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Alt 08.09.2009, 20:56   Meine Geschichte! Beitrag #17 (permalink)
Gast14715
Gast
 
Beiträge: n/a
Er war schon über eine halbe Stunde online und viel Zeit hatten sie jetzt nicht mehr zum schreiben. Aber das war egal, jede Minute mit ihm war wie ein Glücksmoment für sie.
S. antwortete ihm sofort. Es dauert nicht lange bis er zurück schrieb. Er wollte von ihr wissen, warum sie heute so spät dran war und sie antwortete ihm, dass ihr vorhin direkt nach dem Aufstehen übel war und sie sich übergeben musste. Er wünschte ihr gute Besserung und hoffte, es ginge ihr schnell wieder besser, weil er doch bald kommen wollte. D. sagte, dass er dann spätestens um 19.30 Uhr bei ihr sein wird und sie vorher ein bisschen was trinken sollte. S. grinste in sich hinein, als sie dies las.

Dieses Thema hatten sie manchmal. Irgendwann, es war an einem Freitag, als er abends zu ihr kam, hatte sie vorher noch ein bisschen Zeit.
S. hatte sich vom Einkaufen am morgen eine Flasche Sekt mitgebracht und diese hinterher in den Kühlschrank gestellt. Sie trank ihn am liebsten trocken und eiskalt.
Jetzt stand sie nach dem Duschen im Badezimmer um sich in Ruhe fertig zu machen. Vorher hatte sich ein Glas voll auf den Rand des Waschbeckens gestellt, woraus sie ab und zu trank.
Das erste Glas Sekt war ziemlich bald ausgetrunken und registrierte dabei, wie ihre Beine immer schwerer wurden. Es lag daran, dass sie kaum Alkohol vertrug. Nicht mal dieses leichte Brubbelwasser. Aber das war egal, die Beine wurden schwer, im Kopf etwas schwummrig und die Lust auf ihn stieg mit jedem weiteren Schluck. Das ging ganz schnell.
„Du kannst was erleben wenn du ihr bist!“ Dachte sie und nahm wieder einen großen letzten Schluck.
Aus der Küche holte sie die angefangene Flasche aus dem Kühlschrank, nahm sie mit zurück ins Bad, goss sich das Glas wieder voll und fing an den prickelnden Inhalt in sich hinein zu kippen. Das leere Glas stellte sie zurück auf das Waschbecken, betrachtete sich in dem großen Spiegel und fing gerade mit dem schminken an, als das Handy kurz klingelte. Das konnte dem kurzen Klingeln nach nur er sein.
S. ging ins Wohnzimmer, nahm das Handy vom Tisch und ein Blick darauf zeigte ihr wirklich seinen Anruf an! Sie ließ seine Nummer anwählen und nach einem kurzen Wahlton hörte sie seine Stimme.
„Da iss er!“ Sagte D.
„Das freut mich aber“ Antwortete S.
Er lachte.
„Gibt es was Neues?“
„Nein, bei dir“
„Nein! Was machst du gerade?“ Fragte er sie.
„Ich war gerade im Bad und trinke nebenbei Sekt.“
„Sekt?“
„Ja, und ich glaube, ich habe schon gewaltig einen sitzen. Jedenfalls macht mich das Zeug scharf wie ne Rasierklinge!“
„Echt? Ist ja geil. Dann trink noch mal ein bisschen, damit du nachher schon geil bist.“
Sie lachte.
„Kennst du mich denn anders?“
„Nee.“
„Na siehste.“
„Was willst du denn nachher mit mir anstellen?“
„Hm, mal sehen, weiß noch nicht. Was möchtest du denn gerne haben?“ Fragte sie und grinste, weil sie seine Antwort bereits kannte.
„Das weißte du doch. Ich bin um halb acht da.“
„Toll, bis dahin bin ich wohl auch fertig. Ich mache den Schnipper wieder runter und lasse den Schlüssel stecken, dann brauchst du nicht klingeln und kannst einfach rein kommen.“
„Okay, mach ich. Hör mal, ich will, dass du nachher nackt die Tür auf machst!“ forderte D.
„Du spinnst wohl, es ist kalt, ich will mir doch nicht den Tod holen. Nee, wenn du das willst, dann mach ich nachher in Klamotten die Tür auf. Das ist doch mal was ganz anderes.“
„Wenn du das machst, fahre ich gleich wieder nach Hause.“
„Ja, nee, ist klar und was sagst du deiner Else, wenn du früher nach Hause kommst, wohlgemerkt von der Arbeit?“
„Darüber brauchst du dir keine Sorgen machen!“
„Mach ich auch nicht, sie ist ja deine Else und nicht meine!“
„Eben, also bis nachher und vergiss das Trinken nicht.“
„Nee, keine Sorge, bis nachher, Tschüß!“ Eh er eine Antwort geben konnte legte sie auf und das Gespräch war beendet.

Sie ging zurück ins Bad, stellte sich für den Spiegel, betrachtete sich und dachte daran, dass sie nackt die Tür öffnen sollte.
„Was stellst du dich eigentlich so an, der hat sich doch schon mehr als einmal nackt gesehen. Du schläfst immerhin seit Monaten mit ihm!“ Dachte sie, nahm dabei die Flasche von der Fensterbank und trank soviel Sekt daraus, bis sie das Prickeln auf der Zunge nicht mehr aushielt. Danach stellt sie die fast leere Flasche auf das Waschbecken. Beschwipst machte sie sich daran, sich zu ende zu schminken.

