Ja- man spürt, wenn die Zeit gekommen ist!
Ich habe meinen Vater im März dieses Jahres verloren

Ich hatte ihn kurz vor seinen Unfall gesehen um meine Mutter für einen Arztbesuch abzuholen…es war ein Abschied der in meinem Herzen eine merkwürdigen Schmerz hinterließ.
Ich wunderte mich erst über diese Gefühlsintensität, die zwischen uns statt fand.
Dann kamen die Zweifel, da stimmt was nicht, ich fragte ihn noch:“ wo gehst du hin?“. „Ich gehe mit Sissi spazieren“!
Der tägliche Spaziergang mit dem Hund, nichts ungewöhnliches.
Nach dem wir das Haus verlassen hatten, also meine Mutter und ich, spürte ich den Drang meinen Vater noch einmal zu sehen.
Ich kannte den Weg, den er mit dem nahm, doch er war einfach nicht da, ich konnte ihm nicht nach schauen um mein seltsames Gefühl los zu werden.
Die Zeit war knapp, wir sollten schon längst bei dem Arzt eingetroffen sein, der meine Mutter untersuchen sollte.
Endlich kamen wir bei dem Ärztehaus an, in dem wir den zuständigen Arzt vermuteten…war nichts, der ist in einem anderen Haus. Die Parkplatzsuche war eine Tragödie.
Der zweite Versuch, gleich um die Ecke sollte es sein, wieder ins Auto und einen Parkplatz suchen, scheiterte ebenfalls.
Wir fanden ihn in einem Neubau in der nächsten Straße.
Die Zeitverzögerung nervte mich gewaltig.
Meine Mutter ist krank und ich war gestresst, doch sehr geduldig.
Nach dem wir die Praxis verlassen hatten, überkam mich ein seltsames Gefühl und ich musste an meinen Vater denken, meine Gedanken waren wieder mit diesen seltsamen Gefühlsregung beladen.
Ich wollte meiner Mutter nichts sagen und wir gingen noch kurz Lebensmittel für die Beiden einkaufen. Ich drängte meine Mutter, sich zu beeilen, ich wollte so bald als möglich zu Papa.
Nach ca. 2,5 Stunden kamen wir zu Hause an und meine Mutter sagte noch;“ wo ist Papa? Normaler Weise öffnet er die Tür und nimmt uns die Einkaufstüten ab.“
Auch ich hatte eine Vorahnung und bete : „Lass ihn bitte die Türe öffnen“!
Doch nichts geschah, nicht einmal der Hund bellte.
Wir schlossen die Türe auf, ich mit vier Tüten beladen, da sah ich meinen Papa am Boden liegen ……mein Herz tobte! Ich ließ die Einkaufstüten fallen und rannte zu ihm.
Er atmete noch, doch er war unansprechbar.
Dann brach das Chaos aus…Mama weinte und rief den Namen meines Vaters. Ich hatte so eine Angst, dass meine Mutter auch noch umfällt, denn sie ist Herzkrank. Ich holte Hilfe von den Nachbarn, nahm den Hörer und rief den Notarzt. Wie ich das gemacht habe, kann ich heute nicht mehr sagen.
Das Gespräch mit dem diensthabenden Arzt brachte die traurige Gewissheit: er war gestürzt, die Folge ….eine massive Gehirnblutung.
Mein Vater wird nicht mehr aufwachen…es kann Tage, Wochen, Monate oder vielleicht Jahre dauern.
Ich habe meinen Vater 2 Wochen bis zu seinem letzten Atemzug begleitet. Er ist friedlich eingeschlafen. Ich bin dankbar, dass ich bei ihm sein konnte.
Es war endgültig, seine war Zeit da!
Ich hatte es gespürt!
Und durfte nichts dagegen tun!