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29.05.2009, 12:39
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit!
Hallo Forum,
das Thema Aufmerksamkeit erregen war bisher recht heikel für mich, denn in meiner Kindheit war Beachtung für mich meist mit Gefahr verbunden und ich wurde ein wahrer Meister des Mich-Verbergens...
Der Satz Du willst doch nur Aufmerksamkeit wird (auch hier im Forum) gern als eine Art Waffe benutzt, meist kann man das Bedürfnis eines anderen nach Aufmerksamkeit sehr schnell erkennen und anstatt sie zu geben (denn es kostet nur wenig Zeit und etwas Freundlichkeit), wird dem Bedürftigen sein Bedürfnis auch noch sozusagen um die Ohren geschlagen. Denn ein spiritueller Mensch ist selbstverständlich vollkommen frei von der Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, das ist sozusagen seine Visitenkarte... Aufmerksamkeit zu erhalten ist eine (nicht nur) menschliche Grundvorraussetzung für ein erfolgreiches Leben. Selbst Pflanzen erregen Aufmerksamkeit durch Duft und Farben, allerdings werden sie deswegen von den Menschen nicht verspottet, sondern geliebt. Und Menschen? Um es gleich zu sagen, selbst sogenannte spirituelle Meister sind erst unabhängig geworden von Aufmerksamkeit nachdem sie eine ausreichende Menge davon erhalten haben.
Um sich selbst akzeptieren zu können und so ein stabiles Selbstwertgefühl entwickeln zu können, braucht man freundliche Aufmerksamkeit. Erfährt man für bestimmte Verhaltensweisen eine entsprechende Würdigung, dann fühlt man sich als Person aufgewertet. So stabilisiert man sein Selbstbewußtsein, man lernt seinem Wesen zu vertrauen und es entsteht ein Kreislauf. Normalerweise sind Eltern für ihre Kinder aufmerksame Begleiter und die Kinder sollten mit Eintritt ins Erwachsenenleben ausreichend Aufmerksamkeit erhalten und verinnerlicht haben, um relativ unabhängig davon zu sein. Klappt leider nicht immer. Wie bei mir und bei einigen anderen Menschen, wie ich so beobachtet habe.
Was machen also Menschen, die nicht genug Aufmerksamkeit erhalten haben? Sie suchen weiterhin danach, denn es ist von der Natur so vorgesehen. Das Problem dabei ist, dass eine Menge Menschen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit leben, sich dafür schämen (denn natürlich ist nur das Kind schuld daran, dass es keine liebevolle Aufmerksamkeit von den Eltern erhalten hat. Es hätte einfach besser sein müssen...), dieses Gefühl verabscheuen, es verdrängen und dann auf anderen herumhacken, die etwas sichtbarer danach suchen. Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, wie das Leute vernünftigerweise tun, wenn sie das selbe Problem haben, wird gespottet. Leider wird so das Aufmerksamkeitsloch nicht gestopft, im Gegenteil, man schämt sich weiter für dieses Loch...
Mir ist klar, dass es wie bei allen Dingen auf das rechte Maß ankommt. Es gibt auch bei dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit ein zuwenig, ein genau richtig und ein zuviel. Ich glaube, die Heilpraktiker sagen, dass die Dosis das Gift macht.
Wie denkt ihr darüber?
Liebe Grüße,
Sandra
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29.05.2009, 12:56
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #2 (permalink)
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Gast
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Hallo liebe Cedric 
Wow- echt gut geschrieben dein Beitrag.
Dem kann ich nichts von mir aus hinzufügen.Ich kann das alles gut nachfühlen und stimme dir zu.
LG Jupiter2009
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29.05.2009, 15:22
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #3 (permalink)
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Gast
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Aufmerksamkeits-Methoden
Hallo Cedric,
ich hatte das Thema gestern mit einer Freundin. Von dem Standpunkt aus gesehen, ist so eine Therapie wirklich klasse. Man darf 45 Minuten lang von sich erzählen und der Therapeut schenkt einem die ganze Aufmerksamkeit!
