Da Geist in allem ist, was - egal in welcher Dimension -
ist, wirkt, wird, vergeht etc. ist natürlich auch die Seele nicht ohne Geist.
Wenn die Seele etwas will, ist im Willen Geist (inwieweit bewusst, hängt von der jeweiligen Seele ab)
Wenn die Seele etwas empfindet oder ein Gefühl in ihr schwingt, dann kann auch dieses Gefühl bzw. die Empfindung nicht ohne Geist sein.
Wenn die Seele denkt (z.B. mit Hilfe des Gehirns - geht aber auch ohne) dann ist da Geist wirksam.
Da das Denken von allen Seelen-Tätigkeiten am bewusstesten und in unserer Zivilistation zumindest in Form des Intelelktes sehr leicht zu handeln ist, ist für das Denken das Wort Geist am gebräuchlichsten.
Der für viele Menschen "höchste" bewusst erlebbare Punkt ihres Geistes ist das Bewusstsein, das alles, auch das noch so geistige Denken, wahrnimmt und lenken kann. Im Laufe des Lebens ändert sich vielleicht das Bewusstsein von diesem Bewusstseinspunkt - aber die Qualität bleibt immer gleich, egal was man bewusst erlebt.
Hier ist etwas Überzeitliches erlebbar, wie ein winziges Loch aus dem Ewigen dass immer im Hier und Jetzt in Raum und Zeit und in die inneren Seelenlandschaften schaut.
Das ist ein winziger aber sehr wesentlicher Zipfel unseres individuell göttlichen Geistes der noch geistiger und noch spiritueller, noch himmlischer und schöpferischer ist als unsere Seele.
Dass das nicht mehr üblich ist, so klar zu unterscheiden, hat in der Geschichte Europas der Vatikan verursacht. Per Konzilbeschluss wurde der Geist des Menschen abgeschafft. Es durfte nur noch Seele und Körper geben. Das war etwa im 9.Jahrhundert. Und hat sich tief in das allgemeine Denken eingefressen. Selbst viele Kirchengegner der Neuzeit hielten diese Vorgabe der Kirche für so selbstverständlich, dass sie nicht merkten damit ein Dogma der Kirche übernommen zu haben.
Geist ist überall - von der tiefsten Hölle bis zu den höchsten Höhen göttlicher Welten. Nur ist er nicht überall gleich. Sonst wäre ja alles ein totlangweiliger Einheitsbrei (wenn auch bequem für diejenigen, die zwar gerne von Spiritualität reden, aber noch zu bequem sind ihren eigenen Geist wirklich bis zum Letzten anzustrengen).
Die Seele umfasst von dem Ganzen aller Dimensionen nur einen kleinen Ausschnitt: Materie, Welt der Lebenskräfte, Seelenwelten bis an die unterste der höheren Geist-Dimensionen.
In der Esoterikszene wird oft das Wort "Seele" für den göttlichen Funken in uns (der eigentlich rein geistig ist) benutzt. Da muss man also immer wieder sich verständigen, was man nun mit welchem Wort meint.
Woher dieser "verdrehte" Wortgebrauch kommt, konnte mir bisher noch niemand erklären.
Ich vermute, dass es mit ungenauen Übersetzungen aus anderen Sprachen zu tun haben könnte, in denen nicht so wie im deutschen zwischen Geist und Seele unterschieden werden kann. Oder es ist wirklich noch ein Erbe der katholischen Kirche bei dem man nicht weiß, woher es kommt. Natürlich gibt es auch viele andere Möglichkeiten.
So ist das eine für mich noch sehr offene Frage!