Hallo Kundry,
herzlich willkommen bei den "Dualern"!

Du hast da eine sehr wichtige Frage gestellt, die oft vernachlässigt wird, wenn wir uns hier austauschen. Hier sind meine Gedanken dazu:
Ich glaube, dass es für den Ehe - oder Lebenspartner grundsätzlich extrem schwierig ist, den Kontakt des Partners zu seiner DS zu verstehen und zu akzeptieren (vor allem dann, wenn dieser sich nie mit Seelenverwandtschaften und dergleichen auseinander gesetzt hat).
Die Dualseele stellt wohl in den meisten Fällen eine große "Gefahr" für die Beziehung dar. Man möge sich vorstellen: Über Jahre hinweg hat man sich in seiner Partnerschaft etwas aufgebaut, hat vielleicht sogar gemeinsame Kinder, man liebt sich mehr oder weniger stark, verfolgt gemeinsame Ziele und schmiedet Zukunftspläne... Und "plötzlich" taucht ein Mensch im Leben des Partners auf, der Gefühle in ihm weckt, die WIR niemals bei ihm auslösen können. Neben der emotionalen/ geistigen Verbundenheit spielt mitunter sogar eine große, körperliche Anziehungskraft eine Rolle... Na, wenn DAS nicht bedrohlich, verletzend und hochgradig verunsichernd ist!