Da sich aber auch für Therapien noch immer viele Menschen schämen, gehen sie zum Arzt. Volle Wartezimmer... Ein Muster in meiner Familie: Wenn du krank bist, bekommst du Aufmerksamkeit, sonst ist ja alles gut.
Auch ich habe mich immer wieder unsichtbar gemacht und versteckt. Meine Schwestern waren dagegen sofort aktiv und in Aktion, sobald auch nur ein Funken Aufmerksamkeit von Seiten meiner Eltern oder Besucher abzuzwacken war.
In Familien, in denen die Kommunikation derart gestört ist, fällt es lange nicht auf, wenn jemand nicht zuhört, sondern das Gesagte nur interpretiert. Wirkliches Zuhören und Nachfragen ist Unbekannt, ähnlich wie die Abstinenz in der Suchtfamilie.
Und du hast Recht, es fängt damit an, dass man sich in seinem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit annimmt und nicht mehr verurteilt. Dafür finde ich Foren sehr geeignet und dieses Forum hat - denke ich - nicht umsonst die Farbe des Kommunikationszentrums: hellblau. Daher finden wir hier auch alle Facetten der Kommunikation und ihrer Störungen  .
Ein Kind kann seine Gefühle oft nicht ausdrücken, hat keine Worte dafür und kann sich selten vorstellen, dass es Menschen gibt, die ebenso fühlen und wahrnehmen. Für ein Kind dreht sich die Welt naturgemäß nur um es selbst. Wenn diese natürliche Entwicklung beeinträchtigt wird fängt es an, an sich und seiner Wahrnehmung zu zweifeln. Als Erwachsener schauen wir auf diese Zeit zurück und denken: "Ich bin doch selbst schuld, dass ich mich damals als Kind nicht deutlicher ausgedrückt habe." Wir gehen nämlich oft nur mit dem Kopf in der Zeit zurück, nicht mit dem Gefühl, dem ganzen Bewußtsein. Diese Sichtweise hat wieder zur Folge, dass wir von unseren Kindern mehr erwarten, als wirklich entwicklungsgemäß ist. Die Kinder werden überfordert.
Hilfreich ist, zu betrauern, was wir als Kinder nicht hatten und es uns dann selbst zu geben und zu nehmen, für uns zu sorgen und so freundlich und achtsam mit uns zu sein, wie wir es uns immer von unseren Eltern gewünscht haben. Dann dürfen unsere Kinder auch wieder Kinder sein.
Der Satz Du willst doch nur Aufmerksamkeit ist ein kindlicher Satz der offenbart, dass der Schreiber eben dieses Defizit erfahren hat und noch nicht erlöst hat.
Liebe Cedric, von Herzen Dank für diesen Thread. Du hast mich gerade ein Stück weit geschubst in die Richtung, in der es weitergeht für mich!
Alles Liebe
Yemaya
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29.05.2009, 16:17
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #4 (permalink)
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Bewusstsein
Registriert seit: 17.03.2007
Beiträge: 1.643
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Hallo Cedric,
das ist jetzt mein dritter Anlauf, aber mehr kann ich dazu nicht sagen  
Destiny
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29.05.2009, 16:40
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #5 (permalink)
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einzig. nicht artig
Sternzeichen:
Registriert seit: 31.05.2007
Ort: mittelerde
Alter: 41
Beiträge: 795
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juhu!  dem ist nichts hinzuzufügen. ich stelle das jeden tag auf meiner arbeit fest (erzieherin in einer hauptschule). kinder, die zu hause genug aufmerksamkeit bekommen sind völlig anders als kinder, die so *nebenherlaufen*.
liebe grüße
teufl
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29.05.2009, 19:34
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #6 (permalink)
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Seele
Registriert seit: 28.07.2006
Ort: Karlsruhe
Beiträge: 1.435
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Nur ein paar Gedanke, die mir dazu dahoc in den Sinn kommen:
- Aufmerksamkeit ist nichts anderes als Liebe
- wer Liebe möchte ( und wer will das nicht) muss zuerst beginnen Liebe zu geben, dann wird er auch welche bekommen. Und je mehr wir geben, desto mehr bekomme wir.
