Esoterik: Esoterikforum.de   kartenlegen

Zurück   Esoterik: Esoterikforum.de > Esoterik - Sonstiges > Kunst und Kreatives > Eigene Texte

» Navigation
» Forum
  Allgemein
  Marktplatz
  Regional
» Suche
» Anmelden
Benutzername:

Kennwort:

Noch kein Mitglied?
Jetzt registrieren!
» Karten
» Benutzer (5.047)
» Sehenswürdigkeiten (126)
» Ereignisse (0)
Listinus Toplisten
» Aktuelle Umfrage
Die Kirchtüren öffnen, damit bei den eisigen Temperaturen Hilfsbedürftige eine geschü
Ja, unbedingt öffnen - 92,11%
35 Stimmen
Nein, geschlossen halten - 5,26%
2 Stimmen
Ich weiß nicht - 2,63%
1 Abstimmen
Abgegebene Stimmen: 38
Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen.
» Esoterik-Shop
Esoterik, Mystik &...
Edelsteine und...
Zubehör Esoterik
Sachbücher & Ratgeber...
Marktplatz durchsuchen
Wenn du dich kostenlos registrierst kannst du neue Themen verfassen, an Umfragen teilnehmen und vieles mehr. Falls Du bei der Registrierung oder Anmeldung Probleme hast, dann kontaktiere uns.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Alt 28.12.2009, 21:58   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #1 (permalink)
Sophia-Isis
*skywalker*
 
Benutzerbild von Sophia-Isis
 
Registriert seit: 31.01.2009
Ort: in meinem Herzen
Beiträge: 1.625
Blog-Einträge: 5
Ich komme nicht aus Hollywood

Eine merkwürdige Überschrift, vielleicht vermag sie dazu beitragen, dass mich einige besser verstehen. Wie man aus meiner Erzählung „Erinnerungen an meine Kindheit“ bei Texte, schon zu erkennen vermag, hatte ich keine leichte Kindheit.
Auf Rosen wurde ich wirklich nicht gebettet, was aber den Vorteil hatte, dass ich schnell selbständig wurde. Meine positive Seite war völlig unterdrückt und schaute nur hie und da mal kurz heraus. Später irgendwann begriff ich alles als Kampf und viel später, in der Lebensmitte, begriff ich worum es wirklich geht. Sich selbst anzunehmen und zu lieben, bedingungslos. Aber bis dahin war es noch ein langer Weg…


ich habe vor hier ab und zu mal ein paar Episoden zu posten
so beginne ich zu berichten aus einer Zeit, wo ich etwas über sechzehn war



