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Esoterik allgemein

Esoterik bedeutet Geheimlehre. Bei Esoterik handelt es sich um inneres Wissen, oft kombiniert mit spirituellen Handlungen und mystischen Erkenntnissen. Hier seid Ihr mit Euren Fragen und Tipps zu Esoterik richtig.


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Alt 17.10.2009, 10:30   Essay zum Bitten Beitrag #1 (permalink)
Raphael
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Beiträge: 312
Essay zum Bitten

Ok, es ist ein langer Text. Das weiß ich aber ich bitte euch ihn zu lesen und ihn möglichst kritisch zu hinterfragen und mir vielleicht die Haken darin aufzuzeigen. Viel Spaß beim Lesen.

Warum bekommen wir nicht das was wir wollen? Es ist nicht die Art wie wir sind, sondern es ist die Art wie wir fordern. Jede Aktion erzeugt auch eine Reaktion und eine Bitte ist eine Aktion. Es kommt dabei jedoch auf die Geisteshaltung an und dementsprechend wird die Reaktion ausfallen. Eine Bitte, die mit innerer Wut hervorgebracht wird, wird nie Beachtung, sondern nur mehr und mehr Abwehr finden. Selbst wenn die Worte schön sein mögen, so spielt das nicht die geringste Rolle. Die Bitte richtet sich immer an jemanden und dieser jemand ist mein Ebenbild. Bitte ich also um etwas, so sollte ich mich fragen, unter welchen Umständen ich diesen Wunsch erfüllen möchte. Bittet man mich und denkt, dass man es verdient hat, dass der Wunsch erfüllt werde, dann schwingt schon Zwang mit und die Bitte ist nutzlos. Einem Bittsteller, der auf Knien vor mir kriecht würde ich ebensowenig eine Bitte erfüllen, denn er verliert sein Rückgrat, seine Würde und gibt sich selbst auf. Dies ist genauso wenig unterstützenswert.
Welches also ist die richtige Geisteshaltung? Es ist ein Wünschen ohne Wollen oder Fordern. Von der Erfüllung oder Nichterfüllung der Bitte darf nichts abhängig sein. Bitte ich also jemanden um etwas mit dem Hintergedanken, dass dieser jemand verpflichtet ist, mir den Wunsch zu erfüllen und er tut es dann nicht, so bin ich schuld dass die Bitte nicht erfüllt wurde, denn ich habe nur zu meinem Eigennutz gehandelt, dem Anderen keine Wahl gelassen. Im Endeffekt bin ich wütend auf denjenigen, der mir die Bitte nicht erfüllt hat aber welches Recht habe ich dazu? Keines, denn die Bitte darf den status quo nicht verändern. Im Grunde sollte man immer so bitten, als ob man nicht bittet. Ob der Wunsch in Erfüllung geht spielt im Leben beider Parteien keine Rolle. Ist jedoch die andere Partei bereit den Wunsch zu erfüllen, so wird es auch ihm nützen, denn er kann dadurch seine Rolle im Leben besser verstehen. Der Wunsch war Ursache für beiderseitiges Glück.
Ursachen von missbräuchlichem Verhalten liegen generell in der Kindheit und rühren aus dem Erfüllen und Nichterfüllen der kindlichen Wünsche. Ein Kind, dass ständig bittet und nichts bekommt, wird das Bitten aufgeben und nichts mehr wünschen. Das Leben wird nicht gefüllt werden, denn das Kind erwartet nichts mehr. Keine Wünsche – keine Erfüllung. Die Wünsche werden unterdrückt, da die Nichterfüllung zu viel Frust hervorbringen würde. Das ist eine Schattenseite.
Bekommt das Kind auf Bitten hin alles was es will, so wird meist ein viel schwereres Problem auftauchen. Das Erfüllen der Bitten wird zur Selbstverständlichkeit und es entsteht ein starker Egobezug. Der Fordernde wird den Gebenden letztlich nicht mehr als Person, sondern nur als Wunscherfüller betrachten und ihn zu einer Dienstleistungsfigur degradieren. Wird dann eine Bitte mal nicht erfüllt, so wird der Fordernde aggressiv werden und verlangen, dass seinen Wünschen entsprochen wird. Dies sind die zwei Seiten der Medaille.
Was befindet sich auf dem Rand? Es ist das Wissen um den eigenen Wert, der es ermöglicht zu verstehen, dass man nicht wertlos ist und dass es erlaubt und erwünscht ist zu wünschen. Man sollte sich damit in keinster Weise zurück halten, nur erwarten dass die Wünsche in Erfüllung gehen sollte man nicht, denn damit würde man der Kausalitätskette „Bitte – Reaktion“ ein unnötiges weiteres Glied hinzufügen, nämlich Frust über Nichterfüllung und das führt zu Wut. Ebenso wichtig ist der Respekt demjenigen gegenüber, der die Bitte erfüllen soll. Warum, das wird später klar werden.
An wen richtet man nun seine Bitten? In der Kindheit sind es zwangsläufig die Eltern. Wird man atheistisch erzogen, so bleibt das auch noch eine ganze Weile länger so. Wird man religiös erzogen, so kommt ein weiterer Ansprechpartner hinzu, der auf dem eigentlichen Weg zu Erkenntnis weiter führen kann. Was ist die Adresse? Letztenendes sind es wir selbst. Wir sind es, die uns geben was wir brauchen. Daher ist die höchste Kunst nicht länger zu bitten, sondern sich zu lieben, sich selbst alles Gute zugestehen, sich nicht zu entwerten und selbst jede Bitte zu gestatten. Alles Gute strömt jederzeit auf uns ein. Wir können es annehmen oder nicht. Die Konditionierung steht uns dabei oft im Weg, da wir nicht bitten durften oder nur das nehmen wollten, was uns gerade passte.
Wir wurden aus dem Paradies vertrieben als man Gott als jemanden anderen betrachtete als wir selbst. Erst als wir unsere Bitten an eine andere Instanz richten sollten, begannen wir zu vergessen, dass wir selbst es sind, die uns Glück und Reichtum gestatten. Wir selbst haben es in der Hand uns das zu geben was wir uns wünschen. Wir müssen es nur zulassen. Wir sind nicht mehr die kleinen Kinder (der Kirche) und wir sind nicht so unwichtig, dass wir uns hinten anstellen müssten, wenn etwas Gutes verteilt wird. Es ist bei weitem genug für Alle da.

