Hallo an euch alle!
Ich möchte euch mal zu einer Situation fragen, die mich irgendwie nachdenklich stimmt. Leider wird der Text länger, da ich es nicht in knappen Worten formulieren kann.
Ob es was mit
Seelenverwandtschaft/Seelenfamilie zu tun hat, weiß ich nicht, aber mir erschien dieses Unterforum geeignet, da es ja doch irgendwie um eine seltsame Form von Beziehung geht.
Es geht um mich und meine sehr gute Freundin (43 Jahre – ja, großer Altersunterschied). Sie Single seit einigen Wochen, vorher schlechte Beziehung, ich in einer Beziehung seit fünf Jahren mit meinem Freund. Haben uns vor zwei Jahren kennengelernt.
Erst war alles ganz normal…naja, außer dass wir direkt von Anfang an über sehr intime Dinge ganz offen sprechen konnten.
Dann dachte ich, das mit uns ist etwas Besonderes. Es ist so vertraut gewesen und so ehrlich.
Jetzt frage ich mich manchmal, was sie mit mir macht.
Ich will sie auf keinen Fall verlieren, aber manchmal flößt mir das ganze Respekt ein.
Es geschehen seltsame Dinge, seitdem wir uns kennen.
1. Ich rede mit ihr über alles so offen, als ob wir uns jahrelang richtig gut kennen würden und das seit der ersten Minute.
2. Sie aktiviert Interessen, die mich sehr nachdenklich stimmen (
Esoterik, Homöopathie, Psychologie,…nichts schlimmes, aber neu für mich)
3. Sie ruft Wünsche in mir hervor, die mich irritieren
4. Wir sagen zeitgleich, in dem gleichen Tonfall, komplexe Sätze („das sieht immer so gemütlich aus!“).
5. Sie nimmt kleinste Veränderungen in meinem Muskeltonus wahr und macht sich eine Woche lang Gedanken darum ehe sie dann aus heiterem Himmel fragt („Wieso hast du dich bei der Umarmung letzte Woche so steif gemacht?“ – wieso fragt man so etwas?)
6. Ich fühle mich manchmal völlig niedergeschlagen, dann wieder himmelhochjauchzend, wenn wir Kontakt hatten
7. Mir passieren seit dem Dinge, die ich nicht einordnen kann (Tierkommunikation)
8. Ich Träume sehr real, in Farbe, mit Ton und Gefühlen; manchmal weiß ich, dass ich Träume und kann die Träume steuern oder beenden (hatte ich früher schon mal, aber seit dem wir engeren Kontakt haben, passiert es öfter – ich träume aber nur manchmal von ihr)
Ich habe mittlerweile Angst mich einfach so zu geben, wie ich bin, weil ich denke, dass sie etwas in mich hinein interpretiert, dass ich nicht bin oder – schlimmer noch – dass sie etwas erkennt, bevor ich es selbst weiß.
Ich fühle mich im Moment irgendwie verunsichert. Ich habe sie sehr gern und sie ist momentan der wichtigste Mensch in meinem Leben, ich verbringe gerne Zeit mit ihr und viele der erlebten Dinge machen mich einfach sehr neugierig und ich finde es auch spannend. Einerseits finde ich es toll, wieder so eine enge Freundschaft zu jemandem zu haben, aber dann wiederum werde ich sehr unsicher und frage mich, ob das alles noch normal ist. Es schwankt alles sehr, die Tage sind so unterschiedlich:
1. Wir sind wie Pech und Schwefel, alles passt, wir reden, lachen, weinen, teilen alles und es fühlt sich „komplett“ an; zum Teil sehr tiefgründige Gespräche.
2. Sie ist kalt, abweisend, egoistisch, von sich und ihrem Wissen absolut überzeugt, gibt mir das Gefühl nicht gut, dumm, falsch, unwichtig zu sein
3. Normales Verhältnis, weder besonders gut, noch besonders schlecht
4. Freundschaftlich, einfach nur reden und Spaß haben, menschliches Gefühl, nicht abgehoben von den Themen
5. Ich fühle mich schlecht, will oder kann darüber nicht reden, sie fragt gezielte, manchmal scheinbar unzusammenhängende Fragen und weiß dann eigentlich schon das Thema, was mich beschäftigt und dann bleibt mir manchmal nichts anderes, als es zu erzählen.
6. Scheinbar normaler oder guter Tag, alles normal, sie stellt eine einzige Frage und ich denke: „Wie krass, was willst du denn jetzt von mir?“ Sie löst Angst bei mir aus und ich weiß nicht wieso.
Was mich dann aber wieder ruhig stimmt, ist die Tatsache, dass ich weiß, dass ich ihr sehr viel bedeute und sie sagt, dass sie noch nie so eine vertraute Freundschaft erlebt hat. Sie möchte mich nicht missen und auch ich sei momentan der wichtigste Mensch für sie…
Entschuldigt bitte den langen Text, aber ich weiß nicht, wie ich es kürzer beschreiben könnte. Bin ich irgendwie zu empfindlich oder was passiert da gerade?
Es ist irgendwie oft alles so extrem; extrem gut oder extrem schlecht. Ich kenne so etwas nicht in einer Freundschaft und es macht mich nachdenklich.
Habt ihr Ideen dazu oder sollte ich einfach aufhören darüber nachzudenken und mich dem Kommenden öffnen? Habe im Moment irgendwie bedenken, es mal offen anzusprechen, aber sollten diese Zweifel jetzt noch länger anhalten, wird sie es wohl eh irgendwie wieder spüren und es endet dann wohl darin, dass ich es nicht verbergen kann.
Ich freue mich über offene Denkanstöße und danke euch für eure Zeit!
Lieben Gruß