Die Mathearbeit


Mein Vater kam mit dem Studium nicht klar und bekam eine Stellung als Waldorflehrer in Strasbourg. Nebenbei arbeitete er an der Zeitung Dernière Nouvelle, als Correcteur. So kam mein Vater zum Journalismus und begann eine Laufbahn, die ihn immer weiter nach oben führen sollte.
Nach zwei Jahren zogen wir nach Oberösterreich, ins Mühlviertel. Ich war inzwischen sechzehn. Meine Eltern hatten ein bruchfälliges Bauernhäuschen im Dreiländereck: Deutschland, Österreich, Tschechien, gekauft.
Mein Vater arbeitet in Linz an den Linzer Nachrichten. Ich besuchte die Kunstschule dort und wir lebten insgesamt zwei Jahre im Mühlviertel.
Es war am Ostermontag 1966. Mein Vater war in der Zeitung und meine Mutter irgendwo in Deutschland Mode-Kollektionen erstellen. Da machte ich mich zusammen mit den Jungen vom Bauernhof nebenan auf die Wanderschaft. Auf in die Tschechei. Damals hieβ das noch Tschechoslowakei.
Am nächsten Tag hätte ich eine wichtige Matheprüfung in der Kunstschule in Linz gehabt, und so wollt ich lieber in die Tschechei und dort erwischt werden und ins Gefängnis nach Prag kommen. So jedenfalls dachte ich mir das mit dem Franzl, gerade Zehn und dem Loisl, vierzehn Jahre, aus. Es lag noch Schnee, unser Haus befand sich auf 1200 Meter. Wir zogen los, Franzl im Schnee mit seinen Filzhausschuhen, war schon ein wenig kindisch. Die Berge hinauf bis zum Steinernen Meer und oben dann auf der anderen Seite hinunter. Und da war dann der Stacheldrahtzaun und die Millitärs, die im Laufschritt mit Maschinengewehren im Anschlag, den Weg neben dem Stacheldraht, von oben her auf uns zu rannten. „Jetzt die Ruhe bewahren“, raunte ich meinen Freunden zu. Wir spielten die Rolle der unschuldigen, unwissenden Kinder, standen da mit hocherhobenen Armen und sagten immer: „Austria, Austria…“, so als haben wir uns verlaufen. Die tschechischen Soldaten riefen über Funk nach einem Offizier, denn sie wussten nicht, was sie mit uns machen sollten. Ich bat erst mal höflich um eine Zigarette. Ich erinnere mich, wir drei Kinder saβen auf einem Baumstamm. Ich glaube langsam, wenn ich das hier schreibe, ich komme doch aus Hollywood…jedenfalls gab es in meinem Leben Abenteuer genug, die ich mir selbst erschuf!
Ich bekam die Zigarette und dann kam der Offizier mit dem Jeep angefahren, und er konnte gebrochen Deutsch. Der Offizier fuhr uns zur Kaserne. Die Fenster des Hauses waren schwarz von den vielen Soldaten, so was hatten die noch nie erlebt. Normalerweise flieht man eher aus ihrem Land. Wir aber kamen freiwillig auf Erkundigungsreise um mal ein Abenteuer zu erleben. Wir blieben dort einige langweilige Stunden vor dem Fernseher verbannt, verstanden nichts davon, versorgt mit leckeren Wurstschnitten. Zwischendurch wurden wir auch einzeln verhört und sagten jeder unser vorher einstudiertes Geschichtlein auf. Endlich dann, spätabends gegen zehn oder elf Uhr wurden Warnböllerschüsse am inoffiziellen Grenzübergang abgegeben. Der Offizier fuhr uns dort hin und übergab uns dem österreichischen Grenzschutz. Mein Vater holte uns ab. Er sprach kein Wort, eine Woche lang. Die Mathearbeit musste ich am nächsten Tag trotzdem machen...


LG Isis

Geändert von Sophia-Isis (28.12.2009 um 22:04 Uhr)
Sophia-Isis ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2009, 22:27   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #2 (permalink)
Lichtuzi
Transformation
 
Benutzerbild von Lichtuzi
 
Registriert seit: 21.11.2009
Beiträge: 41
Blog-Einträge: 1
Hallo liebe Sophia-Isis,

ja weder Hollywood noch Selbstmitleid helfen da weiter - das Leben ist eine leere Leinwand, es kommft darauf an, was man darauf malt, tief in dir bist du die Schöpferin deiner Realität und mittlerweile hast du deine Realität auch sehr geändert.

Aber immerhin eine mutige und ausgefallene Szene. Die Gesellschaft setzt halt immer wieder auch ihre Grenzen...sei es die eine ...oder die andere Unterdrückung....aber das Drehbuch hat sich ja mittlerweile geändert.....

Liebe Lichtgrüße,
Lichtuzi
Lichtuzi ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2009, 22:31   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #3 (permalink)
Gast9888
Gast
 
Registriert seit: 17.04.2008
Beiträge: 0
Liebe Sophia-Isis,

du warst 16, als du diese "tolle" Idee mit der Wanderschaft, die eher an Flucht erinnert, hattest ?
Natürlich bekamst du "deine" Zigarette und der Soldat hätte dir sicher gerne noch viel mehr gegeben, da du ein richtig hübsches Mädchen warst , vielleicht eben doch ´la Hollywood

Schön so aus deinem Leben zu lesen, freue mich auf mehr!

