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24.10.2008, 20:56
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Unser Ego Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Unser Ego
Kleiner "Vorspann": Der Beitrag von Odysseus ist aus dem Thread "Das Leben leben oder in den Griff kriegen?". Bei Ego geht es nicht um Menschen, die egoistisch sind und über Leichen gehen, um ihre Interessen durchzusetzen, sondern ... lest selbst!Hallo Odysseus,
Zitat:
Zitat von odysseus05
oh ja, mein Ego
Ich habe schon probiert diesem Ego Macht zu entziehen. Leider habe ich dadurch einen Kampf in mir entzündet, der viel Kraft gekostet hat.
Kampf ist für mich nicht der richtige Weg.
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Kampf ist ja auch nur ein neues Ego-Spiel. Das Ego liebt es, uns zu verwickeln. Nein, Kampf kann gar nicht der richtige Weg sein. Es geht nur mit Verstehen und Loslassen.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Durch die liebende Güte Meditation habe ich das Gefühl der Harmonie näher kennenlernen dürfen.
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Es ist schön, dass Du dieses „Mittel“ für Dich nutzen kannst. Ich selbst bin gewissermaßen „traumatisiert“, was buddhistische Praxis angeht, aber das ist eine sehr persönliche Sache.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Meine aktuelle Einstellung ist, dass sich mein Verstand und damit auch mein Ego wie ein "kleiner Bruder" dem anderen eher unbewußten Teil, dem man viele Namen geben kann, immer mehr anvertraut.
Und als "kleiner Bruder" hört man eher auf seinen großen Bruder, der so viel weiser ist und der sehr viel entspannter mit vielen Dingen umgeht. So darf ich loslassen vom festen Griff und lass jemand Anderen ans Ruder
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Welche Bedeutung haben denn für Dich Verstand und Ego? Für mich ist der Verstand das Resultat des Essens vom Baum der Erkenntnis, das Adam und Eva aus dem Paradies hat fallen lassen. (Ich verstehe die Schöpfungsgeschichte als Parabel.) Das Ego ist ein Produkt des Verstandes, es existiert nicht wirklich, sondern ist eine Phantasie oder Illusion. In dem Moment, wo ein kleines Kind anfängt, „Ich“ zu sagen, beginnt es, sich als von der Welt getrennt zu betrachten – und damit beginnt auch das Leid. Das Ego ist nach meinem Verständnis der Grund für alles Leid auf der Welt, weil es der Urheber des Gefühls der Trennung ist. Nur durch das Gefühl der Getrenntheit sind all die Greueltaten möglich, die es gibt. Deshalb kann es für mich nur das Ziel geben, sich des Egos weitestmöglich zu entledigen – für das eigene Seelenheil wie auch für das Heil der Welt.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Meine tägliche liebende Güte Meditation hilft mir dabei Ängste und Zorn loszulassen bzw. umzuwandeln.
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Hehe, wie ein buddhistischer Meister in einem Vortrag sagt: Wenn man seine eigenen negativen Emotionen im Griff (huch, schon wieder dieser Ausdruck!) hat, ist man schon mal einen unangenehmen Zeitgenossen losgeworden… Die Liebende-Güte-Meditation ist meines Wissens ein Mittel, um Altruismus zu entwickeln, richtig? Damit gerät das Ego zumindest schon mal aus dem Fokus.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Liebe ist für mich die stärkste Kraft, die Harmonie und tiefen Frieden schenkt.
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Wie definierst Du Liebe? Mir kommt die Definition von Liebe als „uneingeschränktes Annehmen dessen, was ist“ am nächsten.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Ich erkenne, dass ich nicht viel benötige um glücklich zu sein. Und so wird mein Ego sanft bearbeitet, ganz ohne Kampf.
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Was ist Dein Ziel bei der „Bearbeitung Deines Egos“?
Zitat:
Zitat von odysseus05
Es ist wie gesagt, ein Schritt auf meinem Weg. Ich lerne immer wieder hinzu. Wer weiss, ob ich morgen nicht schon was Neues entdecke.
