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16.10.2008, 22:33
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #1 (permalink)
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Gast
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"?
Im Thread "Vom Umgang mit der Angst" fiel zuletzt der Ausdruck "Sein Leben in den Griff kriegen" und "Sein Leben leben". Bedeutet beides dasselbe? Oder genau Gegensätzliches? Kann man überhaupt sein Leben in den Griff kriegen? Und was kann man eigentlich anderes tun, als in jedem Moment sein Leben zu leben? Bedeutet, sein Leben zu leben, das Leben so anzunehmen, wie es erscheint? Ist die Entscheidung, sein Leben zu leben, vielleicht sogar gleichbedeutend damit, nicht mehr zu versuchen, es in den Griff zu kriegen? (Vielleicht Gesprächsstoff genug für zwei unterschiedliche Threads, aber ich lasse es jetzt mal so stehen.)
LG
tumbler
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16.10.2008, 23:11
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #2 (permalink)
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Ithaka ist nah.
Sternzeichen:
Registriert seit: 03.01.2008
Ort: Stuttgart
Alter: 43
Beiträge: 1.437
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Zitat:
Zitat von tumbler
Im Thread "Vom Umgang mit der Angst" fiel zuletzt der Ausdruck "Sein Leben in den Griff kriegen" und "Sein Leben leben". Bedeutet beides dasselbe? Oder genau Gegensätzliches? Kann man überhaupt sein Leben in den Griff kriegen? Und was kann man eigentlich anderes tun, als in jedem Moment sein Leben zu leben? Bedeutet, sein Leben zu leben, das Leben so anzunehmen, wie es erscheint? Ist die Entscheidung, sein Leben zu leben, vielleicht sogar gleichbedeutend damit, nicht mehr zu versuchen, es in den Griff zu kriegen? (Vielleicht Gesprächsstoff genug für zwei unterschiedliche Threads, aber ich lasse es jetzt mal so stehen.)
LG
tumbler
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Hallo Tumbler,
irgendwie mußte ich lernen,
dass ich mein Leben nicht komplett im Griff habe.
Vor Allem frage ich mich:
Wer hat es im Griff?
Lange Zeit hat mein kleiner Verstand
mein Leben fest im Griff gehabt.
Rein materiell gesehen ziemlich erfolgreich.
Trotzdem wurde ich immer unglücklicher.
Irgendwann habe ich losgelassen,
den festen Griff glockert
und dem Leben mehr "Freiraum" gegeben.
Ich habe mich irgendwie von ein paar Fesseln gelöst.
Seitdem verläuft mein Leben irgendwie entspannter 
Und diese Entspannung hilft mir Ziele festzulegen,
die von Herzen UND Verstand akzeptiert werden.
Liebe Grüße
Stefan
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17.10.2008, 04:49
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #3 (permalink)
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***AUSZEIT***
Sternzeichen:
Registriert seit: 07.09.2007
Alter: 48
Beiträge: 963
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Zitat:
Zitat von tumbler
Im Thread "Vom Umgang mit der Angst" fiel zuletzt der Ausdruck "Sein Leben in den Griff kriegen" und "Sein Leben leben". Bedeutet beides dasselbe? Oder genau Gegensätzliches?
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Hallo tumbler
Ich persönlich würde sagen:Weder noch.
Ein Leben zu leben ist doch recht individuell.
Es ist weder das eine wie das andere,und gleichzeitig ist des das eine wie das andere.
Zitat:
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Und was kann man eigentlich anderes tun, als in jedem Moment sein Leben zu leben?
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Nichts,kann man tun,würde ich sagen,um das Leben zu leben.
Das Leben lebt aus sich selbst herraus.
Jeder Eingriff darinn wäre in meinen Augen fatal,und würde bedeuten dass man sein leben eben nicht lebt.
Allerdings der Aspekt des Eingriffs wäre wieder ein Aspekt sein Leben zu leben.
Also lassen wir es doch besser...oder?
Und lassen es so wie es ist,und kommt.
Lassen wir es so wie es ist und kommt,dann leben wir unser Leben.
Grüsse vom Narren
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17.10.2008, 06:10
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #4 (permalink)
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Lichtbringer
Registriert seit: 12.10.2008
Ort: Engelskirchen
Beiträge: 80
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Zitat:
Zitat von odysseus05
Lange Zeit hat mein kleiner Verstand
mein Leben fest im Griff gehabt.
