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08.03.2008, 17:05
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #1 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.03.2007
Beiträge: 544
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Wozu brauchen wir Schubladen?
Hallo Miteinander!
Seit ich denken kann, lebe ich meine Spiritualität... sie ist ein Teil meines Lebens... ein ganz "natürlicher".... ich lebe und tue, was ich tue.... einfach so, neben meinen "normalen" Beruf, neben meiner Familie... irgendwie ist es für mich nie wichtig gewesen, dafür eine "Schublade" zu finden.
Doch in letzter Zeit erlebe ich immer mehr, dass Menschen mich fragen, was ich eigentlich sei? Und ich sage: "Ich bin ich? Wozu brauchen wir denn Schubladen?"
Ist es wichtig, sich selbst in eine Schublade zu setzen, oder sich darin stecken zu lassen? Mit einem großen Schild wie z.B. Medium, Hellseherin, Heilerin, Wahrsagerin, Prophetin, Schamanin, Hexe, Drache,.... oder als was sich Menschen heutzutage sonst noch gerne bezeichnen... versehen.
Ich mag keine Schubladen, habe das Gefühl, es engt mich ein, beschränkt mich in meiner individuellen Entwicklung... und ist gleichzeitig auch immer "übertrieben" und anmaßend.
Ist ein Mensch der tanzen kann, ein Tänzer? Ja, vielleicht in dem Moment, in dem er es gerade tut... Doch wenn er zuhause am Brötchen schmieren ist... würde man ihn wohl kaum als Tänzer betiteln? Oder wie funktionieren diese Schubladensysteme, in denen man von anderen so gerne verstaut wird?
Und ich höre viele Fragen, wie z.B. : Woher weißt du... weshalb fühlst du das... wie machst du dies oder jenes... weshalb bist du wie du bist... was bist du????????
Oder sie fragen mich: "Ich kann dieses und jenes...was bin ich jetzt? Bin ich dies ... bin ich jenes..???"
Wie seht ihr das? Braucht IHR diese Schubladen? Und wenn, wozu dienen sie? Wem helfen sie wirklich? Gibt es wirklich stimmige Schubladen, die einen individuellen spirituellen Wesen, wie einem Menschen, gerecht werden können?
Nachdenkliche 
Schwarz-Erle
Geändert von Schwarzerle (08.03.2008 um 17:09 Uhr)
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08.03.2008, 17:36
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #2 (permalink)
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Weite Schwingen
Sternzeichen:
Registriert seit: 27.02.2008
Alter: 47
Beiträge: 5.042
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Hey Schwarz-Erle,
also das ist eine wirklich gute Frage mit der ich mich regelmäßig rumschlage.
Regelmäßig bin ich soweit mich überhaupt nicht irgendwie zu bezeichnen.
Dann wieder schwenke ich um.
Momentan bin ich mal wieder soweit, mich als Schamane zu bezeichnen.
Erstens - als reine Beschreibung dessen was ich tue und womit ich mich verbunden fühle. Da fühle ich mich dem Schamanismus sehr nah. . .dem ganzen Hexentum aber z.B. sehr fern.
Und ja. . .es durchdringt völlig natürlich mein Leben und meinen Alltag.
Von daher bin ich natürlich etwas empfindlich, wenn im Grunde alles was man sich mal eben so ausdenken kann als Schamanismus bezeichnet wird.
Zweitens - weil es doch schneller umschreibt was ich mache als wenn ich erst zehn Minuten lang erzähle (bzw. schreiben muß) was ich mache.
Drittens - und das ist wohl Kernpunkt: Weil niemand wirklich so bescheuert (sorry) sein kann wirklich Schamane sein zu WOLLEN und ich permanent Ausreden vor mir selbst suche warum ich nun doch vielleicht sowas nur ein wenig - am Rande - so ohne tiefere Verpflichtungen - wann es eben Spaß macht. . . .etc. mache.
Die Momente in denen ich dann doch wieder auf diesen Begriff einschwenke sind die, in denen mir wieder ganz deutlich klargemacht wird daß es da nur ein Ganz oder Garnicht gibt.
Es dient vor allem mir selbst als Bekräftigung von etwas, das ich so eigentlich garnicht wirklich will.
Schon garnicht weil wir hier eigentlich eine solche Tradition garnicht haben und es nötig ist, eine solche zu entwickeln die zu Ort und Zeit paßt.
Naja. . .momentan ist es mal wieder so und ich bin gespannt wann ich mich wieder diskret von den Aufgaben zurückziehen will . 
Soviel erstmal dazu.
Gruß,
Milan
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08.03.2008, 17:53
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #3 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Sternzeichen:
Registriert seit: 09.02.2007
Ort: bei Münster/Westf.
Alter: 59
Beiträge: 2.053
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Hallo!
"Schubladen-Denken" ist verpönt, sicher mit Recht, Bezeichnungen haben aber ihre zwei Seiten, wie du schreibst, Rotmilan.