Es war kurz nach 19 Uhr, als sie sich auf das kleine Sofa setze, um noch eine Zigarette zu rauchen. Bevor S. dies tat, nahm sie eines der kleinen weißen, scharfen Kaugummis aus der Dose mit dem Klappdeckel, steckte es in den Mund, um darauf herum zu kauen.
Kurz danach zündete sie die Zigarette an, nahm einen Zug und hielt sich daraufhin den Hals, weil der Qual dort ein bisschen weh tat. Die Mischung aus dem eingeatmeten Rauch und der scharfen Minze des Kaugummis war wie immer zuviel des Guten. Sie hätte es wissen sollen, dass es anfängt zu brennen!
 
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Alt 09.09.2009, 20:59   Meine Geschichte! Beitrag #18 (permalink)
Gast14715
Gast
 
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Nachdem sie den Rest der aufgerauchten Zigarette im Arschenbecher ausgedrückt hatte, ging S. in die Küche um den Kaffee zu holen. Es war schon seit dem ersten Tag als er bei ihr war so, dass sie vorher immer eine Kanne davon kochte, wovon er jedes Mal 2 Tassen trank und sie ihm die kleinen Milchpöttchen öffnen musste und nachdem er wie jedes Mal diese nicht aufbekam, in seinen Kaffee schüttet. Immer zwei.
Zurück im Wohnzimmer stelle sie die Kanne auf den Tisch, auf dem schon 2 Tassen, die Milch und der Aschenbecher stand. Darunter stand die Kiste, in der die Dinge waren, die ihr Zusammensein noch aufregender machen lies. Auf den Boden hatte sie einige Decken und Kissen gelegt. Sex immer nur im Bett war auch langweilig. Ab und zu musste das Wohnzimmer dafür hinhalten.
Nachdem sie das Wohnzimmer überprüft hatte, ging sie noch mal ins Bad. Das Fenster dort war angekippt, damit die feuchte Wärme vom duschen abziehen konnte. Sie mochte es nicht, wenn im Bad dieser Duschnebel lag. Egal wie kalt es auch war, dieses Fenster war Tag und Nacht auf.
Ihr Herz klopfte schon wieder seit einiger Zeit und auch die Unruhe machte sich mehr als bemerkbar. Sie sah in den Spiegel, legte die Hand auf ihr Brustbein, fühlte das Schlagen und zählte die Sekunden. Gleich würde er da sein. Plötzlich hörte sie, wie ein Auto die Straße herunter fuhr und auf dem Parkplatz vor dem Haus anhielt. Da war er!
Ihr Herz fing schneller und heftiger an zu schlagen. Es war kaum auszuhalten. Es war deutlich zu hören, wie er seine Autotür zuschlug und sie fing an langsam leise vor sich hin zu zählen.
„10 - 9- 8- 7-6- 5- oh Gott!“ flüsterte sie, denn sie hörte wie er die Haustür öffnete.
S. ging auf den Flur und blieb genau zwischen der Badezimmertür und Wohnzimmertür stehen, die sich genau gegenüber lagen, als er die Wohnungsschlüssel umdrehte und in ihre Wohnung kam.
„Himmel hilf.“ Dachte sie, als er die Tür hinter sich schloss und dann mit seinem scharfen Gang und einem breiten Grinsen auf sie zukam. Er blieb direkt vor ihr stehen.
„Hi“ sagte er und gleich danach „hmmmmm!“
„Hi“ antwortete sie.
„Alles klar?“
„Ja, und bei dir? Ich habe mir doch überlegt nicht zu riskieren, dass du wieder nach hause fährst.“
„Das sehe ich.“ Sprach er, wobei er ihre Brust mit einer Hand umschloss. Sie holte tief Luft und schloss die Augen. Sie dachte daran, wie gut er wieder roch und fühlte dabei, wie er mit seinem Gesicht näher kam, um sie sanft in den Hals zu beißen. Spätestens jetzt hatte sie hoffnungslos verloren. Ihre Finger krallten sich in seiner Jacke fest, zog sie ihm von den Schultern, um sie dann neben sich auf die Kommode zu werfen, die auf dem Flur stand.
Es biss sie immer noch und nun konnte sie ein leichtes zzzzzzzz nicht mehr unterdrücken.
„Ich liebe dich!“ Dachte sie dabei und hoffte gleichzeitig, dass sich diese Worte nicht den Weg aus ihrem Mund bahnten.
„Willst du nicht erst mal einen Kaffee trinken?“
„Nein, jetzt nicht, später!“ Antwortete er und sah ihr in die Augen.
„Dann hör jetzt bloß nicht auf!“ forderte sie ihn auf, wobei ihre Hände anfingen seinen Pullover hochzuziehen. Er streckte die Arme noch oben und lies ihn sich über den Kopf ziehen. Auch dieser Stoff landete auf der Kommode.
„Du hast ganz schön einen getrunken!“ Stellte er fest.
„Wie kommst du denn darauf?“ Fragte sie und ihre Hände glitten dabei wie von alleine über seine Brust.
„Das merke ich. Außerdem sieht man es an deinen Augen, du hast einen ganz scharfen Blick.“
„Findest du?“
„Ja und es sieht geil aus.“
„Das sieht nicht nur so aus.“
„Das merke ich schon:“
„Herr M., halt´s Maul! Konversation können wir nachher betreiben, jetzt machen wir was anderes!“ Dabei schob sie ihn ins Wohnzimmer.
„Was denn?“ Wollte er wissen.
„Das zeige ich dir gleich.“

Als sie im Wohnzimmer standen, sah er sich um.
„Wir bleiben also heute hier.“
„Ja, ganz genau.“
Er grinste sie an. Jetzt merkte sie auch, dass sie einen scharfen Blick hatte, denn das gedämpfte Licht der Salzkristalllampe und der 2 brennenden Kerzen an der Wand ließen sicher nicht alleine ihren Ausblick in das Zimmer etwas nebelig erscheinen.
 