- gibt es sowas wie ein Genug an Liebe oder ein Zuviel an Aufmerksamkeit, mmh... Meinst Du Cedric, dass Deine Schwester heute eher genug hat an Aufmerksamkeit, als Du? Eins leuchtet mir ein, ein zuviel ist nicht gut, speziell nicht gut für Kinder. Für Kinder ist eine Abwesenheit von Liebe natürlich auch nicht gut. Aber lernen wir nicht eher aus neg. Umständen, als aus positiven. Menschen, die aus schweren Umständen kommen haben oft viel mehr Mitgefühl, mehr Aufmerksamkeit für die Welt, als andere. Vielleicht brauchts machmal diese 'harten' Umstände damit wir weich werden ...
- jedenfalls, eins ist mir klar, es hat keine Sinn zu erwarten, sondern es gibt nur einen Sinn im Geben. Dann ist sofort Leben da, Überleben, Entspannung, gesundheit,.... Wenn wir fordern, tritt nichts ein. Das Leben wird erhalten durch Geben, und alles Neg., was sich manchmal von uns lösen will, durch uns kommen will, sollten wir an der Wurzel ausreißen und in den Liebesstrom des Lebens übergeben, der alles erhält und uns alle mit Liebe versorgt. Dies vom Neg. fasten ist auch eine Möglichkeit in die Liebe hineinzuwachsen. Und ins 3. Auge schauen und das Licht Gottes dort finden. Und uns dann mit dieser Kraft Gottes vollaufen lassen, bis wir überlaufen, ...
- wo lenke ich meine Aufmerksamkeit hin, auf die Liebe oder auf die andere Seite. jeder ist ein Funke Gottes, Mensch, Tier oder Pflanze,.. Wo schaue ich hin, auf die Göttlichkeit in allem oder auf die Illusion, die Formen, ....
l. Gr. P.
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29.05.2009, 20:00
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #7 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 23.05.2009
Ort: Singen
Beiträge: 28
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liebe Cedric,
auch ich möchte Dir beipflichten und Dir für einen wirklich guten Beitrag gratulieren
Liebe Grüsse
Corinna
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29.05.2009, 20:26
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Du willst doch nur Aufmerksamkeit! Beitrag #8 (permalink)
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Gast
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Ein sehr schönes Thema. Regt zum Nachdenken an.Kommt mir ein bisschen bekannt vor. Habe selbst ein Thema aufgestellt und damit eine kleine Lawine ausgelöst, woraus man erkennen kann, dass man sich fragt, ob ich damit auch nur Aufmerksamkeit haben möchte. Aber NEIN möchte ich nicht!Ich habe mal eine Frau kennen gelernt, sie war mit einer Bekannten von mir befreundet. Sie hat gelogen was das Zeug hält und damit hat sie leider eher erreicht, dass sich die Menschen in ihrer Umgebung von ihr zurück gezogen haben.Sie hat damals alles erzählt, sie sei mit dem einen Darsteller der Serie K11 zusammen. Sie erzählte Dinge, die sich im Nachhinein alle als gelogen herausstellten und so verlor sie das Vertrauen derer denen sie diese Geschichten berichtete. Mir auch. Wir haben keinen Kontakt mehr, aber ich muss ehrlich sagen, dass sie mir sehr leid tut. Wie verzweifelt oder vielleicht auch labil muss ein Mensch sein, dass er glaubt nur gemocht zu werden, wenn er anfängt um sich herum eine Traumwelt aufzubauen und darin auch zu leben.Jetzt, wenn ich mal so nachdenke, frage ich mich schon, wie man das – du willst doch nur Aufmerksamkeit- definieren kann. Manchmal habe ich das Gefühl, man benutz den Ausdruck auch gerne, wenn jemand „anders“ ist. Ist es nicht so, wenn man durch die Stadt geht und sieht da jemanden, mit bunten Haaren und löchrigen Klamotten, dass es da immer Leute gibt, die gleich der Meinung sind, sie laufen nur so rum, um Aufmerksamkeit zu bekommen.So ist man gleich ein bisschen zu viel voreingenommen und brauch sich auch weiter keine Gedanken machen, warum ein anderer Mensch so ist wie er ist.
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