Ich finde den Begriff Gnostik eh sehr verwirrend und an sich nicht wirklich aussagekräftig.
In meiner Loge wurde auch dauernd über die Auslegung dieses Begriffes debattiert und so wertvolle Zeit vergeudet ^^
Interessant ist er dennoch und zwar deswegen, weil an der Art und Weise wie andere Menschen darauf herumreiten und beharren oft erkennbar ist, welch Geistes Kind sie wirklich sind.
Die meisten Verfechter der Gnosis, die ich erlebt haben, sagen Gnosios, und meinen damit Flucht in den wie auch immer gearteten Wahn Übermenschen zu sein, oder zumindest einen elitären Anspruch zu haben dem Sie angehören. Diese Definition scheint sie dann der nötigen Selbstreflexion zu entheben, denn sie kennen ja den geheimen Schlüssel.
Aus diesem Gedankengut leitet sich vermutlich auch die Unfehlbarkeitsthese des Papstes ab.
Mein Fazit zum Thema ist, je mehr sich jemand auf diesen Terminus bezieht und sich darin vertieft, um so mehr entfernt er sich aus dem Bereich, in dem er zur Erkenntnis fähig ist. Denn Erkenntnis des Wahren selbstes setzt voraus das man offen und unvoreingenommen auf sich und seine Umwelt schauen kann, um so die entsprechenden Schlüsse ziehen zu können, aus denen sich Erkenntnis ableiten lässt.
Mir ist mittlerweile ein allzu intellektuelles gefasel zuwieder geworden, da es mit dem Leben oft unvereinbarbar ist. Originär sein bedeutet selbst zu leben und zu denken, meine eigenen Worte zu gebrauchen. Ich werde nicht zu einem "Großen Denker" indem ich die Aussagen von Großen Philosophen nachspreche, sondern indem ich sie selber denke.
Ich hab Menschen erlebt, die da sitzen und sich im Alkoholrausch befinden und die damit verbundenen Leere im Kopf (vermutlich durch abgestorbene Hirnzellen) als Gnosis bezeichnen. Das Nennt man in meiner Welt beginnendes
Korsakow Syndrom. ^^