Hallo zusammen,
ich möchte Euch in diesem Beitrag
an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.
Freuen würde ich mich natürlich auch
über eigene Erfahrungen und Tipps...
Nun aber:
Es geht um das Thema
Umgang mit Konditionierungen.
Konditionierungen sind Verhaltensmuster,
die automatisch auf bestimmte Reize erfolgen.
Ein Beispiel:
Ich habe in der Kindheit irgendwann angefangen
mich gegen Zornausbrüche meines Vaters zu wehren.
Das heißt jedes Mal wenn das Muster laut & aggressiv
auftaucht, gehe ich fast instinktiv in Verteidigungsstellung.
Die Atmung wird schnell und flach.
Die Körpermuskulatur spannt sich an.
Der Herzschlag wird schneller.
Die Gedanken und Gefühle
beschäftigen sich mit der Abwehr.
Dies passiert wie gesagt sehr schnell und automatisch.
Die Schwierigkeit ist, dass sich die Gefühle hochschaukeln
und eine Diskussion sehr schwer wird.
Alles ist auf "Sturm" programmiert.
Nun ja, ich glaube, wenn es ein realer Angriff ist,
dann mag das ja vielleicht o.k. sein.
Ich habe jedoch beobachtet,
dass eine Diskussion sehr schnell in Streit ausartet
und eine Eskalation vorprogrammiert ist.
Hinterher fühle ich mich ziemlich schlecht und ausgebrannt.
Ich war nicht Herr der Situation,
ich war Sklave meiner Konditionierung.
Um dieses Sklaventum zu beenden,
habe ich nach Werkzeugen gesucht.
Ich denke, Jeder kennt Situationen,
wo man automatisch reagiert und nicht wirklich
stolz auf seine Reaktion ist.
Hinterher bedauert man sogar oft,
so reagiert zu haben.
Im Alltag habe ich diese Methode entwickelt...
Man sollte vorab klären, welches Verhalten nicht o.k. ist
und es erforschen, zu seinem Ursprung gehen,
z. Bsp. in Form einer
Meditation bzw. Kontemplation.
Taucht dieses Verhalten auf, dann kann man es beobachten,
so als wenn man außerhalb dieser Situation steht
und sich selbst beobachtet.
Man schaut sich genau an,
was mit den Gedanken, Gefühlen, mit dem Körper passiert.
So gewinnt man Distanz und wertvolle Informationen über sich selbst.
Wenn die Situation sehr stark ist
und die Gefahr trotz Beobachtung sehr groß ist,
dass man sich in ihr verstrickt,
kann man folgendes mal probieren.
Exkurs:
Meine Vorstellung ist,
dass in jedem Menschen ein Teil ist,
der meiner Vorstellung nach in der Nähe des Herzens wohnt,
der unbewußt unser Leben koordiniert,
der über Erfahrung und Weisheit aus vielen Leben verfügt,
in dem unser wahres Potenzial verborgen ist,
der sehr viel lässiger mit unserem Problemchen umgehen würde und
der uns Zugang zum Göttlichen verschaffen kann.
Ich habe versucht,
Vertrauen gegenüber diesem Teil in mir zu entwickeln,
mich diesem Teil wie einem großen Bruder anzuvertrauen.
Ich hatte in einer schwierigen Situation
diese Worte vernommen:
"Vertraue mir"
Es war nicht die Stimme meiner Gedanken.
Die Worte waren voller Wärme.
Ich hatte mir danach vorgestellt,
wie sich mein kleines Ich im Kopf
diesem großen Bruder anvertraut,
sich seiner großen Weisheit, Güte und Kraft hingibt.
Ich visualisierte dies,
indem ich mir vorstellte,
wie ich mich in seine Hände lege,
und fühlte Frieden, Wärme und Geborgenheit.
Ich wußte, dass ich vor nichts Angst haben muss.
Im Ergebnis verschwand das negative Gefühl
und es stellte sich große Ruhe ein.
Die Gedanken kamen zum Erliegen.
Diese Ruhe verhalf mir die Situation
ganz anders zu sehen und
so auch anders damit umzugehen.
Ich benutze diesen "Anker",
wenn mein kleines Ich, mein Verstand
sich wieder in etwas verstrickt,
dies durch Beobachten erkannt habe
und es trotzdem
eine Eigendynamik entwickelt.
In dieser Situation
werfe ich diesen Anker.
Aber auch außerhalb
schwieriger Situationen,
versuche ich Kontakt mit diesem Teil in mir aufzunehmen.
Ihm dankbar zu sein.
Ihm Liebe zu senden.
Ihm meine Aufmerksamkeit zu schenken.
Ja, das sind so meine Erfahrungen.

Liebe Grüße
Stefan