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Shanti, ihr Lieben...

Stefan [odysseus05] schreibt in seinem
Blog:
"...
in den letzten Tagen habe ich das Gefühl, dass sich das Puzzle mehr und mehr zusammenfügt. Die einzelnen Teile bekommen nun einen Sinn."
Das empfinde als sehr treffend fuer die Entwicklung zur Selbst-Erkenntnis.
Ein Puzzle-Spiel ist wirklich ein guter Vergleich fuer die Kultivierung des Selbst.
Zuerst erscheint alles ganz unuebersichtlich, und ich setzte zaghaft ein Teil an das naechste.
Ich muss noch viel suchen, um die passenden Teile zu finden, die einen ersten Anfang ergeben.
Sobald sich jedoch der Anfang entwickelt, steigt Freude und Begeisterung in mir auf.
Schließlich kann ich schon gewisse Strukturen und Formen des Bildes erkennen.
Zeitweilig ist es jedoch der Fall, dass ich ein Puzzle-Teil aufnehme, das scheinbar nicht paßt.
Ich versuche es dann, irgendwie ins Bild hereinzudruecken, doch dies mißglueckt natuerlich.
Wie erfreut bin ich aber ploetzlich, wenn ich, wie aus heiterem Himmel, das richtige Teil finde.
Mit der Zeit formt sich das Bild immer mehr zu seinem Ursprung.
Das verleiht mir schon ein gewisses Maß an Zufriedenheit.
Aber es kann noch schwierig werden, denn es gibt noch Teile die sich scheinbar aehnlich sind, jedoch zueinander in voelligem Gegensatz stehen.
Hier gilt es, meinen Fokus einmal etwas genauer einzustellen, um mich etwas intensiver zu konzentrieren.
Erstaunlicher Weise lassen sich die letzten Teile des Puzzles wieder ganz einfach einsetzen.
Doch, o Schreck...
Das letzte Teil des Puzzles ist verschwunden.
Ich schaue ueberall nach, kann es aber nirgendwo finden.
Verzweiflung kommt auf; schließlich bin ich es gewohnt, dass alles vollstaendig ist!
Wie kann mir nur so etwas geschehen?
Dann faellt mir ein, dass das Puzzle vielleicht nicht ganz vollstaendig war, als ich es mir zulegte.
Ich betrachte also mein irdisches Werk, worueber ich einerseits eine gewisse Art von Stolz empfinde, zum anderen aber auch traurig und zornig bin, weil ich mir vorwerfe, nicht gleich von Anfang an gruendlich genug gewesen zu sein...
Haette ich doch nur die Puzzle-Teile vorher gezaehlt..
Haette ich doch nur das Puzzle genommen, dass ich zuerst nehmen wollte, waehrend mir mein Verstand diktierte, ein anderes zu nehmen.
Haette, haette, haette...
Ok, denke ich, so ist das Leben, und zerstoere das Puzzle mit einer einzigen Bewegung.
Yoh, denke ich, wie die tantrischen Buddhisten mit ihren Sand-Mandalas...
Die Zeit vergeht wie der schnell eilende Strom eines Flusses...
Wie ein dahinfliegender Vogel am Himmel...
Als ich das Puzzle schon laengst vergessen habe, bewegt sich ploetzlich mein Arm wie von selbst, waehrend ich mit meinem Denken ganz woanders bin.
Meine Hand senkt sich in meine Tasche und fuehlt das fehlende Puzzle.
Welch einzigartiges Gefuehl der Erkenntnis, welch tiefer Strom innener Glueckseligkeit...
Welch Lachen und Weinen zur Einheit verschmolzen...
Und ich schaue mich um...
Teufel noch mal, niemand da, der was davon mitgekriegt hat...
Macht nichts MACHT NICHTS...Wunder kann man eh nicht vermitteln...
Wunder ergeben sich von selbst, wenn ich am wenigsten darauf gefaßt bin...
Halte ich nach ihnen Ausschau, scheinen sie sich zu verbergen...
Versuche ich sie zu erzeugen, zerinnen sie wie Wasser, das ich mit den Haenden halten will...
So finde ich auch meine Erkenntnisse auf Wegen, die mir bisher unbekannt waren...
So finde ich auch mein Selbst in mir, wenn es sich allein durch sich selbst offenbart...
Mit guten Gedanken
Anzeraq