Hey Myrddin,
es gibt unendlich viele (wenig erforschte) Theorien zu Seelen und Seelenverbindungen. Daher wird fast jeder die Dinge ein wenig anders sehen. Ich versuche deshalb, Dir Deine Fragen gemäß meiner eigenen Auffassung zu erklären - das muss also nicht das "Ei des Kolumbus" sein

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1. Was sind
Dualseelen?
Für mich sind DS 2 einzelne Individuen; die ursprünglich einmal "Eins" gewesen sind. Wir alle sind eigentlich eine Einheit, ein "Ganzes". Das "Teilen" der Seele geschieht (auf eigenem Wunsch) VOR unserem jetzigen Leben; und es passiert nicht nur EINMAL (Dualseele), sondern mehrfach (andere Seelenverwandtschaften).
Die Verbindung mit der DS ist demnach einzigartig; die DS ist der Seelenanteil, der unserer eigenen Struktur am ähnlichsten ist. Die Persönlichkeiten können jedoch höchst unterschiedlich sein. Das ist scheinbar so gewollt, denn wären Beide absolut identisch, gäbe es keinen Grund, sich aneinander zu "reiben" - und damit zu lernen.
So verkörpert die DS in ihren Charakterzügen häufig sehr extrem jene Eigenschaften, die wir an uns selbst verleugnen, die wir nicht sehen wollen oder nicht sehen können. Da die Liebe zwischen den Seelenanteilen unsagbar groß ist, werden wir in dieser Verbindung am ehesten bereit sein, uns auch mit den unangenehmen Seiten auseinander zu setzen. Die DS ist also so etwas wie der "Holzhammer" unter den "Lehrern".

Das Ziel der Teilung besteht offensichtlich darin, möglichst viele Lernerfahrungen zu "sammeln",uns vor allem mit uns selbst auseinander zu setzen, um am Ende unsere eigene Mitte wieder zu finden.
DS treffen sich demnach dann, wenn ihre Seelenentwicklung stagniert; sie sind quasi der "Fleisch gewordene" Hinweis darauf, sich gewisse Dinge genauer zu betrachten und das "Brett vor`m Schädel" zu lösen.
Zugegeben, wie ich es hier versuche zu beschreiben, liest sich das Ganze ein wenig wie eine Gebrauchsanweisung für Staubsauger. In Wirklichkeit ist die Begegnung mit nie bewusst erfahrenen Emotionen verbunden und stellt unser bisheriges Leben komplett auf den Kopf...

2. Sind DS die "Mensch" oder zu "Fleisch" gewordenen, zuvor getrennten, Seelen?
Meiner Ansicht nach sind sie das. Wobei wir nie vergessen sollten, dass wir zwar soetwas wie eine "Einheit" sind, aber dennoch Eigenständigkeit besitzen. Das wird häufig vergessen.
Ich vergleiche das Ganze mal etwas flappsig mit einer runden Pizza... Schneiden wir sie in der Mitte durch, so schmeckt sie immer noch und ist trotzdem nicht ihres Geschmackes und ihrem Zweck (nämlich dem des "Sattmachens") beraubt worden

3. Sind DS der tief in einem schlummernde und längst vergessene Wunsch nach einem Teil eines selbst?
Vielleicht sind sie das. DS "spiegeln" uns i. d. R. gnadenlos und "erinnern" uns auf ihre Weise an das, was wir wirklich sind und sein wollen - auch an das, was wir uns verbieten zu sein.
So ist es z. B. möglich, dass Seele 1a ein eher unabhängiges, "freies" Leben ohne große Verpflichtungen führt und die Seele 1b sich auf sämtlichen Ebenen ihres jetzigen Daseins mit Verantwortung "zuschüttet".
Möglicherweise wird Seele 1a bei der Begegnung denken: "Igitt, was führt 1b bloß für ein ekelhaftes Lotterleben?" 1b, hingegen, mag denken: "Widerlich! 1a soll endlich einmal anfangen zu LEBEN."
Im Grunde genommen sehnen sich jedoch beide danach, ein Stück weit so zu sein wie der Andere - auch, wenn sie es erst einmal nicht wahrhaben wollen.
4. Kann es sein, dass die Menschen der heutigen Zeit nicht mehr in der Lage sind, in sich hinein zu horchen...?
Hm, ich vermute, dass eine unserer größten Aufgaben im Leben wohl die nach dem Erkennen unseres Selbst ist.
Es ist wohl eine Art "Krankheit" unserer Zeit, dass wir uns nicht mehr so sehr auf das Wesentliche konzentrieren. Stress und Verpflichtungen prägen unseren Alltag und wir vergessen uns selbst dabei all zu leicht. Mit "falschen" Wert -und Normvorstellungen (wie dem Streben nach Macht, Besitz, Schönheit usw.) "behindern" wir unser eigenes Vorankommen.
Manchmal müssen wir wohl an die Hand genommen werden und unsere DS treffen, um auf diesem Weg einmal stehen zu bleiben und nach zu denken...

5. Ist die DS vielleicht der Teil eines Menschen, nach dem jeder sucht, um vollkommen zu werden?
Ich würde es so formulieren: Wir SIND bereits "vollständig". Die DS hilft uns nur dabei, die "vergessenen" Seelenanteile wieder an die Oberfläche zu bringen.
Die Sehnsucht nach der "Verschmelzung" mit unserer DS soll uns nicht behindern (was häufig geschieht, weil wir uns nach der 1. Begegnung all zu sehr auf den Anderen konzentrieren), sondern uns auf unser eigenes "Ich" zurück besinnen.
6. Brauchen wir handfeste "Beweise" (in Form der DS), um uns weiter entwickeln zu können?
Für mich ist meine DS kein "Beweis", sondern eine HILFE.
Ich weiß nicht, ob ich ohne diese einschneidende Begegnung so viel über mich selbst erfahren hätte.
Rückblickend kann ich sagen, dass einige, persönliche Entscheidungen ohne meine DS mit Sicherheit anders ausgefallen wären. Vielleicht hätte ich mich auch kein Stück mehr weiter bewegt.
In der Tat habe ich mich in den letzten Jahren (als kaum noch ein "realer" Kontakt bestand) mehr und mehr in seine Richtung entwickelt. Ich bin gewissermaßen dabei, den Spiegel, den er mir vorhält für mich und mein Leben zu nutzen. Dafür bin ich sehr dankbar und hoffe, dass auch mein Dual für sich die richtigen Schlüsse aus unserer Begegnung zieht.
Wir hatten sehr, sehr unangenehme und verletzende Gespräche und Begegnungen, doch letztlich hatten alle ihren Sinn. Der Prozess, den ich hinter mir habe und in dem ich mich noch weiter befinde und befinden werde, ist geprägt von großer Dankbarkeit und Liebe. Heute fühle ich mich nicht mehr "unvollständig" ohne meine DS; ich habe keinerlei Erwartungen mehr an sie.
Liebe Grüße,
Crazy Angel