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Empathie / Sensitivität

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Alt 24.06.2010, 00:40   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #1 (permalink)
Flügelschlag
Amsel Mamsell
 
Benutzerbild von Flügelschlag
 
Registriert seit: 22.05.2008
Ort: Hier bei mir
Beiträge: 28
Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen?

Hallo ihr lieben Leute!

Ich hoffe, das Thema passt hier rein.

Wie soll ich das erklären? Der Titel erklärt schon einiges.
Ich nimm mir "sehr viel zu Herzen."
Es war schon viel schlimmer, ich hab manchmal furchtbare Probleme mich von Sachen abzugrenzen, die mich nicht direkt betreffen.
Es gab heute im einem Bekanntenkreis n heftiges Donnerwetter, Ehrlichkeit und Wahrheit kommt ans Licht und das ist auch gut so.
Es ging nicht um mich, aber ich fand das son heftig, dass über eine Person heftig gelästert wurde, die nicht anwesend war.
Ich hab mich so elendig gefühlt, weil so böse über die nicht anwesende Person gesprochen wurde.
Sie hat mir sehr leid getan.
Irgendwann hab ich gezittert und mich von dem Kreis ausgeschlossen.
Zuhause wurd ich dann von jemand anderes angeprochen, und ich hab echt nur gehört " mir gehts schlecht, mir gehts schlecht."
Ich hab gemerkt, dass mir das dann zuviel geworden ist und mich zurückgezogen.
Danach war ich auf einmal traurig und hab in mein Tagebuch geschrieben.
Das hab ich mir vor einiger Zeit angelegt, dass ich Kummer schnell irgendwo abladen kann und danach hab ich mich besser gefühlt.
Dann wars soweit ok.
Ich hab n Manko mit dem Abgrenzen. Und ich hatte es in der letzten Zeit so gut im Griff.
Ich nehme mir dinge zu Herzen, die andere betreffen, Dinge zu Herzen, die man mir sagt.
Es gibt Leute, die versuchen mir Dinge ganz lieb zu sagen und meinen " Wir haben Angst, dass du nicht alles erträgst"!
Dann gibt es Leute, die mir auch mal was klar und deutlich und energisch sagen. Ich hab das Gefühl, dass ich mit beiden Arten nach einer Weile gut umgehen kann, im 1. Moment fühl ich mich immer betroffen.
Und weiß doch, dass es ehrlich ist was sie meinen und dass dieses betroffene Gefühl ( ich zuck richtig zusammen) stimmt, wenn ich ehrlich zu mir bin.
Ich will ehrlich zu mir sein, klabuster die Sachen dann auseinander und versuch es für mich umzusetzen.
Ich will nicht jammern, ich hab on den letzten Wochen einiges für mich erreicht, das ist so schön, ich hab das Gefühl endlich mal meinen Weg zu verfolgen.
Aber dann läuft grad alles gut, und jetzt kommt wieder diese Herzensgeschichte hoch?
Was ist das? Ne Prüfung? Ich dachte, ich hätte damit abgeschlossen, dieses Thema und jetzt fühl ich mich einzig und allein in diesem Punkt auf einmal wieder wie am Anfang.
Kann sein, dass ich morgen wieder so zuversichtlich wie sonst bin.
Ich will das endlich erreichen, da ist etwas in mir, dass das endlich erreichen will, aber wie schafft man sowas?
Manche sagen: Einfach machen aber wie???

Ich höre immer nur, Nimm dir nicht alles zu Herzen, und wenn ich frage wie das geht, krieg ich ne Antwort, Das kommt einfach mit den Jahren.
Also heißt das, da muss ich durch und das kommt von allein? Oder kann ich irgendwas machen, dass das besser wird?

Ich fühl mich grad wie n trotzkopf. Und das will ich doch auch nicht...

Sorry den chaotischen langen Post...
Flügelschlag ist offline  
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Alt 24.06.2010, 09:58   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #2 (permalink)
Gast20551
Gast
 
Registriert seit: 11.01.2010
Beiträge: 0
Blog-Einträge: 2
Guten Morgen

lass mich direkt zum Thema "zu Herzen nehmen" kommen. Dein Bericht erzählt zwar viel, doch zwischen den Zeilen kommt - meiner Meinung nach - nur eine Sache zum Vorschein.
"Zu Herzen nehmen" könnte man jetzt auch wörtlich nehmen: Ein bestimmter Umstand tritt in Dein Leben und Du "nimmst" ihn dann in Dein Herz. Von dort aus belastet Dich dieser Umstand dann.
Nehmen wir als Beispiel die Situation, wo in einem kleinen Kreis mit böser Zunge über eine dritte Person gesprochen wird.
Zunächst ist zu sagen, dass es für Dich spricht, wenn Du Dich unwohl dabei fühlst. Da sagt etwas über Deinen Charakter aus. Der Punkt ist aber: Du hast Mitleid! Mitleid ist kontraproduktiv, in nahezu jeder Hinsicht. Viele Menschen verwechseln Mitleid jedoch mit Mitgefühl. Wenn Du "mit leidest", schadest Du sowohl Dir, als auch der Person, der dieses Leid gilt. Diese Person kann sicher kein Leid gebrauchen, eher Mitgefühl. Verstehst Du?

