Zitat:
|
Wäre das nicht fantastisch, wenn wir aus allen Leben das Beste aussuchen könnten und uns somit neu erschufen!?
|
Ich finde, dieser Satz verrät eine ganze Menge und beinhaltet auch womöglich viele Antworten auf Deine Fragen.
Wieso wäre das phantastisch? Reden wir hier über Glück und Zufriedenheit? Und Du meinst, dass man das nur erreichen kann, wenn die Dinge sich ändern? Aber die Dinge sind doch instabil. Welches "Ding" in der Welt hält denn ewig?
Nehmen wir mal die klassischen (vermeintlichen) Glücklichmacher:
- Gesundheit: Niemand kommt um die Tatsache herum, dass jeder Körper irgendwann abbaut. Der eine früher, der andere später. Der eine nur kurz, der andere länger. Der eine leidet mehr, der andere weniger.
- Schönheit: Mal davon abgesehen, dass sie immer im Auge des Betrachters liegt, aber ausgehend von einem massenkompatiblen Schönheitsideal, selbst wenn man es erreicht, irgendwann holt das Alter Dich ein.
- Liebesbeziehungen: Selbst in der perfekten Beziehung (was auch imemr das sein soll): einer stirbt immer zuerst.
- Besitz: Kann von heute auf morgen weg sein. Denke, ich muss hier keine Beispiele nennen.
Und selbst, wenn Du all diese Dinge Dein nennen könntest, und sie bis zum Anschlag in Deinem Leben verfügbar wären. Wärst Du dann zutiefst glücklich? Für immer? Oder würde sich dann nicht vielleicht auch irgendwann das Gefühl in Dir breitmachen, dass irgendwas trotzdem fehlt?
Was ist denn das Beste? Nach meiner Erfahrung entpuppt sich im Nachhinein manchmal ein Fluch als ein Segen und umgekehrt. Und eine Weile später entpuppt sich nicht selten auch der Unterschied zwischen Segen und Fluch als Illusion.
Was Glück und Zufriedenheit angeht, so könnte man vielleicht zum einen darüber nachdenken, ob man diese Dinge eher dort sucht, wo weniger Flüchtigkeit vorzufinden ist. Aber bevor man das tut, kann man vielleicht auch darüber nachdenken, was Glück und Zufriedenheit für einen tatsächlich bedeuten können.