moin leutz,
ich möchte hier versuchen, meinungen einzuholen, die mir das einschlafen etwas "angenehmer" gestalten könnten. ich bin 45 jahre und habe das leben bisher eintönig in sachen emotionaler hingabe erfahren. bis zum august diesen jahres....
ich muss etwas ausholen und verfüge über keine erfahrung, sachverhältnisse wie diese kurz und prägnant zu erläutern. deswegen schon jetzt die bitte, das "geschwalle" zu entschuldigen.

elso:
möchte mal die geschichten um prügelattacken <14 jahre hier weglassen...
geborgenheit, liebe, "zu hause" zu sein - was ist das?
im zarten alter von 14 jahren verabschiedete ich mich von meiner kernfamilie. nicht, weil ich mit drogen dealte oder meine tante oder onkel mit rattengift ins jenseits geschickt habe..... ich wurde als "intelligenzbestie" bezeichnet, konnte früh lesen und eine mathematische begabung war nach einer annahme von "wetten das" (damals noch frank elstner) nicht mehr weg zu diskutieren....(ich kann bis heute 6 oder 7-stellige zahlen im kopf quadrieren)..in einer "arbeiterfamilie" als erster einen höheren bildungsabschluss ohne fleissarbeit zu erlangen war surreal! jedenfalls für den rest... es ist für mich kein zeichen für arroganz, sondern eine gabe...
14 war das schlüsselalter; grad konfirmiert fragte mich meine mutter, während wir gemeinsam eine flasche "mariacron" mit cola in uns rein schütteten, ob wir (sie und ich) uns von ihnen (torsten, 3 jahre jünger als ich und vater) trennen sollten. sie überliess es mir, diese entscheidung zu treffen. ich hab entschieden und ihr gesagt, dass ich nicht möchte, dass mein bruder ohne mutter aufwächst...
anyway.... fortan habe ich dort nur noch "gewohnt"; niemanden hat es interessiert, ob und wenn ja wann ich nach hause komme.
die weitere geschichte meiner emotionalen beziehungen ist schnell erzählt: kurz gesagt; masse statt klasse und das ganze noch quadriert... eine ehe mit einer tollen frau zerschossen; egal weiter..... die nächste ehe.....; wieder weiter..... beziehungen dazwischen im discount-bereich; oberflächlich und mit einer sammelleidenschaft für top-mädels (was das auch immer das ist) versehen. was für ein blödsinn!
anyway; nach dem ganzen hin-und-her-geeier hab´ ich mich 2010 entschlossen, mein rumgesuche aufzugeben – es ändert sich ja eh nix!! bleib bei dem, was du hast!
dann kam der august… ich spielte ein browser-game. 50.000 leute in einem portal; jeder versteckt hinter einem psydonym; jeder entweder männlein oder weiblein; jeder 18 oder 69; jeder auf sein´s bedacht, so wie die gesellschaft uns das eh schon lehrt!!!
durch einen spieler lernte ich einen anderen „spieler“ kennen. wir verabredeten uns zum „plündern“ – ihr wollt nicht wissen, was sich dahinter verbirgt - anyway! wir haben unsere skype daten ausgetauscht und sind gemeinsam im game losgeschossen. nach max. 5 min ist unsere konversation ins private abgeglitten. 20 oder 30 min später war jeder von uns der meinung in der „versteckten kamera“ gefilmt zu werden….. egal, was der eine schrieb – der andere war schon da! egal, was einer fühlte, der andere wusste antwort, bevor es ausgesprochen werden musste. gleichzeitig sms schicken; gleichzeitig anrufen (die eine in berlin; der kerl in braunschweig)……. bauchschmerzen….. fliegen…..lieben….. wir kannten uns noch nicht und hatten beide angst, uns rl kennen zu lernen, denn die „illusion“ fühlte sicht toll an! es führte aber kein weg dran vorbei. ich wusste nur von ihr, dass sie andrea heisst und eine ähnliche – nein: die gleiche geschichte hatte - wie ich. beide leben wir in beziehungen, beide sind wir desilosioniert und von sachzwängen geprägt. KEINER hat den anderen gesucht!
die ganze geschichte der verständnisse würde euch die „schuhe“ ausziehen… es gibt noch viiiiel mehr beispiele aus dieser zeit.
wir haben uns kennen gelernt – in magdeburg – es ging nicht anders…. die sehnsucht war omnipräsent für einen menschen, der real (noch) nicht existierte…
ich habe keine ahnung, wie ich das jungendfrei sinnvoll beschreiben soll….
andrea hat es auf den punkt gebracht: „ich bin endlich zu hause!“
JAAAA!
sie ist mein leben; der zweite teil meines selbst; zum 1ten mal spüre ich eine innere verbundenheit, die durch nichts zu erschüttern ist. durch nichts? weit gefehlt….. es ist wahnsinnig schwierig, eine beziehung NICliHT leben zu könne, weil sachzwänge dem entgegen stehen.
wir haben es nicht geschafft, alles für eine übergangszeit zu konservieren….
Was folgte, ist ein vakuum….. ich hab´ alles erfahren, was liebe und geborgenheit ausmacht und lebe nun wieder in oberflächlichkeiten….
Schön, dass mal loswerden zu können!
lg tommy
ps: hab´vor veröffentlichung noch mal durchgelesen und könnt nur noch heulen...