Zurück zum eig. Thema:
Ich empfehle Dir nun etwas, wobei ich ganz klar betonen möchte, dass Du Dir keine Ergebnisse in den nächsten Stunden / Tagen erhoffen solltest. Diese Sache braucht Zeit und erfordert ein langsames, aber permanentes Umstellen Deiner inneren Einstellung und Vorgehensweise. Wenn Du mit der Zeit jedoch Erfolg hast, ist dieser dauerhaft. Also:
Wenn Du Dich das nächste Mal dabei ertappst, dass Du Dir wieder etwas zu Herzen nimmst, gehst Du NICHT in dieses alte Muster zurück, sondern entscheidest bewusst, die Angelegenheit zu hinzunehmen, wie sie ist. Wenn Emotionen hochkommen, nimm sie an und verdränge sie nicht. Beispiel: Du möchtest NICHT mitleiden, aber genau dieses Leid spürst Du! Das ist normal. Es geht nicht darum, das Leid zu unterdrücken, sondern wertungsfrei passieren zu lassen. Beobachte dieses "Leid" oder "das zu Herzen nehmen" und geb Dich dem Gefühl hin und akzeptiere es. Bewerte es nicht in gut und böse, ärgere Dich nicht über Dich selbst, sondern nimm...es..an!

Bitte versuche das und es ist auch normal wenn Du Anfangs denkst "ich schaff das doch eh nicht". Vertraue dieser Übung, setz Dich nicht unter Druck und gebe Dir selbst Zeit. Einen möglichen Schlüssel hast Du nun bekommen. Bedenke, dass sich alte, modrige Holztüren nur langsam öffnen. Aber sie gehen auf!

Alles Liebe Dir und ich hoffe ich konnte Dir einen kleinen neuen Denkansatz vermitteln

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Gast20551 ist offline  
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Alt 25.06.2010, 17:03   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #3 (permalink)
Flügelschlag
Amsel Mamsell
 
Benutzerbild von Flügelschlag
 
Registriert seit: 22.05.2008
Ort: Hier bei mir
Beiträge: 28
Vielen lieben Dank für deine Antwort.

Besser hätte man das nicht beschreiben können, Dankeschön!

Es scheint manchmal so schwer zu sein, was hinzunehmen. Und dabei ist es doch so leicht?
Und warum leid ich überhaupt mit? Was ist der Sinn dadrin?
Das Allerschlimmste, ich krieg irgendwie manchmal leichte Schuld Gefühle, wenn ich mich aus so Sachen ausklinker. Wieso? Ich mein ich mach die mir ja selbst. Aber wieso?
Flügelschlag ist offline  
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Alt 25.06.2010, 17:22   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #4 (permalink)
Gast20551
Gast
 
Registriert seit: 11.01.2010
Beiträge: 0
Blog-Einträge: 2
Meine Liebe,

ich verstehe Dich sehr gut. Doch manchmal sollte man die Dinge einfach akzeptieren, ohne sie krampfhaft verstehen zu wollen. Weisst Du, mit unserem begrenztem Verstand können wir sehr vieles nicht begreifen oder verstehen - das ist der Grund, warum so viele Dinge mißverstanden und/oder als Humbug abgetan werden.

Zu Deiner Frage: Mitleid hat keinen wirklichen Sinn in meinen Augen. Es ist eine tausende von Jahren alte Programmierung. Nehmen wir ein absichtlich krasses Beispiel:
Eine Mutter verliert ihr Kind, was wohl DER Supergau jeder Mutter ist. Trauer hat nun natürlich oberstes Recht, aber kein Leid. Denn wenn Du leidest, schadest Du Dir selbst mit einer sehr niedrigen Schwingung, als auch Deinem Umfeld. Denn du "strahlst" Dein Leid unbewusst aus. Mitgefühl und Liebe für die Seele des Kindes ist sehr viel besser. Aber nachvollziehen können das natürlich nur diejenigen, die offen sind für Begriffe wie "Seele" und sich der wahren Bedeutung des so genannten Todes bewusst sind.

