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01.02.2010, 14:00
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Vom Ver-urteilen Beitrag #1 (permalink)
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Ithaka ist nah.
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.01.2008
Ort: Stuttgart
Alter: 43
Beiträge: 1.437
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Vom Ver-urteilen
Hallo zusammen,
beim Lesen hier im Forum,
stelle ich immer wieder fest,
wie fleissig hier verurteilt wird.
Davon betroffen sind nicht nur User,
die über wenig esoterisches Wissen verfügen,
sondern eben auch sehr erfahrene User.
Egal wie die Verpackung des Urteils aussieht,
wortreich höflich oder wortkarg,
der Inhalt bleibt ein Urteil.
Beobachtet man den weiteren Verlauf der Diskussionen,
so enden sie oft unfriedlich in verbalen Auseinandersetzungen.
Diese Auseinandersetzungen sind dann widerum
nicht sehr förderlich.
Oft beendet der Moderator sehr schöne Threads
eben wegen dieser Auseinandersetzungen.
Vielleicht könnte ich statt Auseinandersetzung
auch von Kampf sprechen.
Dies ist zwar ein unschönes Wort,
aber es beschreibt das was hier in Worten stattfindet m. E. ganz gut.
Grund genug also, um das Verurteilen etwas genauer zu untersuchen.
Dabei fallen mir diese Fragen ein:
Warum verurteilen wir?- Ist Verurteilen etwas Erlerntes oder ist es angeboren?
- Was passiert vor, während und nach dem Verurteilen in uns und mit der Umwelt?
- Welchen Einfluss hat unser Verurteilen, insbesondere auch auf unsere Ernte (Du erntest was Du sähst)
- Ist es sinnvoll selektiv zu verurteilen oder gar nicht zu verurteilen?
- Gibt es Techniken, um intelligent mit dem Thema umzugehen?
- Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir weniger verurteilen,
wenn wir das Leben annehmen wie es ist bzw.
Andere annehmen wie sie halt sind?
Ich habe natürlich eine eigene Sicht der Dinge.
Aber mich interessiert sehr Eure Sicht der Dinge.
Deshalb folgt meine Sicht erst viel später.
Ich wünsche mir für diesen Thread,
dass wir hier versuchen nicht zu verurteilen,
sondern versuchen zu akzeptieren,
dass es viele verschiedene Meinungen gibt,
die wir nicht ändern müssen.
Ich freue mich sehr auf Eure Meinung.
Liebe Grüße
Stefan
Geändert von odysseus05 (01.02.2010 um 14:05 Uhr)
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01.02.2010, 14:20
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Vom Ver-urteilen Beitrag #2 (permalink)
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Gast
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Lieber Odysseus,
wir urteilen jeden Tag und wir filtern jeden Tag unsere Informationen, die wir erhalten. Jeder von uns verurteilt und beurteilt in einem gewissen Sinne. Wenn es zu Auseinandersetzungen kommt, dann gehoert dieses zum Lernprozess mit dazu, wir alle sind nicht frei von Fehlern.
In gewisser Hinsicht ist Dein Beitrag auch eine Art Urteil oder ein Verurteilen 
Ein gewisser Anstand sollte allerdings bei gewissen Diskussionen beibehalten werden.
Wir alle machen mal Fehler, sollten uns daher auch nicht dafuer "Verurteilen", dann machen wir es das naechste Mal halt besser, wir haben jeden Tag eine Chance zu wachsen und unsere Reaktion auf Dinge zu veraendern.
Alles Liebe,
Cornwall
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01.02.2010, 14:39
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Vom Ver-urteilen Beitrag #3 (permalink)
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Ithaka ist nah.
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.01.2008
Ort: Stuttgart
Alter: 43
Beiträge: 1.437
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Hallo Cornwall,
Danke für Deine Antwort.
Ich versuche darauf einzugehen.
Zitat:
Zitat von Cornwall
wir urteilen jeden Tag und wir filtern jeden Tag unsere Informationen, die wir erhalten. Jeder von uns verurteilt und beurteilt in einem gewissen Sinne.
|
Hmm, aber WARUM verurteilen wir denn?
Wer in uns treibt uns dazu an zu verurteilen,
treibt uns z. Bsp. dazu unser Gegenüber
innerlich als "Idioten" zu bezeichnen?
Es geht mir eher weniger um das Beurteilen.
Zitat:
Zitat von Cornwall
Wenn es zu Auseinandersetzungen kommt, dann gehoert dieses zum Lernprozess mit dazu, wir alle sind nicht frei von Fehlern.
|
Was meinst Du mit "Fehler"?
