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Alt 22.04.2009, 16:28   teil 2 Beitrag #1 (permalink)
KreaTiefe
wie? was? hää..?
 
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Sternzeichen: Löwe
Registriert seit: 23.03.2009
Ort: Düsseldorf
Alter: 23
Beiträge: 79
teil 2

da ich nicht mehr als 1000 buchstaben in einen eintrag packen kann... hier ein 2.

Es kann doch nicht sein, dass alles so ist, wie es scheint!? wesshalb dieses rauf und runter in so übermäßig großem maße? das kann doch überhaupt nicht sein...
In einem Moment bin ich so voller Euphorie, so voller Freude und begeisterung, ich male mir die schönsten sachen aus, schwelge in träumen... glaube alles erreichen zu können, die schönsten dinge sehen zu können wenn ich nur meiner seele folge...
im nächsten schlägt mir das, was ich dann realität nennen könnte knallhart gegen den kopf. WUMM macht es und mit einem schlag wandelt sich die euphorie um in erschreckend ernüchternde erkenntniss... nurnoch das sichtbare ist da, alle ahnungen, vermutungen, gefühle sind fort. ich sehe nur mich, völlig allein in diesem riesengroßen haufen toter fische. ich sehe dass ich einige dinge sehe, die anderen unentdeckt bleiben... und ich sehe nur nachteile darin. ich sehe dass ich nicht dazu in der lage bin, mich in dieser welt ein zu fügen und dass ich es kaum ändern kann. wenn ich fort will, in die ferne brauche ich geld, wenn ich geld will, muss ich arbeiten, arbeiten bedeutet für mich, für mich ganz persönlich ich muss einen teil meines ichs opfern. der kontakt zu all diesesn toten fischen ist schmerzhaft, jedes gewechselte wort zerreißt mir das herz, aus ihren mündern kommt kühle leere und wie, wie nur könnte ich mit ihnen frei sprechen? frei aus der seele hinaus? sie verstehen keinen einziges wort von dem was ich sage... ich weiß, dass sie meine ansichten nicht teilen und mache niemandem einen vorwurf. aber einfacher macht es die sache nicht.
ist es 'faulheit' wenn ich mir vorstelle, jeden tag 8 stunden mit menschen zu verbringen und dabei ein gefühl von 100 fachem tot der seele mit anschließender wiedergeburt habe? nein... ich denke nicht. es ist zu spät, der reisende seelenhänder ist schon mit dem zug auf und davon, ich hatte die chance, nabe sie nicht...genutzt? nutzen... ist es das richtige wort? nun, es ist eine ewige unbeantwortete frage.
blind - fluch oder segen? es kommt vermutlich drauf an was man mit der fähigkeit des sehens anfängt, ich für meinen teil finde einfach den richtigen weg nicht um sinnvollen gebrauch von ihr zu machen.
nunja, wie auch immer. das dritte gefühl, das was dazwischen kommt ist eigentschlich das schlimmste: eine mischung.
diese hoffnung und all das viele ausserweltliche was ich leider kaum in worte fassen kann vermischen sich zu etwas grausamem: zweifel. zweifel an mir, zweifel an anderen. zweifel an meinem gefühl, zweifel an der richtigkeit, zweifel an dem was ich getan hab. zweifel an vergangenheit gegenwart und zukunft. zweifel am zweifel selbst...
ich weiß nicht ob es richtig ist, sich dem gefühl vollkommen hin zu geben, weiß nicht ob es richtig ist, es aus zu blenden, sehe in nichts einen wirklichen vorteil.. ich weiß nur: ganz oder gar nicht, aber ich stehe so sehr auf der kippe! hin oder her? hü oder hott= vor oder zurück? rauf oder runter...? wo ist oben, wo ist unten? was habe ich für möglichkeiten? habe ich überhaupt die wahl? wo stehe ich? wer bin ich? verliere ich den verstand? ...ich habe seit tagen nicht geduscht, nicht das haus verlassen... ich muss zur arge verdammt, das ist wichtig. aber wie? wie nur, wie?
ab und an kommt dann etwas wie verwirrung oder überforderung, momente in denen ich glaube zu wissen was das alles bedeutet. vor kurzem war es gott, viele, viele dinge, zeichen vielleicht, trafen aufeinander und ließen mich unzweifelhaft glauben, dass dieses ganze der weg zum glaube ist... kann sich das jemand vorstellen, irgendwer? irgendwer, irgendjemand? nein, versucht gar nicht erst es euch vorzustellen! ich beschreibe es in kurzen worten...