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Alt 11.09.2009, 20:54   Meine Geschichte! Beitrag #19 (permalink)
Gast14715
Gast
 
Beiträge: n/a
Es war die Flasche Sekt, die nun durch ihr Blut floss und alles leichter lachte.
Er stand ihr gehen über und fing an sich auszuziehen. Sie sah ihm dabei zu. Er war für sie so wunderschön.
Sie sah auf den Boden, auf dem seine schwarzen Stiefel lagen und verzog dabei den Mund zu einem kleinen Lächeln, als er auf sie zukam. Er merkte es und fragte, ob er sie wieder anziehen sollte.
„Nein, heute nicht. Leg dich hin!“ Forderte sie ihn auf.
Er legte sich mit dem Rücken auf den Boden. S. stand vor seinen Füßen und sah ihn an. Vor ihm gab es keinen Mann der sie so verrückt machte. Ob er so wie jetzt nackt vor ihr lag, angezogen war, sie miteinander telefonierten oder schrieben. Sie war ihm schon seit Monaten hoffnungslos verfallen. Nicht nur sexuell, manchmal war es so als fehlte ihr ohne ihn die Luft zum atmen.
„Willst du die ganze Zeit da stehen bleiben oder kann ich damit heute noch rechnen, dass du mich anfällst?“ Fragte er grinsend.
„Weißt du, ich habe mir gedacht du leistest schon mal ein bisschen Vorarbeit an dir und ich trinke noch einen Kaffee.“
„Du spinnst wohl, Kaffee kannste nachher trinken. Sieh zu, dass du hier runter kommst und dann kannst du bei mir die Vorarbeit machen!“
„Du bist ganz schon frech heute Abend.“
„Findest du?“
„Ja, finde ich.“
„Ich bin geil auf dich und jetzt komm runter.“
„Liebe S. tu mir doch bitte den Gefallen und komm zu mir.“ Jetzt fing es wieder an spaßig zu werden. Ab und zu fand sie es gut ihn zu ärger, wusste aber auch ganz genau, wann der Punkt gekommen war, lieber damit aufzuhören. Aber noch war dieser nicht gekommen.
„Sag mal, willst du mich ärgern.“
Ja, ein bisschen. Ich will, dass du mir zeigst wie scharf du bist.“
„Sag mal, siehst du das nicht. Was willst du denn noch sehen?“
„Das weißt du doch ganz genau.“
„Ich will aber, dass du mir sagst, was ich machen soll.“
„Fang an es dir zu machen.“
Er grinste sie an.
„Wenn du hierher kommst, mache ich das. Vorher nicht.“
Sie ging ein Stück auf ihn zu, kniete sich neben seine Beine und beugte sich zu ihm vor.
„Mach endlich!“ flüsterte sie ihm fordernd zu.
Er tat was sie wollte und sie sah ihm dabei zu. Ab und zu sah sie ihm dabei in seine blauen Augen. Wann immer sie dies tat, hatte sie das Gefühl, in ihnen lesen zu können. Doch eigentlich war es genau umgekehrt. Sie ahnte, dass er ihn ihren lass und das war, er wusste sie liebte ihn.
Nach einer Weile hielt sie es nicht mehr aus, wollte ihn fühlen und ihm nah sein.

In manchen dieser Situation benennt man es wohl, dass sie diese zwei Menschen liebten. Doch wie war es bei den beiden, die gerade auf dem Boden ihres Wohnzimmers sich ihrer Lust hingaben. Konnte man das sich lieben nennen oder war das sich sinnlichen Hingebens doch nur purer hemmungsloser Sex?
In ihrem Fall war es Liebe. Auch wenn sie mit ihm schlief liebte sie ihn. Aber was ging dabei ihn ihm vor? Was dachte und fühlte er?
Es gab Momente, in denen er sich ihrer Meinung nach merkwürdig verhielt. Es kam vor, dass er auf andere Männer, die sie kannte und auch in ihrer Anfangszeit traf eifersüchtig reagierte.
Er trenne sich von ihr und kam jedes Mal kleinlaut wieder zu ihr zurück. So war es jedes Mal. Sie brauchte nichts weiter zu tun als ein paar Tage zu warten. Dann klingelte entweder ihr Handy oder er schrieb ihr eine Nachricht. Es fing immer so an, dass er wissen wollte wie es ihr geht und ob es etwas Neues gäbe. Die nächste Frage von ihm war, ob sie schon einen anderen gefunden hätte mit dem sie schlief.
Es lief immer so ab, jedes verdammte Mal. Bis auf das letzte Mal, da kam er nie mehr zurück. Es gab keine Anrufe, keine Nachrichten. Nur Warten und Hoffen!

Als sie später auf dem Sofa saßen, Kaffee tranken, sie ihm wie gewohnt die Milch in seine Tasse goss und rauchten, sagte er zu ihr:“ Wenn ich hier bin, sitzt mir immer die Zeit im Nacken!“
„Dann ändere doch einfach was daran.“ Antwortete sie und sah ihm dabei fest in die Augen. Er sah sie dabei einen kurzen Moment an und dann wie ertappt auf den Fußboden. Sie wusste was gerade in seinem Kopf vorging. Dennoch wusste sie, dass er seiner Frau gegenüber kein schlechtes Gewissen hatte, wenn bei mit ihr zusammen war. Sie hatte es allerdings auch nicht. Über seine Else bildete sie sich kaum ein Urteil und sie rechnete es ihm hoch an, dass er niemals schlecht über sie sprach. Ab und zu erzählte er etwas, woran sie merkte, er ist nicht ganz so zufrieden und glücklich wie sie ihn gerne machen würde. Aber seine Ehe war sein Problem, nicht das ihre. Er hatte sich entschieden diesen Weg vor allem weiter zu gehen. Er hätte es auch anders haben können.
Erst viel später, fast eineinhalb Jahre, machte seine Frau ihr gegenüber eine Äußerung, die diese Ehe betraf, die sie sehr traurig und zugleich wütend machte und an der sie ahnte wie wenig ihr Mann ihr bedeutete!
 