Alles Liebe, Raldi
Gast9888 ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2009, 16:06   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #4 (permalink)
Anka
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Anka
 
Registriert seit: 30.08.2007
Ort: Fürth (Bayern)
Beiträge: 4.941
Liebe Sophia,
hihihi, ich musste herzlich lachen, na ja jetzt kannst du es sicherlich auch.
Sehr spannend deine Lebens Geschichte süße, du hast auch die Flucht
versucht mit sechzehn, ich auch aber in die Ehe.

Du hast Abenteuer gesucht lach...und ich einen Prinzen

Echt schön finde ich es, danke dir für dein Abenteuer.

Alles liebe, Anka
Anka ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2009, 21:34   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #5 (permalink)
Sophia-Isis
*skywalker*
 
Benutzerbild von Sophia-Isis
 
Registriert seit: 31.01.2009
Ort: in meinem Herzen
Beiträge: 1.625
Blog-Einträge: 5
Lichtuzi, Raldi und Anka


Danke



LG Isis

Sophia-Isis ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2009, 21:36   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #6 (permalink)
Sophia-Isis
*skywalker*
 
Benutzerbild von Sophia-Isis
 
Registriert seit: 31.01.2009
Ort: in meinem Herzen
Beiträge: 1.625
Blog-Einträge: 5
Brasilien

Es war sechs Uhr morgens, als ich aufgeregt erwachte, denn heute kam endlich der groβe Tag. Unser Schiff, die Japejú, sollte in Rio de Janeiro einlaufen. Ich kleidete mich rasch an und eilte an Deck, aber ich wurde enttäuscht, noch nichts war zu sehen. Weder Brasilien noch andere Passagiere. Seit zehn Tagen waren wir unterwegs. Die Reise ging, zusammen mit meinem Vater, von Amsterdam los, in ein neues, unbekanntes Leben, und nun stand ich an der Reling und konnte es kaum erwarten. Damals war ich ein zehnjähriges kleines Mädchen, voller Neugierde und Hoffnungen, und voller Vertrauen, dass alles gut wird. Dass ich mich dort gut einleben würde, in Brasilien. Mein Vater sagte zwar drei Jahre später, er wolle in Brasilien nicht begraben werden, aber das wussten wir an dem Tag der Ankunft noch nicht.
Langsam begann es zu dämmern, die Sonne würde bald aufgehen und ich blickte gespannt zum Horizont und musste an meine Mutter denken. Meine Mutter, die erst in sechs Monaten nachkommen konnte, weil sie noch zwei Modekollektionen fertig zustellen hatte und dafür noch viel Geld erhalten sollte.
Nach einer letzten Umarmung, stieg ich klopfenden Herzens die Gangway des groβen Ozeandampfers hinauf. Dann stand ich zusammen mit meinem Vater und den anderen Passagieren an der Reling und winkte hinunter zu den vielen Menschen. Ich konnte meine Mutter genau sehen. Das Schiff entfernte sich langsam von der Kaimauer, zuerst kaum bemerkbar, dann aber wurde der Abstand gröβer und gröβer, immer mehr Wasser war zwischen uns und die Menschen und meine Mutter wurden immer kleiner, dann war sie nur noch ein winziger Punkt in der Ferne, der schlieβlich auch verschwand.
Die Überfahrt war abenteuerlich. Es gab damals noch dritte Klasse, die vor allem von Zigeunern belegt war. Sie kamen im spanischen Hafen Vigo an Bord und wollten zu einem Zigeunertreffen nach Buenos Aires. Jeden Abend feierten sie Feste auf dem Achterdeck, zu Gitarrenmusik und sangen dazu mit melancholisch rauen Stimmen. Wir waren mehrere Kinder an Bord und fühlten uns wie magisch von den nächtlichen Festen angezogen. Zusammen gedrängt in einer Ecke, schauten wir heimlich ihren wilden Tänzen zu, dem Aufstampfen der Füβe und dem Klappern der Kastagnetten, lauschten ihrer schwermütigen Musik bis in die halbe Nacht.

