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22.04.2007, 13:11
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Verena und der Baum Beitrag #1 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 02.08.2006
Beiträge: 4
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Verena und der Baum
D E R B A U M
Verena sitzt unter der alten Linde, deren Blätter sich im lauen Sommerwind wiegen. Es ist. als ob der Baum eine Melodie vor sich hin singen würde. Jedenfalls fühlt es Verena so. Ach ist das schön, sagt sie zu sich selbst, es hat sich gelohnt, dass meine Eltern und Freunde sich dafür eingesetzt haben, dass sie jetzt noch unter diesem alten Baum sitzen kann.
Ja vor kurzem sah das noch nicht so aus. Im Gegenteil, da stand bereits fest, dass dieser Baum gefällt werden sollte. Er sollte Platz machen für die Erschaffung eines Bauplatzes. Jeder Zentimeter Land zählt und bringt Bares. Und ein Baum, der nimmt ja den Raum ein, den man zu Geld machen könnte. Ja, die Bäume haben es nicht leicht in unserer heutigen Zeit. Denn was bringen sie ein? Ja, das liebe Geld. Auf der einen Seite kann es sehr viel schönes und wertvolles bescheren, aber auf der anderen Seite nimmt es viel zu viel Gewicht ein in unserer Welt. Da wird der Wert eines Baumes gegen den eines Bauplatzes aufgerechnet und es ist ganz klar wer der Verlierer sein wird, natürlich der Schwächere, der sich nicht wehren kann und der viel zu wenig Lobby hat. – also ist der Verlierer der Baum. Und außerdem kann man doch einen jungen Baum dafür pflanzen – so wird das Gewissen, dass sich noch bei manchen Menschen im Untergrund regt, dann doch noch befriedigt. Aber so leicht ist das nicht. Habt ihr schon einmal erlebt, wenn es so richtig brütend heiss ist, und ihr vergeblich nach Schatten sucht – wie sich das anfühlt? In solch einer Situation würden wir uns alle wünschen, wir hätten die Bäume stehen lassen, denn sie hätten uns einen Ort der Zuflucht geschenkt. Der Sauerstoff, den unsere Bäume liefern, kann nicht mit Gold aufgewogen werden. Aber wem erzähle ich das, das wissen wir doch alle und doch hören viele von uns einfach weg. Es ist ja auch viel einfacher zu sagen, das kann ich doch nicht ändern, anstellte sich konsequent zu engagieren.
Verena fällt in einen tiefen Schlaf ein und der Baum erzählt ihr seine Geschichte. Sie kann sie hören, weil sie jetzt mit ihm verbunden ist. „Ich lebe schon lange hier“, spricht der Alte mit einer ruhigen Stimme. „Und weist du, ich habe so viel Schönes gesehen aber auch viele düstere Zeiten erlebt. Wenn du dich jetzt umsiehst, kannst du alles sehen, was jetzt für euch Menschen unsichtbar geworden ist. Oh ja, Verena eröffnet sich eine wundersame Welt. Unendlich viele bunte Schmetterlinge tummeln sich neben summenden Bienen, die Welt ist erfüllt mit Vogelgezwitscher und die farbenprächtigen Blumen duften eine schöner als die andere. Feen und Zwerge kümmern sich um das Gedeihen der Pflanzen und sorgen dafür, dass es genug zu essen und zu trinken gibt für alle. Und Verena kann plötzlich die Sprache der Tiere und Pflanzen verstehen und wo jetzt nur noch der alte Baum steht, stehen ganz viele junge und alte Bäume, die sich miteinander unterhalten. Alles lebt, es ist eine Welt der Freude, der Harmonie und der Artenvielfalt. Und die Engel der Erde wandeln mitten unter den Menschen dieser Welt.
„Wo sind die alle hin“, fragte Verena traurig. „Ich habe sie noch niemals hier bei uns gesehen“. „Ja, weist du“, sagt der Alte, „sie haben sich zurückgezogen, weil die Menschen nicht mehr an sie glauben“. „Aber wie können wir sie zurück holen?“. „Ja, das ist nicht so einfach. Sie haben das Feld geräumt für jene, denen es völlig egal ist, was hier geschieht, Hauptsache sie haben ihren Profit“. „Was ist denn Profit“?
