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25.12.2009, 23:12
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #1 (permalink)
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Draco-Nomade
Registriert seit: 30.03.2008
Ort: Língdeshìjiè
Beiträge: 2.091
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Die Gefahr des Dogmas
Zitat:
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Bei allem, was ein Mensch praktiziert oder offenbart, muss er davon ausgehen, dass er alles fuer sich selbst verwirklicht.
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Es sind seine eigenen Gedanken, Reden und Taten, mit denen er sich selbst befruchtet.
Dabei spielt es keine Rolle, woher diese stammen - sie sind so reichhaltig, dass man - bis auf ein paar Hinweise - gar keine spezifische Quelle angeben koennte.
Was immer ein Mensch mit dieser Fuelle anfaengt, muss er selbst entscheiden.
Dabei ist es wichtig, dass er nicht dem Glauben verfaellt, dass er das, was er fuer sich selbst als Gueltig erklaert, auch auf andere uebertragen kann.
Niemand sollte etwas dagegen haben, wenn anderen das eigenes Wirken als Denkanstoeße dienen, solange die Menschen gewillt sind, etwas Eigenes daraus zu machen.
Dem eigenen Weg einen individuellen Ausdruck zu verleihen, ist fuer viele Menschen nicht einfach, weil sie mit unzaehligen anderen Wegen konfrontiert werden.
Dazwischen befinden sich immer wieder hartnaeckige Hinweise, die stoisch behaupten, dass der hier dargelegte Weg richtig sei, alle anderen aber falsch.
Genau an diesem Punkt muss die gesunde Urteilskraft einsetzen, die uns vermittelt, dass es gar nicht moeglich ist, einen Weg zu gehen, der nicht unserer Natur entspricht.
Im Prinzip sollten wir erkennen, dass gewoehnlich alle Lehren frei sind vom Dogmatismus; er ist allein der Mensch, der gewisse Lehren dogmatisch auslegt.
Das ist ein großer Unterschied zu den Lehren selbst, die im Prinzip fuer alle Menschen frei zugaengig sind.
Ich selbst z.B. verspuere mehr eine Abneigung gegen gewisse Kirchenvertreter, als gegen die Lehren, die sie vertreten..
Dies trifft auch zu auf Buddhisten, Daoisten, Indianer, Islamisten, Schamanen, Theosophen, Rosenkreuzer usw.
Immer dort, wo die spirituellen Lehren als hierarchiches Gewand am Koerper ihrer Vertreten kleben, kann ich mit den Darlegungen der Lehren nichts anfangen, was aber auf die Lehren selbst nicht zutrifft.
Auch widerstrebt mir die Auffassung, dass sich die Lehren nicht mischen lassen - was waere das nur fuer eine seltsame, schale Malzeit.
Bei diesem Gedanken leuchtet immer noch das kriegerische Gehabe der sich feindlich gesinnten Religionen und Kulturen durch.
Tatsaechlich sind diese Zeiten laengst vorbei.
Es ist lange eine Zeit angebrochen, wo die menschliche Beziehung wichtiger ist, als wie das, was jemand praktiziert.
Es geht um die Akzeptanz anderer Menschen, die sich der Selbstentwicklung hingeben, nicht um Bevormundung.
Auf diese Art werden wir alle zu ganz individuellen Fruechten, die ohne Ausnahme an dem einen Weltenbaum wachsen.
Mit guten Gedanken
Anzeraq
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26.12.2009, 00:43
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #2 (permalink)
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Ursache
Sternzeichen:
Registriert seit: 02.04.2007
Ort: Berlin-Reinickendorf
Alter: 27
Beiträge: 5.748
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Stimmt echt voll: Der Übergang zum Dogma ist der Punkt, an dem ich meine Sichtweise versuche anderen überzuhelfen. Und das zu vermeiden ist gar nicht mal so leicht. Der Grat auf dem man sich bewegt, wenn man über sich erzählt und sich austauscht hin zum Versuch der Überzeugung ist sogar sehr schmal. Und vor allem ist dieser schmale Grat mehr ein amorpher Bereich, da ja die Empfindungen des Gegenüber auch maßgeblich sind für Dogmatismus.