Inzwischen hatten sich ein paar schaulustige Passagiere an Deck versammelt, jemand deutete nach vorne: „Da!“ Und wirklich, ich erblickte die dunkle Silhouette der Berge Brasiliens. Endlich sah ich Brasilien!
Ein unbeschreibliches Gefühl, hatte mich gepackt. Eine Art Euphorie zusammen mit so vielen Fragen, die in meinem Kopf herumwirbelten, wie es ein wird, wie es wohl sein wird, mein neues Leben.
Mein Vater war endlich gekommen, stumm blickten wir auf die dunklen Konturen einer noch fernen Küste im Morgengrauen. Brasilien voller Verheiβungen, wo das Geld auf der Straβe liegen sollte. So jedenfalls hörte ich einmal meine Eltern darüber sprechen. Diese Hoffnung sollte sich für sie nicht erfüllen, denn es folgten erst einmal Arbeitslosigkeit für meinen Vater und für meine Mutter Krankheit und eine Operation die sie viele Monate ans Bett fesselte.

Aber eines Tages, wir lebten in São Vicente, ein Badeort neben den berühmten Kaffee-Ausführhafen Santos, ging es meiner Mutter wieder besser und mein Vater hatte eine gute Anstellung als Betriebswirt in São Paulo gefunden.

Dann aber reiste meine Mutter nach Nordamerika und besuchte dort meine ältere Schwester. Von Amerika schrieb sie, wir sollten kommen. Und da mein Vater immer wieder verlauten lieβ, er wolle in Brasilien nicht begraben werden, klapperte ich als Vierzehnjährige sämtliche Schiffsagenturen in Santos ab, auf der Suche nach günstigen Schiffreisen in die USA. Ich las Namen wie: New Orleans, Philadelphia, New York, Boston, Chicago, und träumte von Amerika. Mein Vater arbeitet damals in einer Firma in São Paulo, er hatte keine Zeit und kehrte abends spät nach Hause. Dann berichtete ich ihm über Auslaufdaten und Preise. Zwei oder drei Monate waren inzwischen vergangen, und mein Vater meinte: „Wenn wir nach USA auswandern können, dann lass uns doch gleich nach Europa zurückkehren.“ Er sah mich an. „Also, wo wollen wir hin? Nach den USA oder Europa?“, fragte er mich ernsthaft. Ich kam mir damals bereits wie Erwachsen vor und hatte immerhin jede Menge Verantwortungen, denn ich versorgte unseren Haushalt. Unser Dienstmädchen schickte ich nach Hause und wollte das Geld von meinem Vater dafür erhalten. „Bist du zufrieden mit unserem Haus?“, fragte ich ihn eines Tages. Denn ich wusch die Wäsche und bügelte seine Hemden, erledigte die Einkäufe, fuhr mit einem groβen Eimer in der Straβenbahn zum Schlachthof und besorgte dort Hundefutter. Auch kochte ich abends und holte meinen Vater dann gegen zehn Uhr von der Bushaltestelle ab. „Ja, alles bestens“, meinte er. „Ich habe Olga nach Hause geschickt“, antwortete ich ihm. Olga hat ein kleines Feuer mit Zeitungspapier, mitten auf dem Fuβboden der Küche gemacht und das konnte ich nicht verantworten. Ihr Gehalt kannst du ja dafür mir geben.“ Mein Vater nickte, aber aus dem Geld wurde nichts, es war für andere Ausgaben wichtiger.