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Alt 12.09.2009, 09:44   Meine Geschichte! Beitrag #20 (permalink)
SpiritDani
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Ort: Niederbayern
Alter: 26
Beiträge: 374
Talking pppuuuhhhhh

also du kennst ja meine meinung schnecke

halte durch es wird alles gut, naja wenn du ihn noch willst, weil des schwankt ja in letzter zeit ziemlich oft ich kenn des kann es sehr gut nachvollziehen!

und schreib weiter des tut dir auch gut alles zu verarbeiten

einen schönen samstag wünsch ich dir noch
SpiritDani ist offline  
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Alt 13.09.2009, 22:23   Meine Geschichte! Beitrag #21 (permalink)
Gast14715
Gast
 
Beiträge: n/a
Sie schrieben noch eine Weile miteinander, bis er plötzlich offline war, weil er bald zu Arbeit fuhr. Danach schaltete auch S. ihren Computer aus, um sich noch eine Stunde ins Bett zu legen, um zu schlafen. Das mache sie jeden Tag so. Gegen halb sieben stand sie wieder auf, um das Schulfrühstück für ihre Tochter zu machen. Diese verließ immer gegen sieben Uhr die Wohnung um sich auf den Weg zur Schule zu machen.
Wenn S. dann alleine war, ging sie ins Bad, um zu duschen, machte sich, wenn sie arbeiten musste, in Ruhe fertig, damit sie um neun Uhr bei ihrer Arbeit war. Sie arbeitet nicht jeden Tag. Zwei Tage in der Woche hatte sie meistens frei. An diesen Tage widmete sie sich der Hausarbeit, machte Erledigungen, nahm Termine war, ging ab und zu mit ihrer Freundin Silvia in der Stadt einen Kaffee trinken oder verbrachte die Zeit damit D. zu vermissen.


Wenn sie viel davon hatte, kamen immer diese Gedanken. Vor allem die, ob er sie auch liebte und wie es mit ihnen weiter ginge. Es war klar, wenn keiner von beiden irgendwann einen endgültigen Schlussstrich ziehen würde, dann ginge diese Sache mit ihnen bis zu seiner Rente.

Aber jetzt war sie erst einmal glücklich, dass er in zwei Tagen wieder zu ihr käme!

Fast die nächsten zwei Wochen verbrachte sie nach dem Aufwachen damit, sich zu erbrechen. Kaum nachdem ihre Augen geöffnet waren, war es soweit oder sie erwachte vor lauter Übelkeit.
Mittlerweile fing es an im Kopf zu arbeiten. Doch jedes Mal wenn die Gedanken dahin kamen, ob sie vielleicht schwanger sei, wurden diese ganz bewusst wieder verworfen.
Irgendwann sprach sie Anna darauf an.

„Ich will dich ja nicht verrückt machen, aber hast du dir nicht mal überlegt vielleicht schwanger zu sein?“ Frage sie ihre Freundin.
Die zwei Frauen saßen abends in S. Wohnzimmer um fern zu sehen. Als diese Frage plötzlich im Raum stand, blickte sie zu ihrer Freundin hinüber zu dem anderen Sofa auf dem diese saß und etwas besorgt ansah. Die Frage kam wie aus heiterem Himmel.
„Doch, habe ich. Aber das kann gar nicht sein.“
„Aber du kotzt dir jetzt schon seit 2 Wochen morgens die Seele aus dem Leib.“
„Es sind nicht ganz zwei Wochen, meine Liebe.“ Gab S. zurück, die nicht wirklich Lust hatte über dieses Thema zu reden.
„Auf ein, zwei Tage mehr oder weniger kommt es da nun auch nicht mehr drauf an. Du bist schwanger!“ Stellte Anna fest. Dabei wich sie nicht einen Zentimeter von dieser Meinung ab.
„Bin ich nicht!“
„Wem willst du denn das erzählen?“
„Dir.“
„Mach einen Test.“
„Ich brauche keinen Test, weil ich nicht schwanger bin.“
„S. hör mir mal gut zu. Ich bin ne ganze Ecke älter als du und ich sage dir, du bekommst ein Baby. Du übergibst dich so gut wie jeden Morgen…“
„so gut wie - jeden Morgen.“ Fiel ihr S. ins Wort.
„Ganz genau. Außerdem erklär mir mal bitte, warum du auf einmal ganz blass wirst, sobald du Kaffee hörst und riechst? Du warst diejenige, die mich bat, den Kaffee nicht mehr in deiner Gegenwart zu trinken, weil dir von dem Geruch schlecht wird. Also erzähl mir nicht, du bist nicht schwanger. Da lachen ja die Hühner.“

Es stimmte, seit einigen Tage konnte sie wirklich keinen Kaffee mehr trinken, geschweige denn riechen, ohne dass sich der Magen zusammen zog und ihr nicht schlecht wurde. Einmal schon hatte sie sich nach den ersten 2-3 Schlucken übergeben müssen.
Als sie vor ein paar Tagen zusammen Kaffee trinken wollten, bat sie Anna den Inhalt der Kanne weg zu schütten, weil sie kurz davor war wieder ins Bad zu rennen, um sich vor die Toilette zu knien. Dabei war es nicht mal früher morgen. Sondern ein kalter Nachmittag, an dem die Beiden beschlossen es sich ein bisschen gemütlich zu machen.

