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... Jeden Morgen, bevor die Sonne aufgeht, bewaessere ich den Baum des Lebens.
In der Natur geschieht dies auch.
Die Baeume ziehen das Wasser aus der Erde und leiten es in ihre Staemme, Aeste, Zweige und Blaetter, so dass die Fruechte zur vollen Reife kommen.
In diesem Sinne ziehe ich selbst auch das Samen-Wasser aus dem Wurzel-Zentrum und leite es durch meine Wirbelsaeule bis zum Scheitel empot.
Die Technik ist ganz einfach:
Ich setze mich mit aufrechter Wirbelsaeule auf meinen Meditationssitz und entspanne meinen Koerper, meinen Atem und meinen Geist.
Dann konzentriere ich mich sanft auf mein Wurzel-Zentrum und warte, bis sich das Zentrum dynamisiert hat.
Ist dies geschehen, verlagere ich meinen Fokus auf das Steißbein.
Wohin sich mein Geist richtet, dahin fließt die Energie.
Am Steißbein befinden sich vier kleine Oeffnungen, durch welche die Sexual-Energie in die Wirbelsaeule eindringen kann.
Hat sich das Steißbein dynamisiert, konzentriere ich mich sanft auf mein Kreuzbein-Zentrum inmitten der Wirbelsaeule.
Hier kann ich deutlich wahrnehmen, wie die Energie in die Wirbelsaeule eindringt und sich langsam zum Kreuzbein erhebt.
Vom Kreuzbein aus verlagere ich meinen Fokus ins Nabel-Zentrum, das sich ebenfalls inmitten der Wirbelsaeule befindet.
Bei den Konzentrationen geht es nicht um punktgenaue Konzentrationen, sondern mehr um die kompakte Betrachtung eines jeden Zentrums.
Im Nabel-Zentrum entwickelt sich eine sehr starke Dynamide, die ich dadurch aufloese, dass ich sie ins Herz-Zentrum lenke.
Vom Herz-Zentrum steige ich zum Hals empor und betrachte entspannt das Zentrum oberhalb des großen Nackenwirbels.
Als naechstes verlagere ich den Fokus direkt in mein Kleinhirn, das sich an der Rueckseite des Kopfes befindet.
Ich warte wieder eine Zeit, bis sich saemtliche Energien hier eingefunden haben.
Vom Kleinhirn aus konzentriere ich mich auf beide Gehirnhaelften gleichzeitig, wobei eine Synchronisation der inneren polaren Kraefte erzeugt wird.
Durch diese Synchronisation wird im Laufe der Zeit das "Wasser des Lebens" freigesetzt, das meinen gesamten Organismus befruchtet und belebt.
Haben sich die Gehirnhaelften dynamisiert, steige ich sanft zum Scheitel auf und warte auch hier, bis sich das Zentrum energetisch aufgeladen hat.
Ist dies geschehen, gehe ich sanft zur Ganzkoerperbetrachtung ueber, wobei ich meinen ganzen Koerper mir "einem Blick" erfasse.
In dieser Haltung kann ich deutlich spueren, wie sich das "Wasser der Lebens" aus meinem Kopf loest und ueber unzaehlige Leitbahnen in meinen Organismus eindringt.
Durch die Ganzkoerperbetrachtung energetisiert sich mein gesamter Koerper bis in die letzten Zellen.
Hat die Dynamide ihren hoechsten Punkt erreicht, gehe ich einfach zur "Betrachtung der offenen Weite" ueber.
Ich richte meinen Blick entspannt nach vorne und betrachte die Phaenomene des Seins.
Nachdem sich diese langsam klaeren, erscheint ganz wie von selbst ein dunkles, indigofarbenes Mandala, das - wie ein Auge - ein samtenes schwarzes Zentrum besitzt.
Aus der kreisfoermigen Peripherie des Zentrums faechert gleichmaeßig Licht ueber das Mandala und verliert sich im Radius meiner Wahrnehmung.
Die Kunst besteht fuer mich darin, in dieser Phase keinen Gedanken aufkommen zu lassen.
Es hat einige Zeit gedauert, bis ich diesen Zustand erreichte; nach einigen Monaten offenbarte er sich quasi wie von selbst.
Wenn es mir gelingt, das "Auge des Mandalas" entspannt zu betrachten, entsteht ploetzlich eine Art Sog im Zentrum des Mandalas.
In diesem Augenblick kommt es darauf an, wie ich gelernt habe, meinen Atem zu beherrschen.
Der Atem ist der Schluessel, um in das "Tor des Mandala" einzutreten...
Weiter kann ich nicht darueber berichten: Es gibt zu viele Menschen, die sich durch bestimmte Versuche Schaden zufuegen wuerden.
Falls sich jemand soweit entwickelt hat, dass er Koerper, Atem und Geist beherrscht, hat er selbst Kenntnisse darueber erlangt, was es mit dem Atem auf sich hat.
Der gesamte Prozess der Transformation nimmt bei mir eine Zeit von 40 Minuten in Anspruch.
In den ersten 20 Minuten findet der aktive Teil der Transformation statt und in den naechsten 20 Minuten der passive.
Falls es mir in den Sinn kommt, mit dem Mandala zu "arbeiten", steigert sich die Zeit, ohne dass ich mir eine Grenze setze.
Seit dem Jahre 1995 bewaessere ich Tag fuer Tag meinen Lebensbaum, und dies werde ich bis zu meinem irdischen Ableben beibehalten.
Im Laufe der Zeit gewinnt der Lebensbaum eine Dynamik, dass eine bloße Zuwendung zu ihm schon ausreicht, um die belebenden Energien freizusetzen.
Erst wenn der stoffliche Koerper vollkommen vom "Wasser des Lebens" durchdrungen ist, steigert es sich zur Befruchtung des inkarnierten Geistes.
Auch der Geist besitzt einen "Koerper", der das "Wasser des Lebens" benoetigt, damit sich der Grad seiner Schwingung erhoeht.
Erst wenn der geistige Koerper vom "Wasser des Lebens" gesaettigt wurde, kann er sich in den "Spaehren des Lichtes" frei zu bewegen.
Soweit eine kurze Darlegung meiner taeglichen Praxis der Transformation...
Mit guten Gedanken
Anzeraq
Grafik: "Cducaeus"
Gr.: 120 + 160 cm
Hartpappe, Kreide,
Goldstaub, Wachs
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