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Ja, ein Schritt, sicherlich ein guter. Es gibt viele Wege zum Ziel. Letztendlich – so habe ich gelernt und verstanden – müssen wir sowohl den Weg als auch das Ziel auch noch loslassen… unmöglich, solange das Ego mit an Bord ist, denke ich.Liebe Grüßetumbler
Geändert von Gast8809 (24.10.2008 um 21:01 Uhr)
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24.10.2008, 23:12
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Unser Ego Beitrag #2 (permalink)
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Nullpunkt
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.06.2006
Ort: Um Stuttgart herum
Alter: 28
Beiträge: 576
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Du bist die Person, die du bist und nicht die, die du warst. Ego ist der Glaube, man ist die Person, die man war.
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24.10.2008, 23:23
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Unser Ego Beitrag #3 (permalink)
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Gast
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Zitat:
Zitat von Dephu
Du bist die Person, die du bist und nicht die, die du warst. Ego ist der Glaube, man ist die Person, die man war.
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Der Witz ist ja, das es ohne Ego auch keine Person gibt. Wo ist das Ego, wo die Person?
LG
tumbler
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24.10.2008, 23:44
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Unser Ego Beitrag #4 (permalink)
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Nullpunkt
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.06.2006
Ort: Um Stuttgart herum
Alter: 28
Beiträge: 576
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Die Person muss man live bei der Arbeit beobachten. Also gucken, wo sie JETZT ist. Der Witz ist, da ist keine Person. Keine Person - Kein Ego
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25.10.2008, 09:45
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Unser Ego Beitrag #5 (permalink)
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Novize
Sternzeichen:
Registriert seit: 23.10.2008
Ort: Berlin
Alter: 22
Beiträge: 59
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Ego kommt doch aus dem griechischen und heißt ich. Hatte ich es richtig herausgelesen, dass du meintest, Tumbler, sich selbst und das Ziel loszulassen, also zu verlieren? *grusel*
Versuche es mir gerade vorzustellen: Eigentlich ist das Ego, das einzige was ich ein lebenlang haben werde. Es ist wie ein Kind für mich: Vernachlässigung tut uns beiden nicht gut und wenn ich es verhätschle ebenfalls nicht. Es zeigt mir die innerlichsten Bedürfnisse, die jeder Mensch hat, manche verlieren sie völlig, weil sie sich für manche aufgeopftert haben. 
Ab und zu bin ich gerne bei mir drinnen, um zu sehen, was ich wirklich denke und meine. Und wenn ich was preisgebe, mag ich es eigentlich nicht, vom wir und es zu reden, weil es meine Meinung ist, meine Persönlichkeit.
Oder habe ich das alles falsch verstanden? Dass die Selbstaufgabe ein weiterer Schritt zum Glück ist und erst dann kommt, wenn man sich selber erkannt hat? Aber wer genießt dann dieses Glück und hat derjenige dann immer noch die breite Palette an Gefühlen vor sich, die das Leben so lebenswert machen?
Euch noch einen schönen Tag
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25.10.2008, 10:45
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Unser Ego Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 08.07.2007
Ort: BW
Alter: 51
Beiträge: 862
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Das Ego sehe ich als eine Art "Instrument" an, ein Werkzeug, das es uns ermöglicht, uns von unserer Heimat, unserem Wesen, unserer Essenz bzw. von Gott (der Begriff ist nicht entscheidend) zu trennen, zu lösen. Warum wir das wollen oder sollen ? Keine Ahnung. Aber es ist so, das reicht mir als Begründung einstweilen aus. Es könnte in etwa darum gehen, über mannigfaltige Erfahrungen eine Zunahme an Bewusstheit und Macht (nicht über Andere, sondern über sich selbst), einen Heilungsprozess zu erleben und schließlich die Trennung zu überwinden.
Zitat:
Zitat von Kalysia
Eigentlich ist das Ego, das einzige was ich ein lebenlang haben werde. Es ist wie ein Kind für mich: Vernachlässigung tut uns beiden nicht gut und wenn ich es verhätschle ebenfalls nicht. Es zeigt mir die innerlichsten Bedürfnisse, die jeder Mensch hat, manche verlieren sie völlig, weil sie sich für manche aufgeopftert haben. 
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Hallo Kalysia, das was Du beschreibst, könnte man auch als inneres Kind bezeichnen, und ich glaube, dass Du genau das meinst. Das sehe ich nicht als identisch mit dem Ego an. Das innere Kind ist ein Seelenanteil, der die Bedürfnisse und das Erleben des Kindes, auch seine Unschuld und seine Liebe, enthält. Das ist etwas sehr Lebendiges, ich finde Du beschreibst das richtig  . Dort sind natürlich auch die Verletzungen, der Schmerz des Kindes.