Aber was wäre, wenn es wirklich so sei? Diese Frage wollte sie sich nicht weiter stellen, obwohl ihre Freundin Recht hatte und einige Anzeichen dafür sprachen, dass in ihr ein Baby heran wuchs.
Bevor Anna dieses Thema von sich aus anfing, gingen ihr deswegen schon einige Fragen durch den Kopf.
Was wäre, wenn ich wirklich schwanger bin? Wie geht es dann weiter? Will sie das Baby bekommen? Aber vor allem, wie reagiert D. auf diese Nachricht?
Fragen über Fragen, die den Kopf schmerzen ließ.
Sie glaubte von Anfang an er wäre ein toller Vater. Doch die Situation war nun einmal so, dass er ein verheirateter Mann war, mit seiner Frau keine gemeinsamen Kinder hatte. Demnach sicher nicht sehr erfreut sei, wenn ausgerechnet sie, seine Geliebte, ihn doch noch einmal zum Vater machte.
Er würde ausflippen und sie hätte das Land verlassen können!
Ja, sie hatte Angst. Angst vor seiner Reaktion, Angst ihn zu verlieren, Angst davor, dass durch dieses Kind seine Frau erfahren würde, dass ihr Mann sie seit Monaten betrügt.
Doch was hatte sie mit dieser Frau zu tun? Eigentlich nichts. Außer, dass sie mit ihrem Mann schläft, ihn liebte wie keinen anderen vorher.
Wenn sie ihm nicht erzählen würde, dass sie schwanger sei, sich von ihm trennte sobald er merken könnte, dass in ihrem Bauch etwas heran wuchs, könnte sie das Baby in Ruhe bekommen und groß ziehen!
Nein, das ginge nicht. Auf gar keinen Fall. Er würde es merken. Die Beiden schliefen schließlich miteinander. Babys bewegen sich und bei ihrem Glück bewegt es sich gerade dann, wenn er bei ihr ist.
Würde sie die Geschichte mit ihm beenden, würde er sich irgendwann trotzdem wieder bei ihr melden. Somit erführe er spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass sie möglicherweise hochschwanger sei, beziehungsweise er bereits Vater.
Dann war da noch die Sache mit dem Jugendamt, welches natürlich zum Wohle des Kindes wissen wollte, wer der Vater sei, damit dieser Unterhalt zahlen kann und sie ihn genau darauf aufmerksam machten. Somit bekäme er Post nach hause, in der steht er sei der Vater ihres Kindes, seine Frau bekäme Wind davon, was für ihn ganz bitter enden könnte.
Für S. in diesem Fall allerdings auch.
Es könnte vielleicht auch alles gut für sie ausgehen. Sie würde ihm sagen, dass sie ein Baby von ihm erwartet, er würde sich nach dem ersten Schock anfangen darüber zu freuen, seine Frau verlassen, um mit ihr und seinem Kind zu leben.
Ein wirklich wunderschöner Gedanke, aber genau so würde es niemals kommen! Sie ahnte immer, seine Else gab es vor ihr und sie gäbe es auch nach ihr!

„Ich weiß, du machst dir Sorgen um mich, aber das ist wirklich nicht nötig. Ich bin nicht schwanger. Das ist unmöglich. Anna, ich nehme die Pille und nicht einmal meine Zustände sind überfällig. Also kann gar nichts passiert sein.“
Mit dieser Aussage versuchte sie ihre Freundin zu beruhigen. Sich allerdings auch.
 
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Alt 14.09.2009, 10:29   Meine Geschichte! Beitrag #22 (permalink)
Gast14715
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„Dann mach einen Test und erzähl mir nicht, du hast einen Virus. Der hätte schon längst vorbei sein müssen! Du übergibst dich jeden Morgen, vom Kaffee wird dir auch schlecht. Ich sage dir mal was, dieser Virus den du hast, nennt sich D.´s Baby.“
S. stiegen Tränen in die Augen. Langsam war auch ihr bewusst, dass irgendetwas nicht stimmte. Anna hatte Recht, kein Magen-Darm-Virus dauert so lange. Sie kannte ihren Körper, wie er reagierte wenn sie krank war und schob deswegen die Gedanken an ein Baby bei Seite, weil es einfacher war nicht daran zu denken.