Auch ist man ja von einer Idee begeistert und will den anderen vielleicht dazu bewegen es auch zu versuchen - umsomehr, wenn eine Idee wirklich gut ist. Zum Beispiel die Idee eines friedfertigen Miteinanders ist eigentlich super, aber der ein oder andere findet Krieg eben notwendig um die benötigten Ressourcen eines Landes dauerhaft auf gleichem Niveau zu erhalten. Wer würde in so einem Fall nicht schnell zur "einzig wahren Wahrheit" - dem Frieden - greifen?
Dazu kommt dann noch die Sprache, die ja meist ungenau ist, wenn man was ausdrücken will. Am Ende hat man das Gefühl, man redet eigentlich über dasselbe, dann muss man eben noch eine Weile auf dem schmalen Grat herumtanzen und da Sprache ein ewig schlechter Tanzstil ist (außer vielleicht bei den Ursprachen) wird man zwangsläufig mehrfach daneben treten.
Ich denke ein Teil Dogmatismus ist irgendwie immer drin und wenn es nur die Empfindung eines einzelnen Gegenübers ist. Die Frage ist inwieweit ich das versuche zu vermeiden. Also den Punkt erkennen wo ich vom "Na probier es dochmal aus, es klappt echt prima und ist auch sehr sinnvoll - bei mir hats gut geklappt, vielleicht ja auch bei dir!?" zum "Du musst das tun, weil es das einzig richtige ist." übergehe.
Grüße Shuichi
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26.12.2009, 08:05
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #3 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 03.10.2009
Beiträge: 22.678
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Eigentlich haben Anzeraq und Shuichi ja schon alles super beschrieben! Ich möchte nur noch hinzufügen das Dogma eine Denkart, Meinung bzw. ein Lehrsatz ist! Es sind für wahr befundene formulierte Auffassungen von der Wirklichkeit eines abgegrenzten Bereichs der menschlichen Erkenntnis!
Viele Grüße Silly
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26.12.2009, 10:34
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #4 (permalink)
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Moderator
Registriert seit: 02.12.2008
Ort: Berlin-Wilmersdorf
Beiträge: 4.921
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Man fängt an zu arbeiten, langsam tritt der Fortschritt ein, man sieht dann in der Aussenwelt alles bessert sich. Irgendwann fangen die ersten Kontakte mit der Geistigen Welt, Träume zeigen die Zukunft ... offenkundig bessert sich die Gesundheit, und man wird gefragt "was soll ich tun, um auch dies erreichen zu können?" und da fangen die Probleme an.
Jeder und jede von uns hat einen einzigartigen inneren Weg. Dieser Weg lässt sich nicht übertragen, vielleicht die eine oder andere Übung, eine Sichtweise, gar eine Tendenz, trotz der Gemeinsamkeiten, muss dieser Weg von einem selbst beschritten werden. Niemand kann Anderen davon befreien. Man kann sie begleiten, vielleicht auch Vorreiter sein, aber weder "Retter" noch "Befreier" oder irgend etwas anderes .... diejenigen die noch nicht soweit sind, hoffen dies, weil sie nicht daran glauben, dass sie auch diese Fortschritte erreichen können, somit fangen die ersten Verwirrungen und Veränderungen dessen, was erfahren wurde, und als eigener Weg gedacht war, wollen andere dann Übertragen ...
Die wahren Problemen treten ein, wenn später Menschen die vielleicht keinen Zugang mehr haben zu dem Weg im Inneren, diesen dann nur im Aussen sehen; vor allem aber deswegen, weil sie keine Ahnung mehr darüber haben, wie das gemeint ist, was jemand sagte, der nicht mehr da ist. Man nimmt man irgendwelche Aussagen, interpretiert sie wie man kann (oder legt sie zurecht wie man will) ... und ohne es gemerkt zu haben, aus einfachen Erlebnissen werden unumstössliche göttliche Gesetze .... das was Kausal, Astral und Ätherisch war, wird zu Dogma. Kurze Zeit später haben wir die ersten Tode ...
Ich kann diesen Prozess als einen notwendigen in der Entwicklung unserer Seelen betrachten, wenn auch ein sehr schmerzvoller.
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26.12.2009, 10:44
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #5 (permalink)
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Gast
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Und trotzdem ist es kein Gefahr, denn ALLES geht vorbei. Es ist, wie ES ist, und gleicht sich irgendwo aus.