zu Deinen Schuldgefühlen:
Das ist normal. Du hast ein schlechtes Gewissen, weil Du Dich sorgst, als "schlechter" Mensch da zu stehen. Ich verstehe das, doch bedenke bitte, dass dieses "ausklinken" lediglich ein Akt des Selbstschutzes ist. Du brauchst ja nicht gleich zu einem Egoisten zu werden, aber wenn Du den Ansatz eines unguten Gefühls verspürst, solltest Du handeln. Meiner Meinung hast Du das richtige getan.
Wenn Dich jmd fragt warum Du Dich ausgeklingt hast, kannst Du ehrlich und mit reinem Gewissen sagen, dass Du dieser Sache - welcher auch immer - weder Deine Energie (=Kraft) noch Deine Zeit geben möchtest. Diese Worte kann man so kleiden, dass sich das Gegenüber nicht angegriffen fühlt . Egal wie das Gegenüber reagiert: Du klingst Dich zu DEINEM WOHL aus - nicht selten sind das die ersten Anzeichen auf dem Weg zur bewussten, bedingungslosen Liebe

LG
Ava
Gast20551 ist offline  
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Alt 26.06.2010, 02:22   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #5 (permalink)
mauretania
löwenstern
 
Benutzerbild von mauretania
 
Registriert seit: 05.02.2007
Ort: BW
Beiträge: 9.632
Blog-Einträge: 1
Hallo Flügelschlag, ich kenne diese Gefühle auch aus eigener Erfahrung. Meine Umwelt versteht nicht, dass mich Vieles sehr stark berührt und mitnimmt.
Mir hilft mein Glaube, ich gebe diese Menschen mit ihren Problemen dann an Gott ab und bitte ihn, zu helfen. Vielleicht sagt dir der Gelassenheitsspruch etwas:

Gott gibt mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann
und die Kraft,
Dinge zu ändern,
die ich ändern kann
und die Weisheit,
das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Mauri
mauretania ist offline  
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Alt 27.06.2010, 00:15   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #6 (permalink)
Gast9644
 
Registriert seit: 01.04.2008
Beiträge: 0
Sobald du erkannt hast, dass es kein richtiges Helfen ist, bei anderen Angelegenheiten den Kopf hinzuhalten und mitzuleiden - wird sich etwas ändern.
Wenn du helfen willst, ist das ok. Aber du kannst nur dann anderen richtig helfen, wenn du dir selbst helfen kannst.
Alles beginnt und endet in dir, in deiner Wahrnehmung. Auch wenn dich Schuldgefühle plagen, vertraue auf dein innerstes Gefühl.
Andere Menschen zu führen, statt mit ihnen in ihrem Leid zu ertrinken bringt Besserung.
Du kannst das, wenn dir bewusst wird, dass dies einer starken Basis bedarf, deiner Basis! Wenn du noch einmal in eine solche Situation kommst, stell dich vor die Wahl,
entweder du sprichst die Ungerechtigkeit an und stehst dafür ein, oder du nimmst
sie an (was nicht heißt, dass du ebenso ungerecht bist) und lässt los.
Solange du dich für ein Ausweichen (mitleiden) entscheidest und weder konfrontieren noch annehmen kannst, ist deine Basis nicht stark genug.
Das wird mit der Zeit! Habe Vertrauen in dich selbst!
Gast9644 ist offline  
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Alt 27.06.2010, 02:03   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #7 (permalink)
Flügelschlag
Amsel Mamsell
 
Benutzerbild von Flügelschlag
 
Registriert seit: 22.05.2008
Ort: Hier bei mir
Beiträge: 28
Ich danke euch sehr für eure Antworten.

@ Avatar: Ja, die Angst als schlechter Mensch dazu stehen, das hab ich oft noch im Hinterkopf.
Auch so n langer Prozess.

Du klingst Dich zu DEINEM WOHL aus - nicht selten sind das die ersten Anzeichen auf dem Weg zur bewussten, bedingungslosen Liebe
Heißt das, wenn ich mich selbst am wichtigsten nehme ( Selbstliebe, Selbstannahme) und endlich mal auf das höre, was ich möchte, dass ich dann eher dahin komme wo ich hinmöchte?

Heute hab ich es geschafft, mich sofort aus einer Situation auszuklinken, das hat sehr gut getan.
Flügelschlag ist offline  
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Alt 27.06.2010, 02:11   Wie schaff ich es mir nicht mehr alles zu sehr zu Herzen zu nehmen? Beitrag #8 (permalink)
Gast22124
Gast
 
Registriert seit: 10.04.2010
Beiträge: 0
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