Dies ist ein Text über meine Begegnung mit meiner Dualseele. Ich möchte es einfach mal versuchen in Worte zu fassen, denn es ist meine Geschichte und sie drängt in letzter Zeit mehr und mehr nach Außen.
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Heute Nacht hatte ich einen Traum. Ich war zu Tode verurteilt und sollte mit Gift hingerichtet werden. Es machte mir nichts aus. Mein Lebern begann und mein Leben endet - so oder so. Vor dem Tod hatte ich keine Angst, nur vor einer einzigen Sache - Sie nicht wieder zu sehen. Sie, das ist meine Prüfung, mein Engel, mein Ein-und-Alles im Leben und natürlich kam sie in diesem Traum zu mir und erfüllte mir meinen letzten Wunsch sie wieder zu sehen. Ich wachte auf und weinte - ich weinte so lange, bis ihre Seele nicht mehr bei mir war.
Ich vermisse sie, ganz ohne Zweifel und es ist immer ein schweres, melancholisches Gefühl, wenn ihre Seele in meiner Nähe ist. Es ist bittersüß.
Als wir uns kennenlernten teilten wir bereits unsere Ansichten. Ein Mensch unter Millionen kann verstehen was ich denke und sie tat es von Anfang an. Drachen, Hexen, Geister und Liebe, all das, so war uns immer klar, war kein dummes Gerede - es war immer schon Teil unser beider Leben und hier saßen wir nun, wohlwissend, dass sich zwei Menschen gefunden hatten, die sich finden mussten. Mein Gott habe ich sie geliebt - es geliebt morgens neben ihr aufzuwachen und ihr noch eine halbe Stunde beim schlafen zuzusehen. Ich habe es geliebt wenn sie sich gefreut hat und manchmal dachte ich, dass sie der Grund dafür ist, dass die Sonne scheint. Man könnte meinen, dass alles in der Welt nur dafür geschaffen sei, sie zum lächeln zu bringen.
Wenn wir zusammen waren verzerrte es die gesamte Realität um uns herum. Es war, als ob sich das Leben zu uns beugte um uns noch reicher beschenken zu wollen aber das war nicht von langer Dauer.
Wir fanden nie wirklich zueinander, stritten uns, weil ich es nicht aushielt so getrennt von ihr zu sein. Doch was habe ich da verlangt? In meinem jugendlichen Leichtsinn wollte ich sie ganz für mich allein haben, wollte sie an mich binden und jetzt, wo ich älter bin, sehe ich wie töricht das war. Wir stritten uns, wir trennten uns und mein Herz blutete viele Monate lang. Und doch sahen wir uns wieder, einfach auf der Straße und es war wie am ersten Tag und doch wieder einmal ganz anders.
Nach so vielen Trennungen begreift man irgendwann, dass das Leben nicht akzeptiert, dass man getrennte Wege geht. Wir rauften uns immer wieder zusammen und je heftiger wir uns stritten um so näher waren wir uns hinterher.
Aber wirklich zueinander haben wir nicht gefunden.
Ich zog fort, viele hundert Kilomerter, damit der Schmerz nicht ständig durch Begegnungen genährt würde und ich lernte ohne sie zu leben. Aber die Liebe ging nie fort. Egal wie weit entfernt ich war, so manchen Morgen wachte ich mit Tränen in den Augen auf und wusste, dass wir uns wieder getroffen hatten.
Ich hatte andere Frauen. Sie haben mir auch etwas bedeutet aber neben Ihr waren sie nur ein billiger Schatten der Liebe, die ich bereits kannte und allein das ist furchtbar zu erkennen. Die unerfüllte Liebe war die unglaublichste und stärkste, die ich je empfand.
Nun, eines Tages träumte ich von einem kleinen Käfer. Er war rotgolden und wunderschön. Ich trug ihn in meinen Händen und zeigte ihn herum, war stolz darauf so einen schönen Käfer zu haben und beschloss ihm einen Käfig zu bauen, damit ich ihn bei mir behalten konnte. Eine kleine Pappkiste erfüllte den Zweck und ich setzte den Käfer hinein. Nach einiger Zeit bemerkte ich ein Loch in der Kiste und machte mich daran das Loch zu flicken und wie ich mich so sehr darauf konzentrierte, merkte ich nicht, dass der Käfer längst weg war. Ich war traurig und sah mich um. Ich suchte den Käfer, doch als ich einen Schritt zurück trat machte es "knack" und der Käfer war nicht mehr schön.
Ich fuhr zu ihr und erzählte ihr diesen Traum und verstand, dass ich meinen Käfer frei lassen musste. So sehr ich sie auch liebte, so sehr war ich dazu verpflichtet sie frei zu lassen. So vieles in mir hatte sie gefangen nehmen wollen und ich erkannte, dass dies kein Ausdruck der Liebe sein konnte, die ich für sie empfand. Selbst viele hundert Kilomerter entfernt hatte ich sie als MEINE Liebste betrachtet und sie damit geistig gefesselt. Nun sollte sie frei sein und ich akzeptierte, dass es nun vorbei sein würde. Ich würde weiter ziehen und sie sollte ohne mich ihr Glück finden.
Kurz darauf änderte sich das Gefühl. Die Liebe zwischen uns floss auf einmal in Strömen. Es gab auf einmal keine Mauern mehr zwischen uns und wir begriffen, dass dies tatsächlich das Ende unserer Aufgabe war.
Nein, wir sind immernoch nicht zusammen. Ich habe sie nun seit über einem Jahr nicht mehr gesehen aber der Fluss der Liebe hat nie aufgehört zu fließen.
Der Traum heute Nacht war sehr aufwühlen, wie so viele Träume in letzter Zeit aber immer wenn es meine Seele allein nicht schaffen kann, ist sie bei mir, hört mich sofort und steht mir bei. Natürlich rief sie mich auch später an.
Ich weiß nur nicht ob ich weine weil ich traurig bin dass sie nicht da ist oder weil ich glücklich darüber bin, solche Liebe gefunden zu haben.
to be continued...