Rein materiell gesehen ziemlich erfolgreich.
Trotzdem wurde ich immer unglücklicher.
Irgendwann habe ich losgelassen,
den festen Griff glockert
und dem Leben mehr "Freiraum" gegeben.
Stefan
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Genau so gings mir auch.
Ich muss mein Leben nicht im Giff haben,das leben hat ja viele Seiten, und ich bin froh das ich alles erleben darf und nicht nur es im Griff habe
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17.10.2008, 13:02
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #5 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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Ich denke schon, dass es sinnvoll ist, IN EINEM GEWISSEN MASSE zu versuchen, sein Leben zu beeinflussen und sich nicht nur willenlos von den Wogen des Schicksals hin- und herwerfen zu lassen. Zuviel Selbstkontrolle führt jedoch wie schon gesagt zur Verkrampfung und macht das Leben langweilig und ereignisarm.
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17.10.2008, 13:21
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #6 (permalink)
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Auf dem Weg zum Ich & Du
Sternzeichen:
Registriert seit: 21.06.2008
Ort: Bayern, backtohome
Alter: 46
Beiträge: 1.771
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In Griff kriegen geht gar nicht..
Echt interessanter Thread!Liebe Tumbler,der Name spricht für sich, Du scheinst recht durchgerüttelt zu sein Spass bei Seite (hoffe, Du magst Humor)....Nun aus meiner Erfahrung, man kann das Leben gar nicht in den Griff kriegen, denn das Schicksal, unser Lebensplan macht da immer einen Strich durch die Rechnung.Dieses Denken, Verhalten fördert die Angst und nicht das Vertrauen, dabei ist das Vertrauen wichtiger. Wenn die Angst überhand nimmt, dann ziehen wir zu viel Schlechtes an, bzw. werden wir gefangen. Da der Mensch nun mal gerne analysiert, gehörte dieser Zunft auch mal an. Verstrickt man sich nur noch, zudem werden Machtspiele gefördert, die mir in mir und im Umgang mit anderen nur schaden. Man wird unfrei. Man wird gelebt, lebt die Masse, lebt die Massenangst und verliert an Kraft und Stärke.Der Mensch denkt - Gott lenkt - das stimmt mehr. Oder auch die Engel, die uns führen, helfen und leiten... je nachdem auf welche himmlische göttliche Energie, Wesenheit, Macht und Kraft wir empfänglich sind.Gut vom irdischen her, haben wir eine Grundausstattung zu lernen, je älter man wird, merkt man aber, sobald man die mal beherrscht, haben andere Dinge Platz.Ich denke, spüre, dass das Leben zu leben bedeutet, auf seine innere Führung zu vertrauen und diese stärken, auszubauen und vor allem unabhängiger zu werden und die himmlische Führung dankbar, freudig anzunehmen, im Vertrauen, da wir dennoch zu klein im Universum sind und auf diese angewiesen sind.Es ist ein miteinander, wie es eigentlich auch mit den Menschen sein sollte.Allein kann ich vieles, gemeinsam alles.Herzliche GrüsseJacqueline
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17.10.2008, 17:36
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #7 (permalink)
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Gast
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Hallo Odysseus,
Zitat:
Zitat von odysseus05
irgendwie mußte ich lernen, dass ich mein Leben nicht komplett im Griff habe.
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Nicht komplett? Meine Erfahrung ist, dass ich – wenn ich mir selbst gegenüber ehrlich bin – so gut wie gar nichts im Griff habe. Damit will ich jetzt nicht ausdrücken, dass ich in chaotischen Verhältnissen lebe oder nichts „gebacken“ kriege; ich meine es mehr philosophisch: Bei allen Anstrengungen, die unternommen werden, um „das Leben in den Griff“ zu kriegen, ist man mit so vielen Unwägbarkeiten und so viel Unbeeinflussbarem konfrontiert, dass die Anstrengungen nur dann von Erfolg gekrönt sind, wenn sich die Dinge fügen.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Vor Allem frage ich mich: Wer hat es im Griff?
