Hallo!
Mein Beitrag könnte auch im Beziehungsforum stehen aber ich lass ihn mal hier.
Ich bin jetzt fast 10 Jahre in einer Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen, sowie 2 Kindern. In der ganzen Zeit fühlte ich eine starke Anziehung zu meinem Lebenspartner. Ich genoss die Zweisamkeit, das Kuscheln, den Sex sehr. Ich floss so gerne in ihn hinein und kannte das auch von früheren Beziehungen so von mir. Wenn ich liebe, dann richtig, dann so das ich eine Einheit werde mit meinem Partner. Ich erlebte die schönsten Wonnegefühle wenn wir nur zusammengekuschelt im Bett lagen und vor uns hin dösten.
Mein Partner war aber schon immer eher der Machotyp, der am Anfang gar klar machte, das er nicht so auf kuscheln steht und auch beim Sex waren eher andere Dinge wichtig als dieses verschmelzen wie ich es mir immer ersehnte. Im Laufe der Jahre änderte sich das manchmal und wir hatten schöne Zeiten, dann wieder schlechte. Irgendwann gingen wir dazu über, das er seine tägliche Kraulstunden von mir bekam und ich tankte bei dieser Körpernähe meinen Akku wieder auf. Ich brauchte doch so sehr diese Nähe. Seit einem halben Jahr entwickelt sich alles irgendwie anders. Beruflich bedingt (ich gehe wieder Arbeiten) fiel die Nähe zueinander immer mehr und mehr weg. Seit gut 2 Monaten geht sie mir total ab. Dazu kommt, das seit einem Monat ein Hund bei uns lebt, um welchen er sich rührend kümmert und der all seine Liebe bekommt. Schön und gut, nur ich bekam fast gar nichts mehr. Die Zeiten passten auch nicht mehr. Ich musste früh raus aus dem Bett, er ging spät schlafen. Alles irgendwie verkehrte Welt. Und es tat mir so weh im Herzen. Ich sehnte mich so sehr nach dem Körperlichen, dem Verschmelzen. Ich war sauer auf den Hund, der konnte da nichts für. Mein Mann nahm das wohl alles nicht so ernst. So ist er eben. Vor zwei Tagen hielt ich die Sehnsucht in mir nicht mehr aus und es explodierte die ganze Traurigkeit und Wut aus mir heraus und ich heulte wie ein Schlosshund. Mein Mann sagte dazu nichts. Da heulte ich noch mehr und lag 2 Stunden in meinem Tränenbett. Es schüttelte mich so heftig und ich weiß gar nicht was da nicht noch alles herausgespült wurde. Danach ging ich meinem Tagesablauf nach( musste ja arbeiten) und spürte eine Veränderung in mir welche sich immer mehr und mehr herauskristallisierte. Ich spürte mich selbst, in meinem Herzen. Ich bin mit mir selbst eine Einheit. Mein Mann sagte nichts zu meinem Ausbruch, die Familiengeschichte läuft weiter so wie vorher. Der Hund ist noch da u.s.w. Er schläft neben mir im Bett und das erste Mal in all den Jahren spüre ich diese Sehnsucht nicht. Ich hab es in der Nacht getestet und mich an ihn herangekuschelt als er schlief um zu spüren ob das Verschmelzen wieder beginnt aber da passiert nichts. Ich spüre immer nur mich in meinem Herzen. Nun frag ich mich, was ist da passiert? Ist das normal? Liebe ich ihn jetzt nicht mehr? Ist dieses Verschmelzen von Paaren, dieser "Seelengleichklang" gar kontraproduktiv für eine Beziehung, kindlich? Es tut auf jeden Fall nichts mehr weh und das fühlt sich auch gut an. Ich spüre das erste Mal, ich glaube seit Beginn der Pubertät und den ersten Liebschaften, das ich ganz bei mir bin und das mich da auch so schnell niemand mehr weg bekommt. Über eure Gedanken würde ich mich freuen.
Liebe Grüße
sonnenscheinchen