Ich lieβ mir diese Frage meines Vaters, diese so wichtige Frage, die Kardinalfrage, die immerhin die Weichen für mein weiteres Leben stellen würde, erst mal einige Minuten durch den Kopf gehen. „ Nach Deutschland!“, sagte ich daraufhin entschlossen…
Sophia-Isis ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 30.12.2009, 19:27   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #7 (permalink)
Lichtuzi
Transformation
 
Benutzerbild von Lichtuzi
 
Registriert seit: 21.11.2009
Beiträge: 41
Blog-Einträge: 1
Hallo liebe Sophia-Isis,


danke für deine interessanten Schilderungen. Ja, die innere Führung sorgt stets für den richtigen Pfad der Weisheit, ja bei den verschiedenen Kulturen fühlt sich hier das nach einem "energetischen Verschmelzen" an (man passt sich den verschiedenen Kulturen an, im Gegensatz zu den hierzulande oft vorherrschenden Ausländerabgrenzungen).

Lieben Dank und bei dieser Gelegenheit: ein neues Jahr wartet, und damit auch viel Schönheit, Liebe und neue Abenteuer.
Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute für 2010, ja und ich freue mich auf die Fortsetzungen.

Liebe Lichtgrüße
Lichtuzi
Lichtuzi ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Alt 30.12.2009, 22:49   Ich komme nicht aus Hollywood Beitrag #8 (permalink)
Sophia-Isis
*skywalker*
 
Benutzerbild von Sophia-Isis
 
Registriert seit: 31.01.2009
Ort: in meinem Herzen
Beiträge: 1.625
Blog-Einträge: 5
Danke für deinen freundlichen Komentar Lichtuzi
ja, das war wohl mein Schicksal: Heimatlos zu werden
und die wahre Heimat in mir selbst zu finden...



Und so besorgte ich uns die Schiffspassagen vom Brasilianischen Lloyd, brachte dem Direktor ein Bild mit, mein Vater bat mich es ihm zu überbringen. Es war eines seiner wunderschönen Aquarellbilder, mit einem Holzrahmen versehen und hieβ die hohe Tatra. Ich sehe mich noch heute mit dem groβen Bild unterm Arm in den Raum kommen, wie die Angestellten mich ein wenig neugierig ansahen, ja es war unglaublich, was ich damals alles so erledigte.
Wir bekamen die Passagen besonders günstig. Alle hatten sie ein Herz für das kleine blonde Mädchen, egal wo. Ob am Markt, wo ich alles zur Hälfte des Preises herunterhandelte, oder beim Brasilianischen Lloyd, wo ich mich ernsthaft nach Schiffsverbindungen mit Frachtern, erst nach den USA, und dann nach Europa erkundigte.
Mein Vater erschien ganz zum Schluss im Büro des Senhor Dinarte, um die Passagen zu bezahlen und sie waren, wie mein Vater sagte, zu einem so guten Preis, wie er es sich nicht erträumt hatte.
Aber auch einen günstigen Transport für unsere Sachen besorgte ich durch eine Gesellschaft, welche Waren verschiffte. Ich hatte diese Agentur irgendwann kennen gelernt und die Männer freuten sich immer, wenn ich ab und zu dort am Nachmittag vorbeischaute und mit ihnen ein wenig plauderte.