Und wo wurde dieser Fehler geboren,
wo nahm er seinen Ursprung,
erst in der Auseinandersetzung?
Zitat:
Zitat von Cornwall
In gewisser Hinsicht ist Dein Beitrag auch eine Art Urteil oder ein Verurteilen 
|
Hat es so auf Dich gewirkt?
Welche Passage in meinem Text war da am deutlichsten?
Kurz vor dem Absenden vermutete ich,
dass die Feststellung, dass wir verurteilen,
auch wie ein Verurteilen wirken kann.
Obgleich man das Verurteilen hier im Forum
sehr leicht entdecken kann.
Es ist also durchaus belegbar.
Zitat:
Zitat von Cornwall
Ein gewisser Anstand sollte allerdings bei gewissen Diskussionen beibehalten werden.
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Wie würde dieser Anstand aussehen?
Würden wir weniger oder mehr verurteilen
oder nur "schöner" verpacken?
Zitat:
Zitat von Cornwall
Wir alle machen mal Fehler, sollten uns daher auch nicht dafuer "Verurteilen", dann machen wir es das naechste Mal halt besser, wir haben jeden Tag eine Chance zu wachsen und unsere Reaktion auf Dinge zu veraendern.
|
Das kann ich gut nachvollziehen.
Ich verurteile nicht nur Andere,
sondern auch mich selbst.
Ich habe mich dabei schon oft ertappt 
Liebe Grüße
Stefan
Geändert von odysseus05 (01.02.2010 um 14:41 Uhr)
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01.02.2010, 14:51
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Vom Ver-urteilen Beitrag #4 (permalink)
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ankhaba
Sternzeichen:
Registriert seit: 18.12.2009
Alter: 44
Beiträge: 3.347
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Die Botschaft bestimmt der Empfänger.
Warum lässt man sich ver-ureilen?
Darum möchte ich erweitern.
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01.02.2010, 14:59
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Vom Ver-urteilen Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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Hi Odysseus,
wir alle beurteilen oder verurteilen, dass nicht beurteilen ist gar nicht moeglich in dieser materiellen Welt. Jeden Tag treffen wir mehr oder weniger schwerwiegende Entscheidung. Entscheidungen sind haeufig durch unsere Glaubensrichtungen gepraegt, diese Glaubenrichtung, ich meine jetzt nicht unbedingt Religion, gibt uns einen Rahmen uns zu entscheiden. Wir entscheiden in wichtig oder unwichtig, in richtig oder falsch. Dazu kommt noch dazu in welcher Umgebung wir aufwachsen, jemand der in einem Kriegsgebiet aufwaechst zum Beispiel hat haeufig viel schwerwiegende und andere Entscheidungen zu treffen, als derjenige, der in einem Land mit Frieden lebt.
Beurteilen oder Verurteilen tust Du in dem Moment indem Du eine Meinung oder Deinen Glauben an einer Sache mitteilst, so schnell geht das, aber das ist wieder meine Meinung. 
Warum das so ist, kann ich Dir nicht sagen, denn dann muesste man fragen, warum wir in dieser Welt inkaniert sind und das kann ich nicht sagen, weil ich es selbst nicht weiss.
Streitigkeiten wird es immer geben und wenn etwas eskaliert, darf ich entscheiden, ob ich mit einer aehnlichen Situation in Zukunft anders umgehe oder mich genauso verhalte, das ist halt individuell.
Alles Liebe,
Cornwall
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01.02.2010, 15:11
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Vom Ver-urteilen Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 21.05.2009
Ort: Wildeshausen
Alter: 41
Beiträge: 637
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Hallo odysseus!
Ich kannte mal einen Mann, der rannte gegen die Wand des Fortschritts. Sei es Mobiltelefon oder Internet, alles was Neu war gab Anlass, Argumente zu finden, warum es nicht gut war. Alles und jeden versuchte er davon zu überzeugen, dass es nicht gut wäre, diese Dinge zu nutzen.
Dieser Mann hatte einen Vater. Dieser Vater flog für die Deutsche Luftwaffe im 2. Weltkrieg Bombeneinsätze. Dieser Vater war ein Mitläufer im 3. Reich, wie so viele andere auch. Der Sohn verurteilte seinen Vater dafür, dass dieser ein Mitläufer war. Er hätte sich ein Aufbäumen gewünscht. Um nicht so zu sein wie der Vater, lehnte er sich gegen alles auf, wo andere "mitlaufen". Alles was Trend ist wird in dieser Welt begrüßt, alle machen mit, laufen mit. Er wollte so nicht sein.
Als er diese Wut auf den Vater zulies und heilte, kaufte er sich ein Handy.