19 jahre lang, 19 jahre lang habe ich versucht irgendwo in dieser welt meine wurzeln zu schlagen, seit ich denken kann, schon im kindergarten war es so, ich erinnere mich an kleinigkeiten. ich fand keinen platz, keinen lockeren boden für meine wurzeln, ein wandelnder baum. ja, wie reagiert der mensch wenn er einen baum seht der vor ihm umher spaziert? vermutlich mit angst oder distanzierter neugier. nun, ich bin ein recht fähiger baum und schaffe es für eine weile still zu stehen, die wurzeln irgendwo zu verstecken um geheim zu halten dass sie nicht mit dem boden verankert sind. und der mensch... der mensch ist ein fast vollkommen blindes geschöpf, verarmte wahrnehmung, es ist nicht schwer ihn zu täuschen oder ihn irgend etwas glauben zu lassen. so lief ich ziellos umher, kruez und quer, immer darauf bedacht zwischen den menschen nicht auf zu fallen und suchte nach lockerem boden... egal wo ich es versuchte, egal wie oft... es funktionierte nicht. hier und dort vielleicht mal ein paar centimeter aber kaum was von bedeutung. mit der zeit wurde es immer qualvoller bewegungslos da zu stehen und drauf zu achten sich in der nähe von menschen nicht all zu sehr zu bewegen , es wurde immer kraftaufwendiger... ein weiteres problem wurde mit der zeit die erkenntniss, der einzige baum zu sein. alle hatten sie ihren platz, fanden sich damit ab... nur ich irrte ruhelos umher. es begann zu nagen, machte mich traurig und zweifelnd. konnte es denn sein? war es möglich dass ich tatsächlich der einzige uneingewurzelte baum bin? ich wollte es nicht glauben. also begann ich zu beobachten. und ihr lesenden dieses langen textes, glaub mir, ich fand eine freude in dieser tätigkeit... eine nie gekannte. ich beobachtete alles, analysierte, betrachtete die werdegänge, die verschiedenen und sich wiederholdenen verhaltensmuster... mit der zeit begann ich dann es zu verstehen. ich erkannte ein system hinter dem ganzen, entwickelte mich weiter und weiter... beobachtete nur noch, stand still mit eingeschlafenem stumpf und tauben wurzeln. irgendwann war es so weit, dass ich einen der vorbeilaufenden menschen nur einen kurzen moment betrachtete und seine persönlichkeit vor augen hatte. klar irrte ich mich auch mal aber in den meisten fällen traf es zu. die denkweise und verhaltensmuster der ganzen menschen war vollkommen klar und verständlich... aber für mich kaum nachvollziehbar. dass ich anders bin hatte ich akzeptiert, meine rolle der beobachterin angenommen... lebte damit.
irgendwann waren all die menschen für mich auch nicht mehr, als als kleine umherwandelnde häufchen aus masken die verschiedene gesichtsausdrücke darstellten, manche trugen mehr, manche weniger masken aber nirgendwo war mehr ein stück haut zu sehen, ein stück mensch. zu ihnen gehören wollte ich nicht mehr, wandelnde masken sind hübsch an zu sehen aber eine sein? nein, ein baum trägt keine maske, das sieht weder hübsch aus noch würde ihm eine passen.
die zeit verging, ich wurde müde. das ständige beobachten begann mich zu langweilen, ich kante mitlerweile alle masken auswendig, es wiederholte sich alles. neues passierte selten, sehr selten. auch die eingeschlafenen wurzeln die ich irgendwo versteckt hatte wurden unangenehm...
so machte ich mich auf den weg an ein abgelegenes plätzchen wo keine menschenseele vorbei kam. ich suchte mir eine ruhige ecke und schloss die augen...
