Habt Ihr Euch eigentlich schon einmal gefragt, warum alles auf dieser Welt schneller, größer, höher sein muss? Nein? Ich habe mir die Frage schon gestellt und muss zugeben - ich habe keine Ahnung.
Warum müssen wir bei allen Angelegenheiten immer noch einen Draufpacken? Ich möchte nicht behaupten, ich hätte irgendetwas gegen diese Gesellschaft mit ihren technischen Entwicklungen. Ganz im Gegenteil. Aber der Mensch scheint doch mit allem was er tut nie zufrieden zu sein. Wenn ein Wolkenkratzer in den
USA über 200 Meter hoch ist, dann muss später in China einer noch höher sein. Flugzeuge werden immer schneller und größer. Und wenn ein Konzern soundso-viel Milliarden Euro umsetzt, dann muss im nächsten Jahr noch mehr zu machen sein. Über W-LAN-Verbindungen geht man per Laptop von wo auch immer ins Internet, empfängt oder versendet E-Mails auf PC oder Handy. Mit diesem wiederum kann man nicht nur telefonieren wo und wann man möchte, man kann SMS- versenden und Musik hören usw.
Alles gut und schön.. Der Mensch ist jedoch darauf konditioniert worden, dass diese Schnelllebigkeit normal für ihn ist. Keine Nachfrage, ob das überhaupt stimmt oder ob er sie braucht. Warum auch, wir haben ja für uns das Wochenende, also Freizeit. Freizeit? Das kann doch nicht bedeuten, dass ich an allen anderen Tagen der Woche gefangen bin?
Eigentlich schon, denn schließlich ist man tagtäglich in irgendeiner Tätigkeit gefangen, sei es die Arbeit oder die Familie. Irgendetwas oder irgendjemand nimmt uns ständig gefangen. Dann heißt es, dies muss ich – jenes muss ich noch, alles schnell, schnell schnell. Der Mensch hat aber nur 24 Stunden am Tag und daran wird und kann sich auch nichts ändern. Letztendlich wird sich abends vor den Fernseher gesetzt und man lässt sich mit Krimis oder Shows beruhigen.
Wo bleibt eigentlich der Mensch? Wann kann ich als Individualist das tun, was ich möchte und vor allem in aller Ruhe?
Für die Ruhe scheint kein Platz zu sein. Doch sie ist da – in uns. Ich meine damit ganz einfach in unseren Einstellungen zu allem was wir tun. Auch wenn unser hektisches Leben Eile von uns fordert, sind wir es die entscheiden, ob wir uns in diesem Karussell mit drehen oder nicht.
Nimmt man Hektik und Stress an, fährt man wieder in der Achterbahn des täglichen Lebens.
Schon die weisen Chinesen wussten „In der Ruhe liegt die Kraft“. Deshalb ist nicht nur wichtig zur Ruhe zu kommen, sondern auch Ruhe zu behalten.
Leichter gesagt als getan, meint man vielleicht, doch ist es leichter als man denkt. Wir müssen uns nur häufiger an die Ruhe erinnern. Gerade wenn es bei der Arbeit drunter und drüber geht, gerade wenn es turbulent in der Familie zugeht, dann sollten wir uns der Ruhe erinnern. Denn wenn wir ruhig geworden sind, werden wir auch Ruhe ausstrahlen. Dann wird auch früher oder später Ruhe wieder einkehren.
Darüber hinaus ist es empfehlenswert einen Ort der Ruhe oder gar der Stille für sich zu haben, den man so oft wie möglich besuchen kann. In erster Linie sollte es ein Ort sein, in dem man sich wirklich gern aufhält, sei es zu Hause oder beispielweise in einem Park. Sei es allein, mit Partner oder mit Freunden. So wie man es selber am liebsten hat. An solchen Orten kann man wirklich zur Ruhe kommen.
Erst wenn Ruhe eingekehrt ist, hat man auch Ruhe für sich selbst und für seine eigenen Dinge.
Also, bleibt ruhig, dann kann das Leben noch so schnell ablaufen.
Liebe Grüße, Adam Samuel