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26.12.2009, 10:51
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #6 (permalink)
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nixda
Registriert seit: 18.01.2006
Ort: in Herz Kopf und Bauch
Beiträge: 2.703
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wissen.de:
Zitat:
[das, Plural Dogmen; griechisch, „Meinung, Lehrsatz“]
philosophische Meinung, religiöse Glaubenslehre; i. w. S. eine Aussage, die einen Anspruch auf absolute Wahrheit und Gültigkeit erhebt; im engeren Sinn ein religiöser Lehrsatz. Die Wurzeln des Dogma-Begriffes liegen in der Doppelbedeutung des griechischen Wortes als philosophischer Grundsatz und veröffentlichter Beschluss. Daraus hat sich das religiöse Verständnis vom Dogma individuell verschieden in den einzelnen Religionen entwickelt.
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Meinung und Lehrsatz hört sich noch sehr moderat an - Wissenschaften sollten nach diesem Verständnis arbeiten, dass etwas solange gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist. Wobei früher die empirische Erkenntnis größeren Wert hatte als heute. Da sie aber zu beliebig interpretierbar ist, hat sie heute kaum noch einen Wert. Deshalb können Mediziner auch heute noch nur sehr schwer, den Grundsatz "wer heilt hat recht" als Wahrheit anerkennen.
Zitat:
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Ich selbst z.B. verspuere mehr eine Abneigung gegen gewisse Kirchenvertreter, als gegen die Lehren, die sie vertreten..
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kann ich verstehen, aber es sind gerade Subjekte, Menschen die eine negative oder positive Erfahrung in einem religiösen Kontext vermitteln. Die Lehre scheint etwas vom Menschen getrenntes zu sein, ist sie aber nicht. Die Lehre und das Dogma wird von Menschen in einer Organisation als hinzunehmendes Grundgerüst dargestellt. Somit interessieren mich von der intellektuellen Perspektive aus betrachtet die Lehren, aber die subjektiven Erfahrungen können mir Menschen vermitteln
LGichbins
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26.12.2009, 11:06
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #7 (permalink)
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Banned
Sternzeichen:
Registriert seit: 12.11.2006
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 46
Beiträge: 1.463
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entweder man ordnet sich der göttlichen weisheit unter, oder man bleibt außerhalb von ihr, denn es geht eindeutig um die alleinigung in christus 
die meisten menschen haben nur angst, auf etwas verzichten zu müssen, ja, sie ziehen ihre egoistische begierde dem absoluten gleichwohl vor, anstatt demut im herzen, steckt in ihnen die begierde festgeschrieben, die sie dann zu allen möglichen ungemach antreiben kann 
es gibt keine lieberale göttlichkeit, das ist unmöglich, denn götter ordnen sich nicht unter und fordern reine menschenherzen, die frei von lüge sind 
liebe grüße
SelbstAllein
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26.12.2009, 11:18
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Die Gefahr des Dogmas Beitrag #8 (permalink)
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Mensch
Registriert seit: 15.06.2008
Beiträge: 247
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Das Problem besteht nicht im Begriff "Dogma", sondern in seiner pejorativen Verwendung. http://de.wikipedia.org/wiki/Pejorativ
Es ist immer gut, den Dingen auf den Grund zu gehen und die Quelle aufzusuchen, der einzige Ort, an dem das Wasser rein und unverfälscht ist.
Anzeraqs holistische Sicht der Dinge mag gut sein für jemanden, der sein Bewussstsein weit genug ausdehnen kann, damit es viele verschiedene Lehren überspannt.
Wer sich aber gerade auf den Weg macht, für den hat die Alchemie den Rat bereit: "Benutze einen Ofen und ein Feuer.
Wir kennen alle die Menschen, die von einer Lehre zur anderen hasten, sich überall etwas heraus picken und irgendwo im nirgendwo landen.
Man lernt Auto fahren auf einem Fahrzeug und erst, wenn man es sicher kann, fährt man auch mit anderen.
Welches der unzähligen Fahrzeuge man wählt, ist zunächst nicht entscheidend. Es sollte "zu einem passen", schon darum gibt es so viele. Doch bei dem sollte man bleiben, bis der Weg sich von selbst weitet.
Was für den einen goldrichtig ist, kann für die andere grundfalsch sein.
Das ist ein Dogma, dass auf jahrtausende alter Erfahrung beruht.
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