Hallo ihrs,
Auf dem Mittelalterfest des vergangenen Wochenende ist mir eine alte Bekannte über den Weg gelaufen, die mich nun doch grübeln lässt...
Eigentlich war diese Person vor Jahren eine Freundin von mir, die in einem Bücherladen arbeitete. Oft besuchte ich sie zum Schluss ihrer "Schicht" auf ihrer Arbeitstelle, kaufte hin und wieder ein Buch (ich bin eine Leseratte) und quatschte dann mit ihr die letzten Minuten, ehe wir gemeinsam nach Hause fuhren.
Als sie dann allerdings anfing, mir vorzuschreiben, was ich mir alles an Büchern kaufen sollte, fühlte ich mich bedrängt und ich zog mich zurück.
Ich habe sie in all diesen Jahren nur einmal gesehen, nachdem sie geheiratet und ein Kind bekommen hatte. Nun sah ich sie auf dem Fest wieder.
Sie sprach mit mir, als hätten wir uns nie getrennt und erzählte mir von ihrem Kind: Du weisst ja, dass der Kleine ja nun zur Schule geht, du weiss ja hier, du weisst ja da.
Irgendwann unterbrach ich sie und erklärte, sie würde mir diese Dinge so erzählen, als würden wir uns jede Woche mindestens einmal sehen. Sie stockte zuerst und meinte dann: Nnn...nein, das nicht. Aber wir treffen uns ja schliesslich jedes Jahr hier auf dem Mittelalterfest!
Da ich ein Mensch bin, der sich hinterfragt, habe ich die Freundin, die dabeistand gefragt, ob wir die Bekannte schon einmal hier getroffen hätten. Diese verneinte auch und wollte sowieso schon fragen, wer sie sei.
Die Bekannte war richtig durcheinander. Sie erklärte mir dass sie absolut überzeugt gewesen wäre, dass wir jedes Jahr an diesem Ort aufeinander trafen und dann wieder über alles sprachen, was es so zu erzählen gibt.
Irgendwie "schockt" mich diese Erfahrung etwas. Mir war bisher noch nicht bewusst, inwiefern ein Mensch sich sein Leben sozusagen "erfinden" könnte.
Grübelnde Grüsse
Kangiska