Fantasio I Die Nacht
I
Trübe sind die Taggedanken
Blind sind sie verklärt
Reich geschmücket ist der Zug
Der bis hier in die Hölle fährt
Finster sind die Gedanken
Feurig der irre Pfad
Nun treten Geister ohne Schranken
In dies rote Bad
Gott ist tot
Die Fenster sind verschlossen
Die Sonne ist vergilbt
Das Leben einst gesossen
II
Herausgerissen bin ich
In eine andre Welt
Wo kein Platz mehr hat der Jugend Streben
Auf die kein Licht mehr fällt
Selbst die Leichen finden keine Ruhe
Still sind die Gesichter, sie aber nicht
Sie müssen weiter wandern
Die müssen in die neue Schicht
Du bist bei mir, Tod
Dich kann ich zuletzt gebrauchen
Die Leichen tuen riechen
Und Himmel, wie sie rauchen
III
All die grünen Plätze sind verschwunden
Die Hoffnung stirbt zuletzt
Ich setze dir ein leises Denkmal,
süße Freude,
Habe Dank
Ich gehe jetzt
Fast am Ende
Seh ich doch
Bunt
Es flattert an mir hernieder
Des Wahnsinns hohe Kunst
-Montag, 9. Juni 2008-