lange hatte ich sie zu, war nur in mir, verarbeitete all die eindrücke, durchlebte alles noch einmal, wandelte bilder um in information. vieles verstand ich, interessant würd ich's nennen an zweiter stelle, erschreckend und grauenvoll an erster. ich verstand warum sie masken trugen, verstand warum sie diese niemals abnahmen: sie waren fest gewachsen. ich verstand dass ich durch ewiges beobachten nichts erreichen würde, was bringt mir die information? was habe ich davon alleine auf einem feld zu stehen und die welt verstanden zu haben? gar nichts...
so wurde ich wieder traurig und durchlebte viele phasen... phasen des neides, der angst, phasen des hasses, der wut, ab und an auch phasen der freude, freude darüber mehr gesehen zu haben als all diese maskenhaufen... aber alles in allem wurde ich verzweifelt und ich begann mich zu fragen, warum es so ist. die frage trieb mich in den wahnsinn, in den absoluten wahnsinn... also weinte ich.
ich weinte lange, wie lange weiß ich heute nicht mehr, aber es hat auch kaum mehr wichtigkeit...
eines morgens wachte ich auf, durch ein zwitschern. ein kleiner vogel saß auf einem meiner äste, ein vogel mit maske.
nicht wirklich, sonst konnte ich das hier nicht tippen... aber ratlos bin ich trotzdem. in den letzten tagen wurde mir so vieles klar und so viele fragen taten sich auf...
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Alt 22.04.2009, 16:29   teil 2 Beitrag #2 (permalink)
KreaTiefe
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Beiträge: 79
als baum lernt man die sprache der vögel . ich schloss die augen und lauschte dem zwitschn des kleinen vogels und konnte kaum glauben was ich hörte.
einen weiteren baum gibt es sagte er, einen weiteren baum der umhergeirrt ist! ist das nicht wundervoll? und er sollte gar nicht all zu weit weg stehen, einen tag fußmarsch, vielleicht zwei. natürlich wollte ich mich gleich auf den weg machen, sofort los stürmen, voller hoffnung und euphorie... aber ich merkte... meine wurzeln schliefen so fest, der stamm war so taub geworden in der zeit, nichts bewegte sich mehr...
auch hatten sich ein paar bemaskte tiere in meinen zweigen breit gemacht, ein eichhörchen wohnte hier und ein nest mit 3 kleinen eiern. so stand ich da, unverändert. das gefühl der verzweiflung kannte ich bereits, nun kam sehnsucht hinzu, sehnsucht und fernweh...
ich stand dort eine weile, die sehnsucht wuchs, ich weinte und weinte... weinte immer lauter, schluchzte und schrie, lauter, immer lauter. das eichhörnchen und die mitlerweile geschlüpften masken vögel schienen es nicht zu hören, waren sie etwa taub? sahen sie meine tränen nicht, waren sie blind? ich verstand es nicht, aber abschütteln und auf den boden werfen wollte ich sie auch nicht. es blieb also wiedermal nichts anderes überig, als zu versuchen, es zu akzeptieren... ich weinte und versuchte, verzweiflete... bis eines tages etwas geschah, gar nicht lange her ist es, vier tage, vielleicht fünf. ein engel kam zu mir heram, strahlend, trug keine maske, nur die abbildung einer maske auf einem talisman um den hals... er fragte mich warum ich denn weinen würde ich sah ihm in die augen und er erschrak. du kannst etwas, das können nicht viele bäume! waren seine worte. verwundert sah ich ihn an und... schwieg. im laufe der jahre hatte ich das sprechen verlernt. gerne hätte ich ihn so viel gefragt, aber die worte kamen mir nicht über die lippen. er schien zu spüren, dass ich wissbegierig war und kam näher. er setzte sich vor mich und...begann zu sprechen. er sprach so rein, aus der seele heraus, sprach vom leben, sprach von gott, von bäumen sprach er, von laufenden bäumen! alles was er sagte war geheimnissvoll und verschlüsselt... die ganze nacht lang sprach er, und jedes seiner worte traf in mein innerstes... gab mir kraft und mut.
am morgen verschwand er, ganz plötzlich. und... ich war allein. allein mit seinen worten, an die erinnerung an ihn. so viel verstand ich, so unendlich viel...
es ist nun vier tage her... oder fünf. nun, ein baum bin ich nicht wirklich, sonst konnte ich das hier nicht tippen... aber ratlos bin ich trotzdem. in den letzten tagen wurde mir so vieles klar und so viele fragen taten sich auf...
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