Hallo Ihr Lieben,
heute schreibe ich mal über ein Thema, dass mich jetzt vielleicht nicht zwingend stört, aber schon belastet. Meine Mutter hat durch einen Experten herausgefunden, dass ich offensichtlich ein Soziphobiker bin. Erst habe ich alles in mich hereingefressen und es nicht für Ernst genommen - aber heute musste ich mich dann doch mal darüber informieren, was genau Soziophobie bedeutet.
Soziophobie ist ein jemand, der vor Menschen Angst hat, sich vor Ablehungen fürchten oder vor Erwartungen, die er nicht erfüllen können. Man fürchtet, dass ihre Angst durch Nebensymptome wie Angst oder Nervosität zeigt und die Angst noch verstärkt.
Es ist so, dass ich ein - von Einstellung her - positiv denkender Mensch bin, der sich von nichts so leicht unterkriegen lässt, sich seinen Schwächen durchaus bewusst ist und akzeptiert hat und auch daran arbeitet, die Schwächen in Stärken umzuwandeln. Dass jeder Mensch Schwächen hat, ist vollkommen normal. Aber ich würde gerne ein Leben ohne Angst führen, ein Leben, in dem ich mich wohl fühle und mit anderen Menschen so umgehe, wie sie mit mir umgehen.
Es gibt Bereiche, in denen ich mich wohl fühle, zum Beispiel der Kirmes. Gehe gern auf Rummelplätze, fahre Karussells und fotografiere gern, treffe mich auch mit anderen Rummelfreunden und habe dort nicht das Problem der Hemmung. Ich unterhalte mich auch nahezu reibungslos mit Schaustellern, die ich gut kenne und habe damit kein Problem. Nachdem Erfolgserlebnis komme ich dann nach Hause, mache mir neue Hoffnung, es endlich besser zu machen und strahle förmlich.
Doch dann kommt die Schule. Schon auf dem Schulweg beginnt wieder die Angst. Ich will nicht sagen, dass ich grundsätzlich Angst vor jemand habe - ich mag auch meine Klassenkameraden, die sich sehr korrekt gegenüber mir verhalten - aber es ist die Angst, zu versagen. Heute war auch wieder so eine Situation. Sitzkreis - ein Ding, dass ich gar nicht mag. Und dann musste ich auch noch vor der ganzen Klasse reden. Ist fast schiefgegangen, hab es durch Vordenken, was ich sagen will, gerade noch so geschafft. Oder auch letztens in der Mathestunde - ich will irgendetwas sagen, melde mich, und der Lehrer nimmt mich dran. Dann will ich was sagen und es kommt nur Gestottere raus.
Ich will so nicht sein und nehme mir auch ständig vor, mich zu ändern. Hab auch gedanklich mit meinem alten Leben abgeschlossen, weil ich mich vor allem in der Schule ändern musste, alle schlechten Sachen auf ein Papier geschrieben, es zerrissen und in den Bachlauf geworfen, um auch seelisch mit dem Alten Leben abzuschließen. Leider hat es noch nicht ganz funktioniert. Positiv festzuhalten gilt, dass ich mehr Selbstvertrauen habe, als vor den Ferien. Aber, immer wenn ich im Mittelpunkt stehe, fühle ich mich unwohl, mein Herz beginnt zu flattern. Obwohl dies ja eigentlich etwas schönes ist.
Aber es ist einfach die ständige Angst, zu versagen, die mich nicht aus mich rauskommen lässt. Ich habe Angst, dass ich nicht dass rüberbringen kann, was ich eigentlich will oder es nicht schaffe. Die Angst, von den Mitschülern lächerlich gemacht zu werden. Ich bemühe mich immer, und die letzten Tage hat es auch verhältnismäßig gut geklappt. Aber irgendwie wird die Angst immer stärker in letzter Zeit und macht mich richtig fertig - weshalb ich nun auch diesen Beitrag schreiben musste, um mal ein wenig Druck abzulassen. Dann fühle ich mich auch wieder ein wenig besser. Vor allem, wenn ich wieder etwas gut gemacht habe, wird mein Selbstbewusstsein stärker. Aber wenn ich dann wieder was vergeigt habe, dann ist meine Stimmung wieder total down und ich ärgere mich wieder über mich selbst, weil ich so eigentlich nicht sein möchte, wie ich bin und endlich mein Leben mit den anderen teilen möchte.
Ebenfalls nimmt mich das Thema mit dem anderen Geschlecht mit. Ich würde gerne mal wieder ne Freundin haben. Und auf Festen tausche ich auch oft Blicke aus. Dann kommt es mal zu einem Näheren Kontakt, jemand spricht mich an - und ich werde wieder nervös, weiß nicht was ich sagen soll, schaue nur auf den Boden und weise sie quasi ab. Am Ende ärgere ich mich wieder dumm und dämlich, wie besch**** ich mich wieder verhalten habe ...
Was meint Ihr dazu? Wie seht Ihr meine Situation? Was kann man dagegen tun?