Hallo,
in meinem Thread "Phasen der Dualseelenbegegnung" wurde deutlich, dass sich die meisten Menschen, die ihrer "Dualseele" begegnen, durch das ewige Wechselspiel aus Annäherung und Rückzug arg gebeutelt fühlen

Des Weiteren teilen die meisten User die Meinung mit mir, dass die Gefahr der emotionalen Abhängigkeit innerhalb solcher Verbindungen äußerst groß zu sein scheint.
Wie sich solche Begegnungen spirituell deuten lassen, haben wir mehrfach diskutiert. Doch ich finde es außerdem interessant, psychologische Aspekte mit ein zu beziehen.
Zufällig stieß ich berufsbedingt auf das Störungsbild des sog. "Narzissmus" und muss sagen, dass gewisse Parallelen zu dem, was wir hier im Netz als "Dualseelenbegegnung" bezeichnen, durchaus vorhanden sind

Natürlich möchte ich an dieser Stelle niemandem weismachen, er sei "psychisch angedötscht"

Doch eine Auseinandersetzung mit dem Thema lohnt sich allemal, und ich bin gespannt auf euer Feedback.
Hier einige Informationen:
Der Begriff "Narzissmus" stammt aus der Griechichen Mythologie.
"Narzissus", Sohn des Flussgottes Kephisos, verschmähte einst die Liebe einer Nymphe. Daraufhin wurde er von der Göttin Aphrodite verflucht. Fortan sollte es sein Schicksal sein, sich unsterblich in sein eigenes Spiegelbild zu verlieben.
Der Sage nach verstarb er, als ein Laubblatt auf der Wasseroberfläche sein Spiegelbild verzerrte.
Die sog. narzisstische Persönlichkeitsstörung kennzeichnet sich - oberflächlich betrachtet - also durch die deutliche Tendenz zur Selbstüberschätzung aus.
Natürlich wird an dieser Stelle jeder sagen: "So ein Blödsinn, so bin ich nicht - und meine Dualseele erst Recht nicht!"

Weit gefehlt... denn: Jeder (!) Mensch besitzt eine narzisstische Neigung. Bei manchen Menschen ist sie allerdings weniger stark ausgeprägt als bei anderen. Und die wenigsten Menschen sind wirklich "krank". Des Weiteren unterscheiden wir 2 Formen des sog. Narzissmus. Es gibt den "typisch männlichen", als auch den "typisch weiblichen" Narzissmus. Wobei es offensichtlich recht häufig vorkommt, dass Männer Merkmale des weiblichen Narzissmus in sich tragen und umgekehrt.
Beide Formen haben prinzipiell das gleiche Kernproblem, denn Beide benötigen Impulse von außen, um sich gut zu fühlen, ihren eigenen Selbstwert zu stabilisieren. Und bei Beiden sind scheinbar extreme Schwankungen zwischen dem Hochgefühl ("Ich bin toll, mir geht es gut!") und der Negativität ("Ich werde nicht geliebt, mir geht es schlecht") vorzufinden.
Beide streben danach, geliebt und bewundert zu werden, tragen dies aber völlig unterschiedlich nach außen. Trifft nun ein weiblicher Narzisst auf einen männlichen, ergibt dies - auf Grund der toxischen Umgangsweise mit der Kernproblematik - eine explosive Mischung.
Um diesen Ansatz besser verstehen zu können, habe ich hier einige Merkmale des männlichen, bzw. weiblichen Narzissmuss zusammen getragen. (Ist nicht allein auf meinem Mist gewachsen. Die Infos stammen aus dem www und wurden von mir ergänzt)
Weiblicher Narzissmus:
Der weibliche Narzisst (WN) träumt in der Regel davon, von anderen Menschen geliebt und anerkannt zu werden. In den meisten Fällen blicken WN auf einen Mangel an Liebe in der frühen Kindheit zurück, der zu einem brüchigen Selbstwertgefühl führte. Diesen Mangel versuchen sie auszugleichen, indem sie sich die Liebe und Anerkennung von außen holen.
WN sind meist ausgesprochen empathisch veranlagt und neigen zur Hochsensibilität. Sehr oft ist ihnen ihr Äußeres sehr wichtig; viele von ihnen sind sehr
schlank bis mager und gelten als attraktiv. (Kompensierung der Schwäche/ des Mangels durch typisch weibliche Eigenschaften und äußere Merkmale).
Im Beruf überzeugen sie meist durch besondere Leistungen, durch Perfektionismus und Hilfsbereitschaft bis zur Selbstaufgabe. Grenzen wahrzunehmen und zu setzen fällt ihnen meist schwer (denn sie befürchten, sie könnten als "faul" gelten und damit nicht mehr geliebt/ anerkannt werden).
Oft erscheinen sie überangepasst zu sein, kommen mit nahezu jedem Menschen gut aus und entwickeln schnell einen vertrauensvollen Zugang zu ihren Mitmenschen.
In der Partnerschaft neigen WN dazu, sich voll und ganz auf ihren Partner zu konzentrieren. Es werden normalerweise Partner gesucht, die "typisch männliche" Eigenschaften aufweisen, Kraft und Stärke vermitteln (oft auch körperlich). Um dem Partner zu gefallen, neigen sie auch in dieser Hinsicht fast zur Selbstaufgabe, lesen dem Partner jeden Wunsch von den Augen ab, analysieren sein Verhalten und richten ihre Aufmerksamkeit i. A. mehr auf den Partner als auf sich. (Identifizierung mit dem Partner, die später im "Ernstfall" zur Abhängigkeit führen kann).
Zieht der Partner sich Angesichts des aufopfernden Verhaltens zurück (was beim männlichen Narzissten zwangsläufig der Fall sein wird), unternehmen sie verzweifelte Versuche, den (als furchtbar empfundenen) "Liebesentzug" wieder auszugleichen.
"Sanftes" Bedrängen als versteckte, passive Form einer unterdrückten Aggressivität ist bei WN häufig zu finden, was unweigerlich zum Supergau führt, sofern der WN auf einen MNn trifft...
Männlicher Narzissmus:
MN wirken nach außen in den meisten Fällen ausgesprochen selbstbewusst, leben in Wirklichkeit jedoch in der ständigen Angst abgelehnt und nicht mehr bewundert zu werden. Bei ihrer Suche nach Anerkennung nehmen sie - im Gegensatz zu den WNn den eher "aggressiven", aktiven Part ein.
Auch sie definieren sich häufig über ihre Erfolge, von denen sie gerne und häufig erzählen (nicht selten in ausschweifendem Maße)