„Wenn du mal versuchst nachzurechnen, kann es denn zeitlich hinkommen, dass es geschnackelt hat bei euch?“ Fragte Anna.
S. sah sie verschämt an und nickte: “Ja!“
Anna holte tief Luft.
„ Du solltest mit D. darüber reden.“
„ Um Himmels Willen, du bist wohl irre. Der flippt aus.“
„Er ist aber der Vater und hat schließlich seinen Teil dazu beigetragen, dass dir jetzt morgens nun kotzig ist. Er kann sich auch mal Sorgen um dich machen.“
„Ich kann es ihm aber nicht sagen!“
„Hör mal, wenn du wirklich schwanger bist, kannst du ihm das nicht verheimlichen. Der ist nicht blöde und wird irgendwann den Braten riechen.“
„Darüber habe ich auch schon nachgedacht.“
„Siehste.“
S. liefen die Tränen aus den Augen.
„Ich habe einfach Angst. Außerdem ist es ja nicht so, dass ich mir deswegen keine Sorgen mache. Mein Kopf glüht schon vor lauter Denken.“
Anna stand auf, ging die zwei Schritte zu ihrer Freundin hinüber, um sich neben sie zu setzen. Dann nahm sie S. in den Arm.
„Hör mir mal gut zu! Du liebst ihn und bekommst vielleicht ein Kind von ihm. Das ist doch schön.“
„Das ist gar nicht schön. Ich kann ihn doch nicht anrufen und sagen; Schnittchen, ich bin vielleicht schwanger von dir. Der zieht mich durch den Hörer.“
„Das wird er nicht. Sicher, er wird nicht gerade sagen, wie schön ich werde Papa. Aber ich kenne ihn, ich habe euch zusammen erlebt und ich weiß, dass du nicht hören willst, wenn ich dir sage, dieser Mann liebt dich. Er würde dir niemals war tun und schon gar nicht durch das Telefon ziehen. Der muss es wahrscheinlich ein paar Tage sacken lassen, dann ruft er dich an, um mit dir in aller Ruhe darüber zu reden. Schatzi, hör bitte auf zu weinen. Es wird alles gut werden.“
Sie ließ S. los und nahm deren Gesicht in die Hände. So wie bei einem kleinen Kind, was hingefallen ist, um es hinterher zu trösten.
„Weißt du, ich habe keine Ahnung, was wird, wenn ich schwanger bin.“
„Dann bekommst du bald ein Baby.“ Stelle Anna so treffend fest.
„Das ist es doch nicht alleine. Es hängt so viel davon ab. Nicht nur für D. Ich setzte mit dem Kind seine Ehe aufs Spiel. Wenn das rauskommt, wird es der vielleicht Todesstoss für Else und ihn sein. Ich verliere ihn möglicherweise. Er wird nicht zu dem Baby stehen und ich muss schon wieder ein Kind allein ohne Vater groß bekommen. Dazu habe ich einfach nicht die Kraft. Ich möchte eine richtige Familie haben und nicht allein erziehende Mutter von zwei Kindern sein, deren Väter sich einen Dreck um sie scheren.“
Mittlerweile hatte sie vom Weinen und Nachdenken Kopfschmerzen bekommen. Sie zog Annas Hände von ihrem Gesicht weg, um die Packung Taschentücher vom Tisch zu nehmen. Öffnete diese und nahm sich ein weißes, nach Menthol riechendes Tuch heraus. Dabei sprach sie weiter:
„Bei der ganzen Sache kann ich nur verlieren. Allerdings er und das Kind auch.“
Sie hielt sich das Taschentuch vor die Nase. Sie mochte diesen Geruch, den sie noch einmal tief einatmete, bevor damit die Nase putze.
„Ich kann dich doch verstehen. Aber du bist nicht alleine und wirst es auch nicht sein. Du hast deine Eltern und ganz tolle Freunde. Alle werden dich unterstützen so gut sie können. Wenn
D. dennoch das Kind nicht haben will und dich verlässt, weil er dazu nicht steht, bist du nicht alleine. Außerdem bin ich doch auch da. Dann werde ich eben Tante Anna.“
Sie versuchte S. Mut damit zu machen, wusste aber, dass es gerade zwecklos war.
„Ich weiß das doch. Du machst mich ganz kirre mit deinem Gerede.“ Ihr Stimme wurde dabei immer lauter. „Es steht doch noch gar nicht fest, ob es der goldener Schuss war. Es ist nur so, jetzt würde ich sogar sagen, es ist besser dieses Kind nicht zu bekommen, wenn ich wirklich schwanger bin. Aber wenn doch, weiß ich nicht mehr, ob es richtig ist es nicht zu bekommen. Wenn ich es erst beim Arzt auf dem Ultralschall sehe, kann ich es nicht mehr wegmachen. Das ist der eben Punkt vor dem ich schiss habe.“
„Dann mach endlich einen Test und wir sehen, ob etwas passiert ist.“
„Nein, ich warte noch ab, ob meine Zustände das nächste Mal kommen. Dann kann ich immer noch einen machen.“
„Du bist so unvernünftig! Aber nun gut, du musst wissen was du machst. Hast du eine Ahnung wie weit du eventuell sein kannst?“ Fragte Anna, die sich wirklich Sorgen machte, weil sie merkte, wie verzweifelt S. langsam war. Sie hatte dieses Thema schließlich gerade angefangen, um ihr bewusst zu machen, was vielleicht passiert sein könnte.
„Denke mal dritte Woche, ungefähr.“ Antwortete S.
„Okay, dann warten wir noch ein bisschen.“
 
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Alt 18.09.2009, 17:37   Meine Geschichte! Beitrag #23 (permalink)
Gast14715
Gast
 
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So war es denn auch. S. wartete.
Vier oder fünf Tage nach diesem Gespräch saß sie auf dem Sofa. Ihr war kalt, hatte das Gefühl in ihr war es ganz lehr. Ab und zu fing sie an zu weinen, ohne Grund, einfach so.
Das Handy fing an zu klingeln, es war Anna.
„Hallo, sag mal, hast du Lust auf Nudeln? Wir können wenn du willst nachher welche bei dir zusammen kochen.“
„Ja, von mir aus.“ Sie klang nicht besonders begeistert.
„Hast du noch was da oder soll ich auf dem Rückweg einkaufen gehen?“
„Kannst du gerne machen, dann brauche ich nicht noch mal los.“
„Okay, mache ich. Käsesoße?“ Wollte sie wissen.
„Ja.“
„Hat sich D. heute schon gemeldet?“
„Na klar, was denkst du denn.“
„Hat er angerufen?“
„Nein, wir haben heute Morgen geschrieben, vorhin auch noch mal.“
„Also irgendwas ist doch mit dir, du bist so komisch. Hattet ihr Streit?“
„Nein, gar nicht. Keine Ahnung was mit mir los ist, fühle mich irgendwie nicht gut.“
Sie fing nun schon wieder an zu weinen.
„Hm, komisch. Warum fühlst du dich denn nicht?“
„Weiß ich nicht.“ Sagte sie ganz leise.
„Was?“
„Ich weiß es nicht.“ Wiederholte sie nun etwas lauter.
„Warum denn“
„Anna, ich habe keine Ahnung.“ Dabei verdrehte sie die Augen. Das tat sie jedes Mal, wenn sie langsam genervt war.
„Sag mal, du weinst doch!“ Stelle Anna so treffend fest.
S. schloss die Augen, holte tief Luft und antwortet:
„Ja, ich weiß doch auch nicht was mit mir los ist. Ich friere schon den ganzen Tag, fühle mich so leer, es ist als ob ich da unten ein großes Loch hätte. Zwischendurch heule ich ohne jeglichen Grund und nicht mal D. konnte ich heute ertragen. Das gab es noch nie!“
„Pass auf, ich beeile mich nachher, wir essen in Ruhe und wenn J. im Bett ist unterhalten wir uns mal. Ich muss jetzt auflegen, habe einen Kunden. Bis später.“
„Okay, bis nachher.“
Dann legten beide auf.
S. nahm sich eine Decke, legte sich auf das Sofa und schlief eine Stunde.

