strom, noch Handy noch Fernsehen geben - keine andere Welt, die in unsere Welt eingreift. Deshalb sehe ich die heutigen Gemeinschaften noch mit Windmühlen kämpfen, was dann alles nicht mehr nötig sein wird. Wir werden dann alle einfach viel gelassener sein und uns wieder an ganz einfachen Dingen erfreuen.


Denn das Leben besteht aus den ganz kleinen Dingen...




Liebe Grüße Roland
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