Konkurrenten dulden sie nicht in ihrer Nähe, denn sie fühlen sich außerhalb ihrer depressiven Phasen wie der König der Welt. Genau so wollen sie auch behandelt werden und verlangen die uneingeschränkte Aufmerksamkeit ihres Gegenübers.
MN schaffen es mit nahezu schlafwandlerischer Sicherheit, Menschen für sich zu gewinnen. Oft sind sie ausgezeichnete Rhetoriker und könnten mühelos auf einer Bühne ein abendfüllenden Programm auf die Beine stellen. Sich in Erfolgen und im Jubel ihrer Mitmenschen zu sonnen bedeutet Alles für sie, denn hier finden sie die Liebe und Bestätigung, die sie so sehr vermissen.
Auffallend häufig haben MN entweder ein gestörtes Verhältnis zu ihrem Vater oder mussten ohne eine Vaterfigur aufwachsen.
Beruflich und privat umgeben sich MN vorzugsweise mit "besonderen" Menschen. "Besondere" Menschen sind im Regelfall jene, die sie in ihrer Karriere vorantreiben können. Leider neigen viele von ihnen zum ausbeuterischen Verhalten, sodass freundschaftliche Verbindungen und sogar Partnerschaften früher oder später zu zerbrechen drohen. Doch ein "richtiger" Narzisst erkennt selbstverständlich schnell, dass der Fehler nicht bei ihm lag. Die Menschen ziehen sich einzig und allein deshalb von ihm zurück, weil sie gelb vor Neid auf seine Erfolge sind

Dass er sie zuvor durch geschickte rhetorische Schachzüge und subtiles, abwertendes Verhalten (welches kaum nachweisbar ist) tief gekränkt hatte, erkennt er i. d. R. nicht. Stattdessen zieht er sich beleidigt zurück, denn er selbst ist tief erschüttert über die Undankbarkeit der Anderen. ("Und wieder mal ein Mensch, der mich enttäuscht hat!!!")
Tendenziell zeigt sich der MN eher distanziert (es sei denn, er will eine Frau erobern oder einen erfolgreichen Geschäftspartner für sich gewinnen).
Empathie fehlt den männlichen Vertretern dieser Spezies fast vollständig. Werden sie mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen konfrontiert, ziehen sie sich ängstlich zurück. Das gilt auch für Partnerschaften.
Dabei sehnt sich auch der MN nach der idealen Partnerin. Trifft er auf einen WN scheint sein Glück zunächst perfekt zu sein, denn von ihr erhält er die ersehnte Bewunderung und Nähe. Doch weil sein "Goldstück" so perfekt, lieb und überaus weiblich anziehend ist, glaubt er sich bald minderwertig fühlen zu müssen.. Folge: Er zieht sich zurück, "blockt" und/ oder legt mitunter ein äußerst ekelhaftes Verhalten an den Tag ("Ich werte dich ab, damit ich mich wieder größer und besser fühlen kann.").
Seine "Tricks" in dieser Hinsicht sind vielschichtig. In den seltensten Fällen sagt ein MN: "Hau ab, ich ertrage Deine Nähe nicht mehr!" Eher beginnt er von anderen Frauen zu schwärmen, verteilt kleine Spitzen, beginnt zu vergessen, dass es Handys gibt oder berichtet von der "unmöglichen" Ehefrau seines Freundes (die komischerweise die gleichen Eigenschaften hat wie seine Partnerin).
Sogar der WN wird früher oder später die Nase voll von seinen Herabsetzungen haben und die Flucht ergreifen, was dazu führt, dass er zunächst triumphiert, um sich bald darauf wie ein Häufchen Elend zu fühlen ("Ich habe ja gleich gewusst, dass mich niemand liebt!"). Das heißt übrigen nicht, dass er es auch zugeben würde.

Wahrscheinlicher wäre eine Annäherung in dieser Form: "Schatz, ich habe gemerkt, wie schlecht es dir ohne mich geht. Lass uns nochmal reden!"
Schon ist er wieder der charming Boy und das Spiel kann von vorn beginnen. Bis zum nächten Mal. Und zum übernächsten. Und zum über - übernächsten...
Ich finde, anhand dieses Störungsbildes wird das Spiel aus Annäherung und Rückzug (wie bei den DSn) sehr gut deutlich.
Möglicherweise erkennen sich einige Leser ein Stück weit... oder ein Stück weit mehr...

wieder.
Ich freue mich auf Rückmeldungen.
Bis dahin alles Liebe,
Crazy Angel