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Meiner Meinung nach niemand. Das Leben ist in meinen Augen auch nicht „dafür da“, um gemeistert sondern gelebt zu werden. Was am Ende dabei herauskommt, ist – glaube ich zumindest – unerheblich, jedenfalls für den einzelnen selbst (à la „Der Weg ist das Ziel.“). Dass es große Dinge gibt, die von Menschen geschaffen und der Nachwelt hinterlassen wurden, steht außer Frage.
Zitat:
Zitat von odysseus05
Lange Zeit hat mein kleiner Verstand mein Leben fest im Griff gehabt. Rein materiell gesehen ziemlich erfolgreich.
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Findest Du wirklich, dass Du (bzw. Dein Verstand) das Leben im Griff hatte und für die Erfolge zuständig war? Ich stelle mir vor (ohne Dein Engagement in Frage zu stellen), dass Du auch ziemlich viel „Glück“ gehabt haben musst, wenn Du so erfolgreich warst!?!
Zitat:
Zitat von odysseus05
Trotzdem wurde ich immer unglücklicher.
Irgendwann habe ich losgelassen, den festen Griff glockert und dem Leben mehr "Freiraum" gegeben.
Ich habe mich irgendwie von ein paar Fesseln gelöst. Seitdem verläuft mein Leben irgendwie entspannter
Und diese Entspannung hilft mir Ziele festzulegen, die von Herzen UND Verstand akzeptiert werden.
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Meinst Du mit „das Leben im Griff haben“ am Ende noch etwas anderes als ich? Ich meine damit nicht, mit einer gewissen Zielstrebigkeit vorzugehen, sondern die Vorstellung, Kontrolle über die Ereignisse des Lebens zu haben. Wenn gesagt wird, jemand habe sein Leben nicht im Griff, verstehe ich es so, dass damit gemeint ist, dass demjenigen die Kontrolle über die Ereignisse seines Lebens entgleitet.Liebe Grüßetumbler
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17.10.2008, 17:41
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Das Leben "leben" oder "in den Griff kriegen"? Beitrag #8 (permalink)
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Gast
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Hallo Narr,
Zitat:
Zitat von Der_Narr
Nichts,kann man tun,würde ich sagen,um das Leben zu leben.
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Ich hatte gefragt; was kann man eigentilich anderes tun, als (nicht um) in jedem Moment sein Leben zu leben?
Zitat:
Zitat von Der_Narr
Das Leben lebt aus sich selbst herraus. Jeder Eingriff darinn wäre in meinen Augen fatal,und würde bedeuten dass man sein leben eben nicht lebt. Allerdings der Aspekt des Eingriffs wäre wieder ein Aspekt sein Leben zu leben. Also lassen wir es doch besser...oder? Und lassen es so wie es ist,und kommt. Lassen wir es so wie es ist und kommt,dann leben wir unser Leben.
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Eben, darauf wollte ich nämlich hinaus, dass diese Aufforderung „Lebe Dein Leben“ irgendwie Unsinn ist. (Inspiriert wurde ich durch Deinen nachfolgend zitierten Beitrag.)
Zitat:
Zitat von Der_Narr
Was heisst denn sein Leben zu leben? Weiss man im Vorraus wie das Leben auszusehen hat welches man zu leben hat? Ich finde das immer lustig wenn jemand sagt:"Lebe dein Leben" Wenn zu diesem Leben der Aspekt der Angstüberwindung gehört, so lebt man doch sein Leben,und kann niemals eine universelle Ausrede für etwas sein. Ich frage mich,wer gibt eigentlich vor wie ein Leben was zu leben ist aussehen muss?
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Nicht nur, dass niemand vorgeben kann, wie ein Leben zu leben ist; ich sehe es so, dass wir in jedem Augenblick, in dem wir leben, unser Leben leben – wessen Leben denn sonst und was sonst als es zu leben?Die Behauptung, jemand lebe sein Leben nicht, mag bedeuten, dass jemand nicht alle Möglichkeiten ausschöpft, die das Leben zu bieten hätte - aber wer entscheidet, was für wen besser ist? Somit ist die Aussage, jemand lebe sein Leben nicht, herabwürdigend, weil derjenige, der diese Aussage macht, sich damit in die Position zu begeben versucht, beurteilen zu können, was für einen anderen Menschen das Beste wäre.Liebe Grüßetumbler
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