Ich lackierte einige unserer Möbel und färbte die Sitzpolster der Sessel mit Hilfe einer Insektizidspritze und dunkelblauer Stoffarbe ein, aber wehe, man setzte sich drauf… Eine belgische Familie übernahm unser Haus mit Möbeln und jenen Sachen, die wir nicht mitnehmen konnten. Wir packten viel ein, so auch die Weltgeschichte in zwölf Bänden, die nun erneut den Atlantik überqueren sollte, einiges an Geschirr und Wäsche.
So endete die Zeit für uns in Brasilien und ich feierte meinen vierzehnten Geburtstag an Bord des Schiffes, sogar einen Torte hatte der Küchenchef für mich gebacken. Unser Schiff war die Tidecrest, ein englischer Bananedampfer. Das Schiff war weiβ angestrichen und es gab sogar ein winziges Schwimmbecken. Wir speisten mit dem Kapitän und dem Chefingenieur am Tisch sehr vornehm. Einmal fielen mir die Erbsen von der Gabel und kullerten auf den Fuβboden, aber alle taten so, als wenn sie nichts sehen und unterhielten sich normal weiter. Ich fragte dann leise meinen Vater, was ich machen solle das war mir so peinlich…
Während der Reise wurde es von Tag zu Tag kälter, kurz bevor wir in die Irische See kamen war der 21 Dezember und mein Vater sprach von der längsten Nacht, daran erinnere ich mich noch genau. Das Wasser der Irischen See war von einem wunderschönen Flaschengrün. Am 23 Dezember liefen wir in Liverpool ein. Alles lag in dichtem Nebel und die Kälte war ein Schlag, ich besaβ keine richtigen Wintersachen und nur sehr leichte Schuhe. Es war jenes Jahr 1962, wo eine Kältewelle, Europa heimsuchte. Zwanzig Grad Minus. Die Heizung im Zug, der uns am nächsten Tag nach London bringen sollte, war zugefroren. In London einige Stunden Aufenthalt, dann nach Doover und von dort mit der Fähre nach Dünkirchen. So verbrachten wir Heilig Abend auf dem Englischen Kanal unter lauter fröhlich singenden Betrunkenen, die aber nach und nach verschwanden, denn es war Windstärke Acht und alle wurden seekrank. Nur mein Vater und ich nicht, wir kamen ja gerade von der rauen See.
Frühmorgens in Dünkirchen in den Zug nach Basel. Es folgte ein langer Tag auf Reisen, über Lille, Metz, Strasbourg, Colmar, Mühlhausen, bis Basel. Abends von Basel mit einem weiteren Zug nach Dornach, dann ein Taxi hinauf zum Goetheanum Hügel. Dort wartete meine Mutter in einer winzigen Wohnung mit geschmücktem Weihnachtsbaum, brennenden Kerzen und einem Brathähnchen und Knödeln als Essen und vielen Geschenken, warme Kleidung für uns, die sie aus Amerika mitbrachte und der Tisch war gedeckt und ich fiel meiner Mutter endlich in die Arme.

Brasilien war tausende Kilometer weit in die Ferne gerückt. Brasilien, wo ich vier Jahre lebte. „Brasil, ame o, ou deixe o!“ So lautet ein Spruch. Brasilien, liebe es, oder lasse es. Das Land mit seiner unbändigen Kraft, eine Kraft, die ich nicht mehr in meinem Inneren auszulöschen vermochte. Später, bereits als erwachsene Frau kehrte ich dorthin zurück, an der Seite meines Ehemannes und unserer kleinen Tochter, damals gerade zwei Monate alt. Zusammen verbrachten wir dort sieben Jahre.
Der Spruch, „Brasilien liebe es oder lasse es.“ Dieser Spruch hätte auch heiβen können:“ liebe es, oder hasse es“, denn ich liebte dieses Land und ich hasste es.
Heute liebe ich dieses Land nur noch mit seinen wunderbaren Menschen. Ein Volk, welches die Leichtigkeit des Seins wie kein anderes Volk besser beherrscht… in Brasilien tanzen die Gene der Menschen im Blut.

