Zitat:
Zitat von Velda
Lieber Stefan
Vielen Herzlichen Dank für Deine langen Zeilen. Ich war in der Nacht viel zu berührt um zu antworten. Dass Du mir so viel Zeit gewidmet hast...
Deine Worte und Deine Anleitung haben mir sehr geholfen. Du hast Recht, ich habe wohl sehr viel Arbeit vor mir. Aber das ist mir egal. Hauptsache es geht wieder aufwärts! In der Tat habe ich grosse Mühe, mich zu konzentrieren. Z.B schon die Gedanken "in mein Herz" zu schicken ist anstrengend. Aber ich bemerke bereits eine Beruhigung/Verbesserung. Schon komisch, dass die negativen Gedanken ständig da und ich mir solche Mühe geben muss, das Gute zu sehen. Bzw. zu spüren...
Gerne würde ich mehr über die von Dir vorgeschlagenen Meditation erfahren.
Einen schönen Abend und 
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Hallo,
es ist schön zu hören, wenn es Dir etwas besser geht.
Für den Anfang kannst Du mit der
Liebenden Güte Meditation anfangen...
Nimm Dir dafür einmal pro Tag 20-25 min. Zeit.
Eine ruhige Umgebung wäre gut.
Schau, dass Du nicht zu müde bist.
Die Meditation kannst Du auch gern morgens machen,
so fängt der Tag gleich mit guten Gedanken an.
Ich mache es so...
Ich setze mich auf einen Stuhl,
zünde eine Kerze an und komme langsam zur Ruhe.
Dabei beobachte ich meinen Atem ganz genau,
wie er durch die Nase einströmt, sich in der Lunge verteilt,
und aus der Nase wieder austritt. Ich versuche so viele Details
wie möglich zu erfassen.
Nach 3-4 Atemzügen falte ich die Hände.
Ich bedanke mich bei Gott, dass ich meditieren kann,
dass er jetzt bei mir ist und auf mich aufpasst.
Dann lockere ich mich mit den Techniken des autogenen Trainings.
Dabei sag ich mir im Inneren:
Mein Hals ist entspannt (jeweils so 3-4 Mal)
Meine Schultern sind schwer, ganz schwer (jeweils so 3-4 Mal)
Meine Arme sind schwer, ganz schwer (jeweils so 3-4 Mal)
mein Rücken ist schwer, ganz schwer (jeweils so 3-4 Mal)
meine Hüfte ist schwer, ganz schwer (jeweils so 3-4 Mal)
meine Beine sind schwer, ganz schwer (jeweils so 3-4 Mal)
Danach wiederhole beim Ausatmen das Wort "Schwere"
und fühle wie die Schwere vom Kopf bis in die Füße gleitet
und den Körper richtig schwer macht.
Das mache ich dreimal.
Mit dieser Entpannung lege ich dann los.
Meistens haben wir die Liebe im Herzen verschlossen.
In der ersten Phase geht es darum sein Herz zu öffnen und
die Liebe rauzulassen, die dort immer drin war und gewartet hat.
Dabei denk ich an kleine Kinder.
Kleine Kinder kann man nur lieb haben.
Stell Dir vor, Du bist eines dieser kleinen Kinder.
Fühle wie sich Dein Herz ein wenig öffnet.
Denke nun an einen ganz besonders lieben Menschen in Deinem Leben.
Erinnere Dich wie stark diese Liebe ist oder war.
Öffne Dein Herz noch weiter.
Stell Dir nun vor dass Du die Liebe Gottes einatmest,
wie ein warmer sehr heller Strom Liebe Dich erfüllt.
Beim Ausatmen verteilst Du diese Liebe in Dir
(dieses Procedere beibehalten: seine Liebe einatmen, beim Ausatmen Liebe in sich verteilen),
Fang irgendwo an, z. Bsp. in den Armen:
Fühle wie ein warmer Strom Liebe sich oben in den Armen bis in die Finger verteilt. Fühle wie gut es Dir tut.
Verteile diese Liebe überall in Deinen Körper.
Ist der Körper angefüllt,
laß die Liebe ein wenig aus den Körper austreten,
sodass sie sich wie eine Seifenblase oder Kugel um Dich herum bildet.
Nun ist so viel Liebe in Dir, dass Du sie weitergeben kannst.
Stell Dir nun vor wie Du diese Liebe an eine Person weitergibst,
die Du überhaupt nicht magst.
Drück sie an Dein Herz, wie eine Mutter ihr Kind.
Füll diese Person mit Deiner Liebe bis oben hin auf.
(Du kannst beim Einatmen weiterhin Gottes Liebe atmen
und beim Ausatmen die Person Deine Liebe schenken).
Nimm nun eine weitere Person, die Du nicht magst
und füll auch sie bis oben hin mit Deiner Liebe.
Drück sie an Dein Herz und sieh wie gut es dieser Person dabei geht,
wie gut es ihr tut.
Nun gehst Du nacheinander über zu den Eltern, Geschwistern, Verwandte, Freunde, Bekannte usw.
Bist Du damit fertig atmest Du Gottes Liebe ein
und verteilst sie beim Ausatmen in Deinem Körper.
Nun läßt Du die Liebe nach draußen fließen.
Laß Die Liebe an die Menschen in Deinem Haus fließen,
an die Menschen in Deinem Ort,
an die Menschen in Deinem Land,
und nun stell Dir vor,
Du nimmst die Erde in die Hände,
drückst sie voller Liebe an Dein Herz,
und füllst auch sie mit Deiner Liebe,
ihre Berge, ihre Ozeane, ihre Wüsten und Wiesen,
eben alles.
