Der junge Mann trat ein,- zuerst schlängelte sich sein rechter Arm durch die Tür, dann sein Bein und Stück für Stück folgte sein Körper bis der junge Mann ganz im Raum stand.
Der Raum war pechschwarz,- nicht die Hand vor Augen war zu sehen,- und selbst der junge Mann selbst probierte dies immer wieder um durch den Windhauch seiner wedelnden Hand zu bemerken, dass er seine Augen offen hielt.
Einige Räume zuvor war es ihm passiert, dass er bemerkte, dass seine Augen geschlossen waren.
Allerdings kann er sich nicht daran erinnern, was der Unterschied sein soll,- ob sie nun offen oder geschlossen sind, das scheint letztlich ohne Belang.
So lang seine Erinnerung zurück recht müht er sich durch Räume,- alle gleich groß und gleich dunkel Wobei er die Größe nicht wahrnehmen kann,- er schätzt sie gleich groß. Vor einiger Zeit noch stand er und brüllte. Brüllte um Gehör, um Hilfe, um Licht. Das Brüllen hat er schon aufgegeben – denn er machte ihn nur heiser, brachte ihn aber kein Stück weiter. So begann er sich zu besinnen – und mit den Händen zunächst die Wand zu suchen und ihnen dann den Weg an der Wand lang zu folgen. Ein Lichtschalter war es, den er erhoffte, um zumindest zu erkennen in welchem Haus er sich befand.
Kurz,- ganz kurz – wähnte er sich dem Ziel so nahe: im Dunkel des Raumes begannen kleine Lichtblitze Hoffnung zu versprechen. Hier und da – immer wieder.
Ein unbeschreibliches Glücksgefühl übermannte nun seinen geschwächten Körper.
Die Erinnerung von Glück – die eben so kurz anzuhalten schien wie die Zeit in eben jenem Moment und das Licht an sich. Denn dass das so ersehnte Licht nicht real war zeigte sich sogleich, als er feststellen musste, dass seine Augen geschlossen waren.
Das Licht nichts anderes als Blitze seiner Nerven – eine andere Erklärung konnte er sich nicht geben. Er hatte einige Zeit – waren es Sekunden, Stunden, Jahrhunderte damit verbracht in Zweifel und Erschöpfung zusammenzubrechen. Rieb seine Hände an seinen Augen bis diese schmerzten, um die Lichtwellen aus surrealer Helligkeit und Finsternis als das so lang ersehnte Ende seines Weges zu akzeptieren.
Und doch stand er wieder auf,- mit den Händen an der Wand, entlang.
Und was er suchte das fand er auch. Unebenheiten von Wänden tauschten sich aus gegen die eine große Unebenheit – eine Klinke, eine Tür.
Die Tür die scheint`s die letzte sein konnte. Die letzte Tür hinter all den finsteren Räumen zuvor, in denen die Klinken und Türen in jeweils nur hatten in den nächsten unsichtbaren Raum aus Finsternis geführt.
Was er fand war die Beruhigung der Gewohnheit – der große Schrecken der Dunkelheit, die ihn in all der Reise zum Freund geworden war.
„Vielleicht“, so dachte er, „wäre es mal wieder Zeit, die Augen zu schließen, nur ganz kurz, um sich an das Licht zu erinnern.“