„Das ist etwas , was nicht greifbar ist, etwas was vergeht wie Asche im Wind. „Ja, aber das verstehe ich nicht, wer will denn schon Asche aufbewahren. Wenn ein Wind kommt, ist sie ja weg. Und sowieso was sollen wir denn mit so etwas, es ist doch von keinem Wert“. „So ist es“, sagt der Alte, „aber es hat sich so einen hohen Stellenwert bei den Menschen geschaffen, dass niemand mehr weiss, das es doch wertlos ist. „Ja aber, das finde ich ganz schön ungerecht, nur weil die Erwachsenen Profit wollen, sind die Engel der Erde gegangen. Ich wünsche mir so sehr, dass sie wiederkommen und dass alles wieder so wunderschön wird, wie es einst war. Meinst du ich kann etwas dafür tun, wo ich doch noch so klein bin?“. „In deinem Bewusstsein bist du schon gross und du hast nur einen kleinen Körper, aber in Wirklichkeit bist du viel grösser als so mancher; der dir an Körpergrösse und Lebensalter überlegen ist und der doch so klein geblieben ist in seinem Bewusstsein“.
„Aber ich habe grosse Angst, dass bis ich gross genug bin, um etwas unternehmen zu können, alle Bäume weg sind und die Engel dann niemals wiederkehren werden zu uns auf die Erde. Und dann ist alles dunkel hier und wir werden ohne Freude in Steinwüsten leben müssen. Wo können wir dann spielen und wo können wir dann im Gras liegen und die Vögel beobachten und vor allem, wie können wir dann unter so einem wunderschönen alten Baum wie du es bist, liegen und träumen. Ich habe grosse Angst, das alles vergeht! Und nur noch die Asche des Profit zurückbleibt und die wird dann verweht vom Wüstensturm, weil keine Bäume mehr da sein werden, die ihn aufhalten und die uns Schatten spenden können. „Ja, so kann es kommen, wenn alles so weitergeht wie bisher. Aber wenn Kinder, wie du, sich für uns einsetzten, haben wir eine Chance zusammen mit euch weiterleben zu können.
Und auf einmal ist es so, als ob ein Tor, dass lange Zeit verschlossen war, in Verena sich plötzlich geöffnet hat. Sie erinnert sich an sich selbst, als unsterbliche und verantwortliche Seele. Viele Lebensalter und viele Menschengeschlechter sind vergangen, so lange bin ich schon hier. Ich weis gar nicht mehr wie alt ich eigentlich bin, Vieles ist mir zwischenzeitlich gleichgültig geworden und wo es einst in mir geglüht hat vor Leidenschaft ist jetzt alles erkaltet. Ein Vulkan der Liebe und Freude ist erstarrt, weil ich vergessen habe, wer ich wahrhaftig bin. Ich bin ein Kind der grossen Erdenmutter, die für ihre Kinder immer gütig gesorgt hat und die sie alle unter ihrem bunten Kleid hat ausruhen lassen. Aber jetzt ist es so, dass diese Mutter keine Farben mehr hat, um das Leben auf dieser Erde bunt zu gestalten. Grau in grau und schwarz ist es geworden und die Farben sind ausgegangen, und die grosse Erdenmutter hat es sehr schwer, neue Farben entstehen zu lassen. Sie braucht uns alle – wir alles sind aufgerufen ihr tatkräftig dabei zu helfen.
Als Verena erwacht, weis sie was zu tun ist. Das erste ist es, dass sie euch alle diese Geschichte hiermit weitergibt, damit ihr alle sofort anfangt etwas gegen das Vergessen zu tun. Tut es jetzt und nicht morgen, weil es sonst sein kann, dass es kein Morgen mehr geben wird.
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10.07.2007, 13:07
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Verena und der Baum Beitrag #2 (permalink)
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 03.07.2007
Beiträge: 3
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Verena und der Baum

hat mir sehr gut gefallen, mach weiter so! 