liebe Grüße - Raphael
Raphael ist offline  
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Alt 20.10.2009, 23:20   Essay zum Bitten Beitrag #2 (permalink)
Gast9290
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo Raphael,

Danke für den schönen Text.
Ich kann alles was du geschrieben hast doppelt unterstreichen.

Nur traurig, das manche Menschen auf so einem hohen Roß sitzen und meinen andere Menschen sind da, um Ihre (fordernden) Wünsche zu erfüllen.

Freue mich auf weitere Texte:-))))

LG von der
Falke
 
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Alt 21.10.2009, 09:07   Essay zum Bitten Beitrag #3 (permalink)
Max_Berlin
Moderator
 
Benutzerbild von Max_Berlin
 
Registriert seit: 02.12.2008
Ort: Berlin-Wilmersdorf
Beiträge: 4.921
Blog-Einträge: 7
Ich würde dir empfehlen, die Geschichte von Parzifal zu lesen, und die dort ja typischen Fallen zu finden, in die wir Männer immer wieder tappen, sowohl in unserem Alltagsleben als auch archetypisch betrachtet.
Dann die Geschichte von Psyche, diese ist die archetypische Reise der Frauen, für uns Männer ist die Problematik unserer Anima durch sie dargelegt.

Diese beiden Geschichte sind die archetypische Form der Selbst-Torpedierung, man muss sie natürlich auf jeden von uns adaptieren ...

Erst wenn wir diese Geschichten überwunden haben, verändert sich vieles, inklusive Bestellungen & Co KG.
Max_Berlin ist offline  
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Alt 22.10.2009, 21:28   Essay zum Bitten Beitrag #4 (permalink)
Raphael
Banned
 
Benutzerbild von Raphael
 
Sternzeichen: Fische
Registriert seit: 05.11.2005
Ort: NRW
Alter: 28
Beiträge: 312
Danke für den Tipp. Schau mich mal um wo ich das Buch am besten herbekomme.
Raphael ist offline  
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