Ich persönlich habe folgende Erfahrungen gemacht:
Als ich meine DS traf, befand ich mich in einer langjährigen, aber äußerst "ungesunden" Beziehung. Mein damaliger Partner war auf alles und auf jeden geradezu krankhaft eifersüchtig. Die Verbindung zu meiner DS konnte er überhaupt nicht nachvollziehen und ließ kein gutes
Haar an ihm.
Die Partnerschaft zerbrach an der Liebe zu meiner DS; und das war auch gut so, denn dieser Schritt war ohnehin längst "überfällig" -ich fand in der Vergangenheit nur nicht den nötigen Mut, um diesen Schritt gehen zu können.
Meinen heutigen Lebenspartner traf ich in einer Phase, in der es mir wegen meiner DS sehr, sehr schlecht ging. Ich befand mich quasi "am Boden", als wir aufeinander trafen. Der Kontakt zu meiner DS war zwar äußerlich schon so gut wie abgebrochen, doch ich litt noch immer wahnsinnig darunter.
Von Anfang an habe ich mit meinem Lebensgefährten offen über meine DS gesprochen. Da er mit dem Thema "
Seelenverwandtschaft" so gut wie nichts anfangen kann, ist das nicht immer leicht zu erklären. Ich versuche, so ehrlich wie nur möglich mit dem Thema umzugehen und zwar, ohne ihn dabei zu verletzen... eine schwierige Kiste!
Mein Lebenspartner liebt mich sehr und wir planen eine lange und glückliche Zukunft; der "Schatten" meiner DS liegt trotzdem über unserer Beziehung. Mein LG war anfangs oft sehr traurig, denn er merkt, dass er meine DS nicht "ersetzen" kann. Oft ist er wütend auf meine DS, weil es mir seinetwegen manchmal nicht gut geht und ich bis vor Kurzem große Probleme hatte, mit dem Kontakt - Abbruch klar zu kommen. Es kommt jedoch auch vor, dass mein LG Verständnis aufbringen kann; sowohl für mich als auch für meine DS.
Ich versuche, nicht nur mit meinem LG zu REDEN, sondern ihm vor allem im Alltag zu ZEIGEN, dass ich zu ihm gehöre und meine DS nicht als Gefährdung für unsere Beziehung betrachtet werden muss.
Meine DS, hingegen, steckt in einer ähnlichen Situation wie Du.
Er ist seit fast 20 Jahren verheiratet und hat seiner Frau versprechen müssen, mich nie wieder zu sehen. Er hält dieses Versprechen und verleugnet mir gegenüber die Verbindung, die wir zueinander hatten/haben.
Als wir uns trafen, behauptete er, sich mit seiner Frau "nie so richtig verstanden zu haben" und gab an, sie nicht mehr zu lieben. Ein "miteinander Reden" war - nach seinen Schilderungen - mit ihr kaum möglich, und es hatte oft Streit gegeben. Er redete von einer ekelhaften "Kälte" in der Beziehung, von materiellen Werten und familiären Verpflichtungen. Das Wort "Liebe" nahm er - im Zusammenhang - mit seiner Frau gar nicht erst in den Mund.
HEUTE meint er, er habe sich mit seiner Frau noch nie so gut verstanden wie jetzt (also nachdem unsere "Affäre" aufgeflogen war). Heute könne er wieder mit ihr reden und die Beziehung sei "gekittet".
In wie weit das alles stimmt, kann ich nicht nachvollziehen (wie gesagt, wie haben keinen wirklichen Kontakt mehr). Ich "spüre" nur, dass es ihm oft schlecht geht - warum auch immer. Mein Eindruck ist eher der, dass er sich etwas vormacht. Doch das ist SEINE Sache und ich muss es akzeptieren - auch wenn das nicht immer leicht war und ist.
Liebe Kundry, Du hast Deine Situation sehr nüchtern, klar und rational beschrieben... Aber wie schaut es denn zwischen Dir und Deinem Mann aus?Und was genau möchtest Du von Deiner DS? Hegst Du mehr freundschaftliche Gefühle oder hoffst Du darauf, dass Ihr ein Paar werdet?
Ich glaube, wenn eine Partnerschaft wirklich "gesund" ist, kann eine Lösung gefunden werden, mit der alle leben können (vorausgesetzt, Du erwartest von Deiner DS keine Liebesbeziehung). Sind aber von Seiten des Partners Zweifel und Ängste bezüglich Deiner Treue vorhanden, ist das sicher niederschmetternd für Deinen Partner und kann eine regelrechte Panik sowie riesige Verlustängste auslösen. Klar, dass er für sich nur die Möglichkeit sieht, Dir den Kontakt zu Deiner DS zu "verbieten" - unabhängig davon, wie sehr DU darunter leidest, wenn Du ihm diesen Wunsch erfüllst.
Wenn die Sehnsucht nach Deiner DS so stark ist, wie ich es herauszulesen glaube, gehst Du zu Zeit sicher durch eine emotionale Hölle. Denn sicher wirst Du auch Deinen Ehemann nicht verletzen wollen, stimmt`s?
Wenn Du magst, beschreibe Deine/ Eure Lage ruhig einmal etwas genauer. Vielleicht gibt es ja doch eine Lösung? Eines sollte Dir jedoch klar sein: So ganz ohne Veletzungen wird es voraussichtlich erst einmal nicht funktionieren.
Entscheidest Du Dich für Deinen Ehemann, leidest Du und Deine DS mit Dir (denn sie spürt ja Deine Empfindungen). Entscheidest Du Dich für Deine DS, wird Dein Ehemann sehr leiden. Willst Du BEIDES, werden viele Gespräche notwendig sein, die bestimmt für alle nicht ganz einfach werden. Hier stellt sich die Frage: Mit welcher Konsequenz kannst Du am ehesten umgehen und was fühlt sich "richtiger" für Dich an?
Ich denke, jede mögliche Entscheidung birgt ein gewisses Risiko. Leider gibt es keine Garantien. Letztlich brauchst Du am Ende das Gefühl, richtig gehandelt zu haben, um nicht den Rest Deines Lebens mit einem schlechten Gewissen herumlaufen zu müssen.
Ich finde es übrigens super, dass Du Dich mit der Sache so auseinandersetzt und Dich nicht damit "verbuddelst"

Glaube mir, ich kann das gut verstehen und sehe Deine Situation aus den verschiedensten Blickwinkeln.
Was immer Du tust: Ich wünsche Dir die Kraft und die Klarheit, die Du benötigst, um mit dieser Geschichte umgehen zu können!
Wäre schön, mehr von Dir (und auch von anderen Usern) zu hören. Denn das Thema betrifft viele von uns.
Liebe Grüße,
Crazy