Als Annäherung an das, was Ego genannt werden kann, sehe ich demgegenüber das Erwachsenen-Ich an. Denn erst mit zunehmendem Alter entwickelt sich mehr und mehr das Bewusstsein davon, ein Einzelwesen i.S. eines "Einzelkämpfers" zu sein, gleichzeitig nehmen Unbefangenheit und Leichtigkeit ab und Zwänge, Ängste und Magelgefühle zu. Naja ist jetzt etwas verallgemeinert, aber das ist m.E. die "normale" Entwicklung. Und dann geht es wieder darum, zur "Unschuld" und Leichtigkeit zurückzufinden.
Zitat:
Zitat von Kalysia
Oder habe ich das alles falsch verstanden? Dass die Selbstaufgabe ein weiterer Schritt zum Glück ist und erst dann kommt, wenn man sich selber erkannt hat? Aber wer genießt dann dieses Glück und hat derjenige dann immer noch die breite Palette an Gefühlen vor sich, die das Leben so lebenswert machen?
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Es ist gut, sich diese Fragen zu stellen - auch wenn es die typischen Fragen sind, die vom Ego aufgeworfen werden 
Ich könnte mir vorstellen, dass Deine letzte Frage mit "Ja" beantwortet werden kann, mit der Einschränkung, dass die Zwanghaftigkeit der psychischen Reaktionen wegfällt und die Gefühle, insbesondere die Liebesgefühle, reiner werden.
Im übrigen glaube ich persönlich, dass das Vom-Ego-Befreitsein wohl kein Dauerzustand ist, sondern - erstmal - nur ein zeitweiliger.
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25.10.2008, 11:22
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Unser Ego Beitrag #7 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 29.06.2008
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Beiträge: 3.805
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Also, wenn man kindliche Verlangen hat ist es kein Ego und wenn man erwachsene Verlangen hat ist es Ego? 
Naja, dieses Ego ist wohl wieder eine Sache, wo ich wohl mal wieder nie verstehen werde, wieso ihr teilweise so denkt. Für mich ist Ego das, was mich zum Individuum macht. Das soll ich aufgeben? Wieso denn? Ich kann doch super damit leben.
Ich selbst finde das Ego wichtig, da dies für mich das ist, was uns zum Menschen macht. Wir sind bewusste Individuen. Eine Trennung von irgendwelchen ominösen und dubiosen Göttern ist dies für mich nicht, denn wieso sollte uns das Erste so Schöpfen und dann sagen, wir würden nur die Hälfte von uns nutzen dürfen, wo doch unsere Umwelt darauf ausgelegt ist, ein Maximum an Effizienz im Überlebenskampf zu entwickeln. Mit allen Mitteln.
Gruß, Asmadin.
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25.10.2008, 12:02
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Unser Ego Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 08.07.2007
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Beiträge: 862
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Zitat:
Zitat von Asmadin
Für mich ist Ego das, was mich zum Individuum macht. Das soll ich aufgeben? Wieso denn?
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Ja eben, deshalb rede ich auch nicht gerne von "aufgeben" oder gar "töten". Denn das klingt sehr danach, dass man das Ego mit dem Ego austreiben will.
Es geht aber um das Bewusstmachen der Auswirkungen des Egos, die enden ja nicht dort, wo wir uns als Individuen erleben, das geht ja dann weiter und weiter und weiter...und die Auswirkungen sind nicht nur schön, da bin ich mir sicher.
Zitat:
Zitat von Asmadin
Ich selbst finde das Ego wichtig, da dies für mich das ist, was uns zum Menschen macht. Wir sind bewusste Individuen. Eine Trennung von irgendwelchen ominösen und dubiosen Göttern ist dies für mich nicht, denn wieso sollte uns das Erste so Schöpfen und dann sagen, wir würden nur die Hälfte von uns nutzen dürfen, wo doch unsere Umwelt darauf ausgelegt ist, ein Maximum an Effizienz im Überlebenskampf zu entwickeln. Mit allen Mitteln.
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Warum sollte nicht Beides zutreffen: dass das Dasein als einzelner Mensch, als Individuum, wichtig ist und zugleich, dass es wichtig ist, die hiermit verbundene "Trennung" überwinden zu können ? Immerhin handelt es sich dabei um einen Prozess, eine Entwicklung, eine Evolution.
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