Gegen 19.00 Uhr klingelte es an der Tür. S. stand von Sofa auf, von dem aus sie mit ihre Tochter fern sahen, ging zur Tür und drückte auf den Summer. Es war Anna. Sie war mit 2 Einkaufstüten bepackt, zog ihre weiße Jacke aus, hing diese draußen an den Haken neben der Wohnungstür und kam direkt in die Küche, in der S. gerade dabei war Wasser in einen Topf laufen zu lassen.

„Hallo Süße.“ Sagte Anna zu ihrer Freundin, stellte die zwei Einkaufstüten auf die Arbeitsfläche des Kückenschranks und fing an sie auszupacken. „Wo ist J.?“
„Im Wohnzimmer, sie guckt irgendeine Sendung.“
„Ach so, und wie geht es dir jetzt?“
„Frag lieber nicht, ich fühle mich wie durch den Fleischwolf gedreht. Weiß gar nicht was mit mir auf einmal los ist.“
„Weißte was, wir machen uns heute einen ganz gemütlichen Abend, okay!“
Während sie dies sagte, lehnte sie sich an den Küchenschrank und sah S. dabei zu, wie sie den Topf auf den Herd stellt, ihn anschaltete und Salz in das Wasser schüttete.
„Können wir machen.“ Antwortete ihr S.
„Ich habe noch Cornflakes und Milch mitgebracht, soll ich die Milch gleich in den Kühlschrank stellen? Ich dachte wir können sie morgen früh essen oder später, wenn du willst und guck mal!“
Sie nahm eine Packung Kinderriegel aus der einen Tüte und wedelte damit vor S.´s Nase herum, als ob es eine kleine Trophäe sei.
„Nudeln mit Käsesoße, Cornflakes und Schokolade, bin ich nicht schon fett genug?“
„Lass uns doch einfach mal ein bisschen blöde sein und essen bis uns schlecht ist. Wir brauchen morgen nicht arbeiten, schlafen morgen lange, gucken in die Glotze bis in die Nacht und lassen es uns gut gehen.“
„Ich bin so froh, dass mir nicht mehr schlecht ist und du willst ne Fressorgie machen.“
„Ich weiß, wir machen trotzdem einen Weiberabend.“ So sagte sie es und war somit beschlossene Sache.

J. hatte nicht besonders viel Lust mit ihrer Mutter und deren Freundin fern zu sehen. Sie war seit einigen Tagen schon sehr genervt, dass Anna bereits Dauergast bei ihr zu hause war. So lieb sie auch war, gab es Momente, in denen sie stundenlang ununterbrochen reden konnte. Das kannte sie von ihrer Mutter nicht, die konnte für Stunden auch mal gar nicht viel sprechen. Erst vor ein paar Tagen bat sie sie, mal wieder ein Wochenende mit ihr allein sein zu können. S. verstand ihre Tochter. Ihre Freundin war ihr wichtig, aber so langsam fing sie an ihr ein bisschen auf die Nerven zu gehen.
Einen Film mit Anna ansehen war so gut wie unmöglich. Entweder sie redete die ganze Zeit, um den Film, wenn sie ihn bereits kannte zu erklären oder quatschte dauernd dazwischen.
J. und S. hingegen sprachen während eines Filmes eher wenig. Sahen ihn einfach nur an. Bei bestimmten Szenen sahen sie sich manchmal an, lachten oder es kamen irgendwelche Geräuschlaute wie mmhh, uuuhhh oder ääähhhh!

An irgendeinem Samstag, als die zwei Frauen alleine in S. Wohnung waren brachte Anna die DVD des Filmes Troja mit, den sie gemeinsam ansehen wollten. S. musste an diesem Samstag den ganzen Tag arbeiten, weil sie ihre Chefin vertrat. Nach der Arbeit ging sie noch einkaufen und zuhause angekommen, machte sie noch ein bisschen sauber. J. war an diesem Wochenende zu besuch bei ihrem Opa und dessen damaligen Frau.
Die Zwei hatten es sich auf den Sofas bequem gemacht. Während S. Bequemlichkeit sich so äußerte, dass sie auf dem kleineren Sofa lag und zusah, was für schöne bunte Bilder über den Bildschirm liefen. Richtig viel bekam sie von dem Film nicht mit. Das hatte einige Gründe. Zum einen redete Anna wieder einmal ununterbrochen, wobei sie ihr den ganzen Film erklärte. S. wusste schon ungefähr zwei Minuten vorher, was gleich für eine Szene kommt und passiert. Zum anderen war sie so müde, dass ihr immer wieder die Augen zu fielen. Irgendwann war sie eingeschlafen. Wurde aber unsanft geweckt, weil Anna gegen ihr Bein ruckelte.
„Du verpasst den ganzen Film.“ Meckerte sie ein bisschen.
„Anna, ich bin einfach total fertig.“
„Pass auf, jetzt passiert gleich was ganz tolles. Guck hin!“
„Hmmmm.“ S. Augen fielen wieder zu.
„Hey, nicht wieder schlafen.“ Anna ruckelte wieder an ihr herum.
„Wir können den Film doch morgen noch mal sehen. Aber heute bin ich echt nicht mehr aufnahmefähig.“
„Immer schläfst du ein wenn wir was sehen wollen.“
„Was heißt hier denn immer? Ich habe den ganzen Tag heute gearbeitet und hinterher hier noch ein bisschen geputzt. Essen hab ich auch gekocht und hinterher mal wieder alleine abgewaschen. Du sitzt hier den ganzen Tag rum. Ich bin kaputt.“ Langsam fing sie an sauer zu werden. Aber nur so lange, bis ihr die Augen wieder zufielen.
Irgendwann später, war dieser Film zu ende.
 
