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Alt 22.12.2008, 12:51   Zeit der Besinnung Beitrag #1 (permalink)
PassePartout
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 02.12.2008
Beiträge: 7
Zeit der Besinnung

Zeit der Besinnung – sollte es wohl sein.

Diese Adventszeit,

die sich heute ganz anders zeigt, als ich es zu meiner Kinderzeit erlebt hatte.
Wo findet heute diese Besinnung statt? Zuhause, wenn Ruhe herrscht im Raum, oder wo sonst?
Wo sind die Orte der Ruhe in heutiger Zeit? Gibt es noch den Ort,
an dem wirklich die Ruhe selbst das Wichtigste ist?

Nun liegt es ja an jedem Menschen selbst, ob er die Ruhe sich selbst schaffen will,
oder darauf eher verzichtet.
Niemand wird ja gezwungen, eine sogenannte Un-Ruhe zu erzeugen. Dafür sorgt dann schon der Alltag,
mit all seinen Ereignissen. Sie es nun der Lärm auf der Straße, oder das ständig eingeschaltete Fernsehgerät,
oder der Radio mit Musik.
Oft sagen mir Menschen, daß sie keine Ruhe finden können. Ich frage sie dann, wo sie diese Ruhe eigentlich wirklich suchen,
und ob sie tatsächlich auch daran interessiert sind, einmal diese Ruhe real zu erleben. Viele Menschen erkennen dann,
daß sie die Ruhe gar nicht wirklich suchen wollen. Sie scheinen keine Zeit dafür zu haben, sich die Ruhe gönnen zu wollen.

Kaum haben sie eine Sache erledigt, wissen sie schon, was als Nächstes zu tun ist.
Nur keine Langeweile aufkommen lassen, und die Zeit „sinnvoll“ nutzen. Es scheint heute eine Tugend zu sein,
laufend sich in Eile zu befinden, um ja nicht zur Ruhe kommen zu müssen.

Und wiederum haben manche Menschen in der Tat Angst davor, sich in die Ruhe zu begeben.
Ruhe scheint hier mit dem „alleine - sein“ in Verbindung zu stehen. Wir haben gelernt, die Zeit „sinnvoll“ auszufüllen.

Aber hier wird Aktivität erwartet, und somit dann auch gleichgestellt mit dem Sinn einer Handlung –
was aber nicht das Gleiche sein kann. Eine Aktivität hat nicht auch gleichzeitig einen Sinn.
Der Sinn muß zuerst der Aktivität gegeben werden, denn sonst wird daraus ein „blinder Aktivismus“ – der jeglichen Sinn verloren hat.

Aber, wir wollen ja unbedingt Ergebnisse erzielen mit unseren Aktivitäten, und somit ist die Hauptsache am Ende nur die,
daß wir irgend etwas machen, egal was, Hauptsache, wir sitzen nicht „tatenlos“ nur herum.

Früher einmal hatte man noch Zeit, nach der Handlung sich das Ergebnis auch zu betrachten und zu erforschen,
was denn nun geleistet worden ist, und wie diese Handlung in das Leben eines Menschen auch paßt.

Was der Mensch also leistet, muß dann auch einen Zweck erfüllen. Die Betrachtung geht nun vom Endprodukt aus,
also nicht mehr von der Kreativität des Menschen, und bestimmt von daher, ob das Geschaffene auch zu irgend etwas „gut sein könnte“.

Wenn man nichts „gewinnbringendes“ damit anfangen kann, dann ist es für viele Menschen einfach nicht interessant
und wird aus dieser Betrachtung heraus un-überlegt abgelehnt. Die „Sinnfrage“ wird hier überhaupt nicht gestellt,
da nur auf den Profit geschaut wird, wenn die Sache auch „etwas bringen“ soll. Wie oft hört man die Äußerung eines Menschen:
„Was bringt mir das schon groß…?“

Und nun sind wir bei der Adventszeit.
Ja – was bringt mir die Adventszeit, wenn ich sie so betrachten will, nach ihrem Nutzen?
Sie ist heute wohl eher eine Zeit, die uns laufend daran erinnert, daß wir doch
„all den Lieben“ auch ja etwas zu Weihnachten schenken müssen.

Sie könnten ja sonst unter Umständen – beleidigt sein – sollten wir sie tatsächlich nicht mit Geschenken beehren.
Ein kollektiver Zwang, der besagt: „Zu Weihnachten schenkt man lieben Freunden etwas – egal, was –
Hauptsache – ein Geschenk. Somit herrscht „Kaufaktivität“, egal, wo wir auch hinschauen.

Es beginnt ganz subtil am Ende der Sommerzeit, schon dann, wenn die großen Ferien zu Ende sind,
und wenn die große Hitze vorüber ist und der Herbst seine Erscheinen mit kühlen Nächten ankündigt.

Da sind sie wieder – all die lieben Weihnachtsgebäcke im Regal. Ein Duft von Spekulatius liegt in der Luft,
wenn die Mutter mit ihren Kindern die entsprechenden Regalreihen im Supermarkt betritt.

Und wieder einmal hat die „herrliche Weihnachtszeit“ begonnen – zumindest im Supermarkt in den diversen Regalen.
Dazu brennt sogar schon die erste Kerze. „Es scheint, ernst zu werden“.

Aus dem Christkind wurde im Laufe der Zeit kurzerhand mal ein Weihnachtsmann –
läßt sich doch optisch viel besser darstellen, als so ein nackter Säugling in einer abgerissenen Hütte! –
also wirklich ! - Wie unhygienisch das wirkt! –

Wie viel „geschmackvoller“ wirkt da doch ein Opa mit weißem Bart und Roter Mütze auf all die Kinder,
die ihn doch tatsächlich – manchmal – mit dem Nikolaus verwechseln. –
Ach ! – Den gibt es ja auch noch – hätte ich doch beinahe vergessen –
wie konnte ich nur…?

Herzliche Grüße

Passe Partout
2008-12-17
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