Zitat:
Zitat von RunjaRei
D E R B A U M
Verena sitzt unter der alten Linde, deren Blätter sich im lauen Sommerwind wiegen. Es ist. als ob der Baum eine Melodie vor sich hin singen würde. Jedenfalls fühlt es Verena so. Ach ist das schön, sagt sie zu sich selbst, es hat sich gelohnt, dass meine Eltern und Freunde sich dafür eingesetzt haben, dass sie jetzt noch unter diesem alten Baum sitzen kann.
Ja vor kurzem sah das noch nicht so aus. Im Gegenteil, da stand bereits fest, dass dieser Baum gefällt werden sollte. Er sollte Platz machen für die Erschaffung eines Bauplatzes. Jeder Zentimeter Land zählt und bringt Bares. Und ein Baum, der nimmt ja den Raum ein, den man zu Geld machen könnte. Ja, die Bäume haben es nicht leicht in unserer heutigen Zeit. Denn was bringen sie ein? Ja, das liebe Geld. Auf der einen Seite kann es sehr viel schönes und wertvolles bescheren, aber auf der anderen Seite nimmt es viel zu viel Gewicht ein in unserer Welt. Da wird der Wert eines Baumes gegen den eines Bauplatzes aufgerechnet und es ist ganz klar wer der Verlierer sein wird, natürlich der Schwächere, der sich nicht wehren kann und der viel zu wenig Lobby hat. – also ist der Verlierer der Baum. Und außerdem kann man doch einen jungen Baum dafür pflanzen – so wird das Gewissen, dass sich noch bei manchen Menschen im Untergrund regt, dann doch noch befriedigt. Aber so leicht ist das nicht. Habt ihr schon einmal erlebt, wenn es so richtig brütend heiss ist, und ihr vergeblich nach Schatten sucht – wie sich das anfühlt? In solch einer Situation würden wir uns alle wünschen, wir hätten die Bäume stehen lassen, denn sie hätten uns einen Ort der Zuflucht geschenkt. Der Sauerstoff, den unsere Bäume liefern, kann nicht mit Gold aufgewogen werden. Aber wem erzähle ich das, das wissen wir doch alle und doch hören viele von uns einfach weg. Es ist ja auch viel einfacher zu sagen, das kann ich doch nicht ändern, anstellte sich konsequent zu engagieren.
Verena fällt in einen tiefen Schlaf ein und der Baum erzählt ihr seine Geschichte. Sie kann sie hören, weil sie jetzt mit ihm verbunden ist. „Ich lebe schon lange hier“, spricht der Alte mit einer ruhigen Stimme. „Und weist du, ich habe so viel Schönes gesehen aber auch viele düstere Zeiten erlebt. Wenn du dich jetzt umsiehst, kannst du alles sehen, was jetzt für euch Menschen unsichtbar geworden ist. Oh ja, Verena eröffnet sich eine wundersame Welt. Unendlich viele bunte Schmetterlinge tummeln sich neben summenden Bienen, die Welt ist erfüllt mit Vogelgezwitscher und die farbenprächtigen Blumen duften eine schöner als die andere. Feen und Zwerge kümmern sich um das Gedeihen der Pflanzen und sorgen dafür, dass es genug zu essen und zu trinken gibt für alle. Und Verena kann plötzlich die Sprache der Tiere und Pflanzen verstehen und wo jetzt nur noch der alte Baum steht, stehen ganz viele junge und alte Bäume, die sich miteinander unterhalten. Alles lebt, es ist eine Welt der Freude, der Harmonie und der Artenvielfalt. Und die Engel der Erde wandeln mitten unter den Menschen dieser Welt.
„Wo sind die alle hin“, fragte Verena traurig. „Ich habe sie noch niemals hier bei uns gesehen“. „Ja, weist du“, sagt der Alte, „sie haben sich zurückgezogen, weil die Menschen nicht mehr an sie glauben“. „Aber wie können wir sie zurück holen?“. „Ja, das ist nicht so einfach. Sie haben das Feld geräumt für jene, denen es völlig egal ist, was hier geschieht, Hauptsache sie haben ihren Profit“. „Was ist denn Profit“?