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Alt 03.10.2009, 08:41   Meine Geschichte! Beitrag #24 (permalink)
Gast14715
Gast
 
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S. schlief immer noch, bis Anna erneut an ihrem Bein ruckelte. Sie hatte noch eine andere DVD dabei, die sie mit ihr ansehen wollte. Darauf war ein Konzert von einem französischen Musikers, der an den Pyramiden in Ägypten seine Musik mit einer riesigen Lichtshow präsentierte.
Der Film lief ungefähr eine halbe Stunde, als S. aufstand und mit einem: „gute Nacht, ich geh ins Bett“ im Schlafzimmer verschwand.

Langsam aber sicher, fing es an zwischen S. und Anna zu bröckeln. Die Freundschaft nahm eine Wende und S. ahnte zu diesem Zeitpunkt bereits, dass ihre Freundschaft nicht mehr lange bestünde.
Sie war Anna sehr dankbar, weil sie ihr anbot etwas für sie zu tun, was nicht selbstverständlich war und schon gar nicht unter Freunden.
„Ich tu es für dich, weil du meine Freundin bist und ich dich ganz doll lieb habe. Ich will das du glücklich bist und ich weiß wie sehr du ihn liebst!“ Sagte sie ihr damals.
Das, was die beiden Frauen für einen Augenblick teilten würde sie Anna niemals vergessen.
Genauso war es schließlich dann auch. Ein paar Monate später waren die Beiden zerstritten. Redeten kein Wort mehr miteinander. Anna, die kurz vor diesen Streitigkeiten sogar in S. Haus einzog, verließ dieses keine drei Monate später wieder und S. war nicht einmal traurig darüber. Bei dem was zwischen ihnen vorgefallen war auch sicher kein Wunder.

Sie sah es als einen wichtigen Teil ihres Lebens an. Wieder hatte sie ein Mensch ein Stück ihres Lebens begleitet. Anna war ihr eine kurze Zeit eine liebe Freundin gewesen, aber nun gingen beide endgültig getrennte Wege.
Dennoch hoffte sie, ihrer Wegbegleiterin ginge es gut und sie war glücklich. Verdient hatte sie es jedenfalls.

Es gab damals eine Person, die an dieser Situation nicht ganz unschuldig war. Das Simona jemand war, zu dem das Lügen an erster Stelle stand, bemerkten Anna und S. leider viel zu spät. Als S. dieses bewusst wurde, war alles längst zu spät und wollte auch keinen Kontakt zu ihr mehr aufnehmen.

Anna und S. lernten sich bei der Arbeit kennen. Anna arbeitete damals allein den ganzen Tag in einem Geschäft neben dem, in dem S. tätig war.
Anfangs waren sie sich eher sehr unsympathisch. Wenn Anna zu S. an die Kasse kam, um ihrer Sachen, die sie kaufen wollte zu bezahlen, sagte sie nie ein Wort. Kein Hallo, kein guten Tag, kein Danke!
Sie fand diese Frau einfach nur doof.
Das änderte sich, als S. sich irgendwann im April in einem Cafe von einer Praktikantin die Karten legen lies und Anna sich an dem Nebentisch setzte um einen Kaffee zu trinken.
Danach war sie auf einmal sehr freundlich und einige Zeit später als S. bei ihr etwas kaufen wollte, fragte Anna sie ob sie nicht Lust hätte mit ihr mal einen Weiberabend zu machen.
Das machten sie zwei oder drei Tage später auch und ab da begann eine sehr intensive, aber kurze Freundschaft.
Ela sollte für einen Monat bei S. im Geschäft ein Praktikum machen. Sie verstanden sich von Anfang an sehr gut. Ela war damals fast 40, sehr unruhig und ausgeflippt. Sie legte Karten und plante ihren Tagesablauf fast immer nachdem, was gerade in ihrem Tageshoroskop stand. Zu diesem Zeitpunkt hatte S. mit diesen Dingen so gar nichts am Hut. Spinnereinen fand sie ganz einfach. Einige Tage nachdem die zwei Frauen sich kannten, fragte S. Ela, ob sie ihr nicht auch mal die Karten legen würde. Sie war ein bisschen neugierig geworden, weil sie gehört hatte, man könnte darin so viel sehen, auch was die Zukunft bringen kann und Ela hatte ihr davon schon so viel erzählte.
Also setzten sie sich nach S. Feierabend und in Elas Pause ins Cafe gegenüber der Arbeitsstelle. Im Schlepptau Jörg, der Sohn von S. Ex und somit Halbbruder ihrer Tochter. Er hatte an diesen Nachmittag in der Stadt zu tun und wollte sie nach der Arbeit abholen, weil er sich ihren Computer ansehen wollte. Er saß auch schon dort, um auf sie zu warten.

„Du nimmst sie erst mal in die Hände und denkst daran, was du wissen möchtest. Dann mischst du sie gut durch. Wenn du meinst es reicht, lege ich sie aus, okay?“ Ela legte ihr die Karten auf den Tisch.
„Na dann mach mal!“ Sagte Jörg mit einem breiten Grinsen, während er an seiner Zigarette zog.
S. fing an zu mischen und fragte in Gedanken, wie es mit ihr und Jürgen weitergehen wird. Sie kannte ihn seit 3 Monaten und sie mochte ihn sehr. Zu diesem Zeitpunkt kannte sie auch schon D. Beide Männer wussten voneinander.
 
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