Gruß
Andreas
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01.02.2010, 15:14
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Vom Ver-urteilen Beitrag #7 (permalink)
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Moderator
Registriert seit: 02.12.2008
Ort: Berlin-Wilmersdorf
Beiträge: 4.921
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Hallo Stefan!
Was du ansprichst ist ja ... DAS Thema der menschlichen Natur. Menschen sind Informationsverarbeitendeeinheiten und .... Verkünder der eigenen Sichtweise.
Deswegen sind wir hier, die Erfahrung der Trennung in allen Formen und Farben zu erleben und darüber berichten und zwar unentwegt. Dies ist eben unser Auftrag.
Natürlich ist die Berichterstattung eine sehr persönliche (wie denn sonst anders...?) und natürlich gehen wir immer davon aus, dass die eigene auch eine allgemeine Wahrheit ist. Speziell dabei sind philosophische Wege die aus patriarchalischen Religionen entstanden sind (also z.B. bei uns jedwede Philosophie die es überhaupt gibt) in einer Sache meisterhaft: Kontrolle. Jeder will jeden Kontrollieren, weil sie so der Meinung sind "die Welt wäre eine bessere wenn alle so sind wie ich" noch heftiger wenn da die andere Nummer kommt "wenn alle das tun, was ich will, dass sie tun, ist erst dann alles in Ordnung". Am besten finde ich "wir wollen Geld ... und zwar .. ohne Ende und immer wieder und mehr ...".
Wie, was wo und unter welchen Umständen gedacht und getan wird, versuchen Andere zu kontrollieren .... wenn man einen anderen Gott hat ... eine andere Sexualität ... eine andere Hautfarbe ... Hauptthema ist : man selbst wurde gelehrt, sich zu kontrollieren, also erwartet man das gleiche von den Anderen, und natürlich müssen sie ja alles genau so sehen wie man selbst es tut, auch so aussehen usw. Da ist das Wort "normal" ja ein besonders gut. Menschen müssen "normal" sein ... und damit geht man auf andere los ...
Das ist einfach Angst ...
Wir brauchen einfach neue Paradigmen .... und zwar auf allen Ebenen der Gesellschaft.
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01.02.2010, 15:38
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Vom Ver-urteilen Beitrag #8 (permalink)
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Ithaka ist nah.
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.01.2008
Ort: Stuttgart
Alter: 43
Beiträge: 1.437
|
Hallo Cornwall,
Zitat:
Zitat von Cornwall
wir alle beurteilen oder verurteilen, dass nicht beurteilen ist gar nicht moeglich in dieser materiellen Welt.
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Wer sagt uns, dass wir verurteilen müssen?
Wo steht geschrieben, dass wir verurteilen müssen?
Dass es gerade so ist,
impliziert doch nicht, dass es auch so sein muss.
Sorry, es geht mir nicht um das Beurteilen.
Es geht mir wirklich um die stark aversive Haltung,
die ein Verurteilen auslöst und in der Folge
eben auch Wut oder Zorn auslösen kann.
Beispiel:
Wir mögen die Sicht des Anderen überhaupt nicht.
Sie widerstrebt uns sehr.
Sehr naheliegend ist dann,
den Anderen dafür zu verurteilen.
Und hier sind wir bereits innerlich in Aufruhr.
Wir befinden uns im Stress.
Wir können die Emotion im Körper fühlen.
Ein wenig friedlicher Weg ist damit vorgezeichnet.
Ist es wirklich nicht möglich damit anders umzugehen?
Müssen wir erst streiten, um zu erkennen,
dass der Streit gar nichts gebracht hat?
Zitat:
Zitat von Cornwall
Beurteilen oder Verurteilen tust Du in dem Moment indem Du eine Meinung oder Deinen Glauben an einer Sache mitteilst, so schnell geht das, aber das ist wieder meine Meinung. 
Warum das so ist, kann ich Dir nicht sagen, denn dann muesste man fragen, warum wir in dieser Welt inkaniert sind und das kann ich nicht sagen, weil ich es selbst nicht weiss.
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Ich denke, dass man durch Beobachten
schon viel lernen kann.
Und dann kann man sich noch selbst fragen:
Warum verurteile ich mein Gegenüber?
Warum passt mir seine Meinung nicht?
Was erzeugt seine Meinung in mir:
Schmerz, Angst, Zorn?
Warum erzeuge ich diese Emotionen?
In welcher Reihenfolge kommen die Emotionen?
Was war der Anfang?
Was kann ich vom Anfang lernen?
Ich habe dies so ähnlich mal
bei meinem Zorn kontempliert.
Liebe Grüße
Stefan
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