„Das ist etwas , was nicht greifbar ist, etwas was vergeht wie Asche im Wind. „Ja, aber das verstehe ich nicht, wer will denn schon Asche aufbewahren. Wenn ein Wind kommt, ist sie ja weg. Und sowieso was sollen wir denn mit so etwas, es ist doch von keinem Wert“. „So ist es“, sagt der Alte, „aber es hat sich so einen hohen Stellenwert bei den Menschen geschaffen, dass niemand mehr weiss, das es doch wertlos ist. „Ja aber, das finde ich ganz schön ungerecht, nur weil die Erwachsenen Profit wollen, sind die Engel der Erde gegangen. Ich wünsche mir so sehr, dass sie wiederkommen und dass alles wieder so wunderschön wird, wie es einst war. Meinst du ich kann etwas dafür tun, wo ich doch noch so klein bin?“. „In deinem Bewusstsein bist du schon gross und du hast nur einen kleinen Körper, aber in Wirklichkeit bist du viel grösser als so mancher; der dir an Körpergrösse und Lebensalter überlegen ist und der doch so klein geblieben ist in seinem Bewusstsein“.
„Aber ich habe grosse Angst, dass bis ich gross genug bin, um etwas unternehmen zu können, alle Bäume weg sind und die Engel dann niemals wiederkehren werden zu uns auf die Erde. Und dann ist alles dunkel hier und wir werden ohne Freude in Steinwüsten leben müssen. Wo können wir dann spielen und wo können wir dann im Gras liegen und die Vögel beobachten und vor allem, wie können wir dann unter so einem wunderschönen alten Baum wie du es bist, liegen und träumen. Ich habe grosse Angst, das alles vergeht! Und nur noch die Asche des Profit zurückbleibt und die wird dann verweht vom Wüstensturm, weil keine Bäume mehr da sein werden, die ihn aufhalten und die uns Schatten spenden können. „Ja, so kann es kommen, wenn alles so weitergeht wie bisher. Aber wenn Kinder, wie du, sich für uns einsetzten, haben wir eine Chance zusammen mit euch weiterleben zu können.
Und auf einmal ist es so, als ob ein Tor, dass lange Zeit verschlossen war, in Verena sich plötzlich geöffnet hat. Sie erinnert sich an sich selbst, als unsterbliche und verantwortliche Seele. Viele Lebensalter und viele Menschengeschlechter sind vergangen, so lange bin ich schon hier. Ich weis gar nicht mehr wie alt ich eigentlich bin, Vieles ist mir zwischenzeitlich gleichgültig geworden und wo es einst in mir geglüht hat vor Leidenschaft ist jetzt alles erkaltet. Ein Vulkan der Liebe und Freude ist erstarrt, weil ich vergessen habe, wer ich wahrhaftig bin. Ich bin ein Kind der grossen Erdenmutter, die für ihre Kinder immer gütig gesorgt hat und die sie alle unter ihrem bunten Kleid hat ausruhen lassen. Aber jetzt ist es so, dass diese Mutter keine Farben mehr hat, um das Leben auf dieser Erde bunt zu gestalten. Grau in grau und schwarz ist es geworden und die Farben sind ausgegangen, und die grosse Erdenmutter hat es sehr schwer, neue Farben entstehen zu lassen. Sie braucht uns alle – wir alles sind aufgerufen ihr tatkräftig dabei zu helfen.
Als Verena erwacht, weis sie was zu tun ist. Das erste ist es, dass sie euch alle diese Geschichte hiermit weitergibt, damit ihr alle sofort anfangt etwas gegen das Vergessen zu tun. Tut es jetzt und nicht morgen, weil es sonst sein kann, dass es kein Morgen mehr geben wird.
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08.10.2007, 08:01
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Verena und der Baum Beitrag #3 (permalink)
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Banned
Registriert seit: 02.03.2007
Ort: Schwarzwald und Schottland
Beiträge: 870
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Schööööööön! 
Und als Waldbaum fühle ich mich auch persönlich angesprochen.
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