Und nun stell Dir vor,
wie Du allen Pflanzen und danach allen Tiere
dieser Erde Deine Liebe schenkst
(ich stelle mir meistens ein paar Arten vor, wie Bäume, Insekten, Bären, Löwen, Affen usw.)
Und dann stell Dir vor,
wie Du allen Menschen Deine Liebe schenkst
Am Schluss schenke ich Gott meine Liebe.
Ich atme seine Liebe ein
und beim Ausatmen schenke ich ihm meine Liebe
dabei fühle ich, wie ich immer mehr eins mit ihm werde,
wie die Liebe ihn und mich immer näher bringt.
Hast Du das gemacht,
dann richte die Liebe wieder auf Dich und
fülle Dich noch einmal bis oben hin mit dieser Liebe.
Mach nun noch ein paar ruhige Atemzüge.
Achte genau auf den Atem.
Nun komme langsam zurück.
Fühle die Luft,
öffne ganz langsam die Augen
und bleib noch ein ganz wenig sitzen,
dabei kannst Du die Kerze anschauen.
Bedanke Dich mit einem Lächeln
und stehe langsam auf.
So das war die erste Meditation.
Diese Meditation ist in Asien sehr bekannt und sehr wichtig.
Kleine Kinder lieben diese Meditation.
Mir hilft die Meditation dieses Gefühl in mir zu entwickeln.
Liebe ist von allen positiven Gefühlen das stärkste.
Wenn Du 4 Wochen jeden Tag einmal diese Meditation gemacht hast,
dann fühlst Du Dich anders. Diese Liebe wird Dich mehr und mehr im Alltag begleiten.
Ich fange den Tag morgens an, dass ich mir selbst ein guten Morgen wünsche. Dabei stehe ich vor dem Spiegel, lächle und wünsche mir einen schönen Tag.
Bei den Mahlzeiten halte kurz inne.
Stell Dir vor wieviele Menschen gearbeitet haben,
um allein ein Brot herzustellen: der Bauer, Müller, Spedition, Bäcker, Verkäufer usw.
Sei dankbar, dass die Menschen dies getan haben.
Sprich ein leises Dankeschön und fühle die Dankbarkeit (das ist sehr wichtig).
Was Du mit diesen Übungen tust,
ist, dass Du in das Gefäß mit negativen Gefühlen,
sehr starke positive Gefühle zugibst.
Dadurch hellt sich die Flüssigkeit auf.
Wenn Du den Tag außerdem mit
guten Gefühlen beginnst,
dann bist Du etwas stabiler gegen negative Gefühle.
Bevor Du einschläfst, erinnere Dich an die Liebe.
Mach ein kleines Abendgebet.
Bedanke Dich bei Gott, dass er Dir hilft Dein Leben gut zu machen.
Stelle Dir vor, dass er Dir hilft und Alles gut ist, fühle es.
Fühle Die Liebe von ihm und Deine Liebe zu ihm.
So kannst Du einschlafen.
Auf keinen Fall solltest Du mit Ängsten oder negativen Gedanken einschlafen. In diesem Fall mach Dir immer wieder bewußt,
dass er immer bei Dir ist und Dich sehr lieb hat.
Ich freue mich,
wenn Du mir berichten würdest,
ob es ein wenig geholfen hat.
Der nächste Step wäre
den Körper, die Gedanken und die Gefühle zu beobachten.
Damit es für Dich aber nicht zu viel wird,
probiere erst mal und wenn Du das Gefühl hast,
weiter zu wollen,
schreib mir halt.
Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute.
Du kommst aus dieser Phase wieder heraus,
Du wirst dann stärker und ein wenig weiser sein
und mit dieser Kraft Anderen helfen können,
denen es schlecht geht.
Liebe Grüße
Stefan
P.S.:
Dies ist die Metta-Sutta,
die Lehre von der liebenden Güte.
Es ist in Asien so bekannt wie bei uns das Vater unser.
"Wem klargeworden,
dass der Frieden des Geistes
das Ziel seines Lebens ist,
der bemühe sich um folgende Gesinnung:
Er sei stark,
aufrecht und gewissenhaft,
freundlich, sanft und ohne Stolz.
Genügsam sei er,
leicht befriedigt,
nicht viel geschäftig und bedürfnislos.
Die Sinne still, klar der Verstand,
nicht dreist, nicht gierig sei sein Verhalten.
Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen,
wofür ihn Verständige tadeln könnten.
Mögen alle Wesen glücklich sein
und Frieden finden!
Was es auch an lebenden Wesen gibt:
ob stark oder schwach,
ob groß oder klein,
ob sichbar oder unsichtbar,
fern oder nah,
ob geworden oder werdend -
mögen sie alle glücklich sein!
Niemand betrüge
oder verachte einen anderen.
Aus Ärger oder Übelwollen
wünsche man keinem irgendwelches Unglück.
Wie eine Mutter mit Ihrem Leben
ihr einzig Kind beschützt und behütet,
so möge man für alle Wesen und die ganze Welt
ein unbegrenzt gütiges Gemüt erwecken:
ohne Hass, ohne Feindschaft,
ohne Beschränkung nach oben, nach unten
und nach allen Seiten.
Im Gehen oder Stehen,
im Sitzen oder Liegen
entfalte man eifrig diese Gesinnung:
dies nennt man Weilen im Heiligen.
Wer sich nicht an Ansichten verliert,
Tugend und Einsicht gewinnt,
dem Sinnesgenuss nicht verhaftet ist -
für den gibt es keine Geburt mehr."