Darauf war ich noch gar nicht gekommen: wenn ich als etwas Bestimmtes ausgebildet oder eingeweiht bin, ist es eine Orientierung für mich selbst und für andere, mich so zu bezeichnen, damit das auch gelebt wird und andere Nutzen daraus ziehen können.
Auf der anderen Seite engen feste Vorstellungen ein, und man wächst im Laufe der Zeit darüber hinaus. Schließlich gilt einfach nur noch: Ich bin.
Zitat:
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Und ich höre viele Fragen, wie z.B. : Woher weißt du... weshalb fühlst du das... wie machst du dies oder jenes... weshalb bist du wie du bist... was bist du????????
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Wenn ich so etwas gefragt werde, freue ich mich. Es zeigt mir, dass andere auch Interesse an Spiritualität haben, und ich erzähle gerne, was ich erlebe und tue.
Wenn jemand sich ein eine Schublade einsortieren möchte, kann das vorübergehend hilfreich sein, finde ich. Es kann eine Weise sein, sich selbst und seine Möglichkeiten kennen zu lernen. Wenn die Lade zu eng wird, merkt man das schon.
Herzliche Grüße
Marjul
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08.03.2008, 19:28
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #4 (permalink)
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Chaosmagier
Registriert seit: 21.01.2008
Beiträge: 4.473
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Liebe Schwarzerle,
mir geht es genauso wie dir.
Obwohl ich viel heile, mag ich mich nicht als Heiler bezeichnen, weil ich genausoviel zerstöre.
Jeder Mensch ist das, was er ist: ein Individuum, und keine Bezeichnung und keine Schublade kann einem Individuum gerecht werden.
Dennoch hat auch das Schubladendenken seine Daseinsberechtigung, sonst würde es nicht existieren.
Es hilft, das komplexe Leben überschaubar zu machen.
Ich glaube, dass ohne Schubladendenken (das wohl jeder von uns praktiziert) unser Verstand hoffnungslos überfordert wäre, weil er sich die ganzen Einzelheiten jedes Individuums, dem er begegnet, gar nicht merken könnte.
Und so merkt man sich halt die Schublade (Zhantee = Spinner, oder so).
Dafür reichts dann gerade noch.
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08.03.2008, 19:29
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #5 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.03.2007
Beiträge: 544
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Hallo Miteinander!
Danke für eure Anmerkungen... hat mich auch wieder zum Grübeln gebracht ... 
@Lieber Milan:
Ja, vielleicht hat es auch etwas mit dem Annehmen von bestimmten Aufgaben zu tun... oder mit dem nicht Annehmen wollen... Bedeutet das, dass du dich jetzt, wenn du dich Schamane nennst, ganz dieser Aufgabe widmest...auch beruflich gesehen... lebst du davon... bist du in jeder Minute deines Tages ein Schamane?
Übrigens habe ich mich jetzt auch ein Jahr lang in einer schamanischen Ausbildung befunden... bin jetzt aber ausgestiegen, weil mir die "Schamanen", bzw. jene die sich in Foren und im echten Leben so nennen... zumindest jene, die ich bisher kennen lernte (bis auf eine Ausnahme) absolute Angeber und Protzer waren... einer hat mich sogar mit einem Schadenszauber belegt, weil ich ihn anscheinend zuwenig beachtet habe ... da kann man doch echt kein Verständnis mehr haben ... ???!!
Und ich entschied für mich, ich kann meine schamanische "Ader" leben... mit und ohne Ausbildung ... und den Titel "Schamane" bekommt man meines Wissens nach sowieso erst von anderen verliehen....
@Lieber Marjul:
Zitat: "Wenn ich so etwas gefragt werde, freue ich mich. Es zeigt mir, dass andere auch Interesse an Spiritualität haben, und ich erzähle gerne, was ich erlebe und tue."
Wie sind denn bei dir normalerweise die Reaktionen darauf? Sind sie positiv? Können die Menschen damit umgehen?
Bei mir sind es wohl oft die Reaktionen (in meinem Alltagsleben!), weshalb ich darauf nicht mehr antworten mag... ist danach oft so, dass mich Menschen ganz komisch, manche sogar etwas ängstlich ansehen... manche meiden mich regelrecht... andere wiederum sind einfach nur skeptisch und wollen mich ständig "austesten"... andere haben hingegen so hohe Erwartungen in meine "Gaben", dass ich mir wirklich kein "normales" Verhalten wie z.B. Witze erzählen oder Quatsch machen... wie jeder Mensch... mehr erlauben kann... Fehler machen, ist nicht mehr gestattet 
Manchmal mache ich es etwas ironisch... und nenne mich eine "Hexe" (habe keine entsprechenden Ausbildungen !), vor der man sich besser in Acht nehmen sollte...  Was die Menschen damit anfangen können... mir egal... mal abgesehen davon, dass ich noch nie in eine Schublade wollte 
In meinen diversen Ausbildungen (berufliche und esoterische Richtungen)... hatte ich immer wieder das Problem, dass ich mich als nichts Konkretes bezeichnen mag... Auch wenn ich eine Ausbildung zur Mechanikerin für Strickmaschinen absolviert habe (ursprünglich)... habe ich mich nie als Mechanikerin bezeichnet... sondern als Mensch mit einer Ausbildung zur...