Einmal im Jahr, packt mich, die „saudade“, wie Sehnsucht in Portugiesisch genannt wird. Dann fliege ich mit meinem Mann nach Bahia in unser Paradies und stille den Durst meiner Seele, wenn ich träge in der Hängematte liege und dem Wind lausche, der den Abend bringt. Der sanfte Wind in den Kokospalmen, in den ruhigen Räumen ohne Gestern, ohne Morgen…

Sophia-Isis ist offline  
Wong this Post!Bei seekxl.de bookmarken!Bei Linkarena bookmarken!Bei oneview.de bookmarken!Bei icio.de bookmarken!Bei Google bookmarken!Digg this PostNetscape this post!Bookmark on technoratiBei del.icio.us bookmarken!Stumble this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Zurück   Esoterik: Esoterikforum.de > Esoterik - Sonstiges > Kunst und Kreatives > Eigene Texte

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche


Ähnliche Themen zu Ich komme nicht aus Hollywood
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Hilfe, ich komme nicht weiter!
Hilfe, ich komme nicht weiter!: Hallo alle zusammen! Es ist schon schwer für...
Verdandi Lenormand Kartenlegen - Eure Karten Auslage 5 05.12.2009 12:50
warum komme ich nicht von ihm weg?
warum komme ich nicht von ihm weg?: hallo, ihr lieben! ich habe jetzt schon paar...
light-liliana Dualseelen, Zwillingsseelen, Seelenverwandtschaft 28 17.10.2009 12:04
komme nicht zurecht
komme nicht zurecht: Hallo also ich habe am 11.04.2008 gechattet...
bibi71 Hilfeforum 2 24.04.2008 10:14
KOmme nicht in chat!!!!!!
KOmme nicht in chat!!!!!!: hi ich komme auf einmal nicht mehr in den chat...
missfanny Hilfeforum 2 07.03.2008 20:35

Weitere Themen von Sophia-Isis
Thema Datum Forum Antworten Letzter Beitrag
wer von euch ist hellriechig???
wer von euch ist hellriechig???: habe gerade jede Menge Freizeit und trinke...
08.09.2009 Empathie / Sensitivität 45 14.12.2010 09:39
Vorsicht, Neue Pandemie ist im Anzug!!!
Vorsicht, Neue Pandemie ist im Anzug!!!: das erhielt ich eben von meiner Freundin Leela...
15.11.2009 Off-Topic 30 19.11.2009 17:58
Kameltreiber Ali und sein Kamel Akhbar beim Astrologen
Kameltreiber Ali und sein Kamel Akhbar beim Astrologen: Seit Wochen schon - treibt es mich um! ich Ali,...
10.09.2009 Astrologie / Horoskope 10 04.10.2009 20:03
Video - der Kreis schliesst sich...
Video - der Kreis schliesst sich...: bekam das heute zugesendet und es hat mich ein...
02.09.2009 Esoterik allgemein 5 02.09.2009 17:55
Meine erste Begenung mit wild lebenden Delphinen
Meine erste Begenung mit wild lebenden Delphinen: Meine erste Begegnung mit wild lebenden Delphinen...
26.08.2009 Esoterik allgemein 23 01.09.2009 17:36

Andere Themen im Forum Eigene Texte
Thema Datum Autor Antworten Letzter Beitrag
Dankbarkeit
Dankbarkeit: Dankbarkeit Ein Wort aus tiefer...
14.12.2009 Gast20046 2 17.12.2009 11:36
Schicksalhafte Begegnung
Schicksalhafte Begegnung: An einem eisig kalten Februar Abend ging ich in...
15.12.2009 Gast20046 0 15.12.2009 09:56
Das Spiegelbild
Das Spiegelbild: Das Spiegelbild Der Mensch blickt in den...
14.12.2009 Gast20046 0 14.12.2009 05:24
600 Minuten
600 Minuten: „600 Minuten“ Eine Zeit wie eine Ewigkeit....
14.12.2009 Gast20046 0 14.12.2009 05:18
Dominiks Gedichte-Ecke
Dominiks Gedichte-Ecke: Hey ihr, da ich zur Zeit sehr unglücklich...
03.12.2009 19Dominik90 2 04.12.2009 23:46

Powered by vBadvanced CMPS v3.2.1

Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 14:06 Uhr.




Lenormand Karten bereitgestellt vom Königsfurt Verlag

Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, vBulletin Solutions, Inc.
Sie betrachten gerade Ich komme nicht aus Hollywood.

SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.