Heißt das nun, dass ich Angst habe meine Aufgaben GANZ oder GARNICHT (hat glaub ich Milan geschrieben) anzunehmen? Oder bin ich eben noch auf der Suche? Oder ist es eben ein Tick von mir  ???
Wie seht ihr dieses Schubladendenken?
Fühlt ihr euch wohl in einer Schublade?
Und wen Ja, wie heißt die Bezeichnung einer solchen "Lade", in der ihr euch wohlfühlt?
Wie ist das Leben in Schubladen?
Welche Vorteile bringt es euch?
......
Weshalb kann ich Schubladen so schlecht leiden  ?
Neugierige
Schwarz-Erle
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08.03.2008, 19:34
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #6 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.03.2007
Beiträge: 544
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Liebe Zhantee!
Zitat:
Zitat von Zhantee
Liebe Schwarzerle,
mir geht es genauso wie dir.
Obwohl ich viel heile, mag ich mich nicht als Heiler bezeichnen, weil ich genausoviel zerstöre.
Jeder Mensch ist das, was er ist: ein Individuum, und keine Bezeichnung und keine Schublade kann einem Individuum gerecht werden.
Dennoch hat auch das Schubladendenken seine Daseinsberechtigung, sonst würde es nicht existieren.
Es hilft, das komplexe Leben überschaubar zu machen.
Ich glaube, dass ohne Schubladendenken (das wohl jeder von uns praktiziert) unser Verstand hoffnungslos überfordert wäre, weil er sich die ganzen Einzelheiten jedes Individuums, dem er begegnet, gar nicht merken könnte.
Und so merkt man sich halt die Schublade (Zhantee = Spinner, oder so).
Dafür reichts dann gerade noch.
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Danke für deine Antwort... du hast mich zum Schmunzeln gebracht... ich "spinne" nämlich auch für viele... und stecke in dieser Schublade... und Ja, auch ich denke in Kathegorien, wie alle Menschen. Doch bei solchen Dingen bin ich eher zögerlich...eben, weil wir genauso viel schaden wie heilen... ebenso viel Macht ausüben wie helfen... und alle nur Menschen sind 
Ich fühle mich in meinem Herzen mit allen Spinnern der Welt verbunden... darf ich dich kurz mal drücken ... schon passiert 
Liebe Grüße
Schwarze-Erle
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08.03.2008, 19:43
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #7 (permalink)
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Weite Schwingen
Sternzeichen:
Registriert seit: 27.02.2008
Alter: 47
Beiträge: 5.042
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Liebe Schwarz-Erle,
ich habe das Gefühl, daß es sich da weniger um Schubladen sondern eher um linguistische Vorlieben handelt. 
Über Geschmack läßt sich nicht streiten.
Die Sache mit dem Annehmen einer Aufgabe. . . .also das ist halt meine Sichtweise so für mich ganz alleine.
Das übertrage ich nicht auf andere und das sollen andere sich nur zueigen machen wenn sie sich auch 100%ig damit identifizieren können.
Über den Begriff "Schamane" und was ich damit verbinde und was ihn in meinen Augen ausmacht. . .Ausbildungen etc. . . .darüber sollte ich wohl in der "Schublade Schamanismus" dieses Forums schreiben.
Hier nur soviel:
Für mich ist das kein Titel oder eine Ehrenbezeichnung.
Es ist einfach die Bezeichnung für eine Bürde.
Und die verpassen Dir die Geister.
Edit:
Ach eines noch: Als ich mehr und mehr sah wer sich so alles Schamane nennt und sich berufen fühlt, in dem Bereich "auszubilden" - da verzichtete ich erstmal darauf mich als Schamane zu bezeichnen.
Grüße vom
Milan
Geändert von Rotmilan (08.03.2008 um 19:46 Uhr)
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08.03.2008, 19:51
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Wozu brauchen wir Schubladen? Beitrag #8 (permalink)
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 27.03.2007
Beiträge: 544
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Hallo Milan!
Du lebst also wirklich nach deiner Bestimmung?! Hut ab, denn ich denke, das ist wirklich eine Bürde, die sich viele nicht vorstellen können...
In meiner Ausbildung sagte die Ausbildnerin immer wieder zu mir, in drohendem Ton, dass ich mir nicht aussuchen kann, ob ich als Schamanin arbeiten will oder nicht... dass dies schon bestimmt sei...und mich die Spirits, wenn ich mich ihnen widersetzen, sogar "bestrafen" würden???!!! Das hat mich echt abgeturnt... hat mir die Freude daran genommen... Ob ich wieder auf diesen Pfad zurück kommen werde... mal sehen... ganz hat mich das Thema noch nicht losgelassen...
Schön dass es Menschen wie dich gibt
Schwarz-Erle
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