Position der Chakren – Klärung einiger Missverständnisse
Immer wieder kommt es in Hinsicht auf die Positionen der Chakren sowie der Namen der Chakren zu Missverständnissen, weshalb ich hier diesen Threadbeitrag geschrieben habe - Diskussionen sind natürlich willkommen.
Das erste Missverständnis betrifft meist die Anzahl der Chakren, worauf ich hier nur kurz eingehen möchte. In manchen Texten wird von 72.000 und manch anderen Texten von 350.000 Nadis berichtet; diese vereinigen sich in zahlreiche Hauptnadis und diese korrespondieren mit den Chakren. Es gibt nun einige Ansätze, die 7 Hauptchakren nennen, andere nennen noch weitere Chakren – z.B. das Milz-Chakra - oder nennen weitere „Neben-Chakren“. Das alles ist ganz offensichtlich auch eine Frage der sprachlichen Zuordnung durch „Wörter“.
Zur Verdeutlichung dieses Gedankens:
Es ist nicht so, dass wir irgendwie in den Körperleib schauen könnten und dort ein „Schild“ vorfinden, worauf steht: „Wurzel-Chakra“. „Wurzel-Chakra“ ist einfach ein „WORT“. Das Wort entspringt einer kulturell gebundenen Sprache. Wir können in unserem Körperleib lediglich bestimmte Schwingungs-/Empfindungszentren wahrnehmen und diese können wir dann anhand einer kulturellen Sprache benennen. Dies wird seit tausenden von Jahren praktiziert und diese Namen erfahren dann mehr oder weniger in den unterschiedlichen Sprachen eine Vereinheitlichung, weshalb wir auch in unserer Sprache nicht immer nur einen „Namen“ für ein Chakra antreffen.
Dadurch, dass wir erkennen, dass dies lediglich ein „Wort“ ist, zerfällt jedoch nicht die Erfahrungsbasis dieser Schwingungs-/Empfindungszentren - die Identifikation mit dem Wort und die Erfahrung des Schwingungsfeldes betrifft zwei unterschiedliche Erfahrungsebenen.
Ich werde mich hier der recht gängigen Auflistung von 7 Chakren widmen.
So weit ich sehe, betritt die Frage der Zuordnung seltsamerweise nicht die oberen 4 Chakren, obwohl diese normalerweise feiner schwingen und nicht so leicht wahrnehmbar sind. Wo wir das Kronen-Chakra, das Dritte Auge oder das Herz-Chakra vorfinden – darüber besteht meist kein Zweifel, da die Zuordnung eindeutig bestimmt wird. Beim Hals-Chakra kommen dann schon manchmal Fragen auf, wo es denn nun genau liege – und hier werden dann auch weitere Neben-Chakren genannt.
Seltsamerweise richten sich jedoch die meisten Diskussionen auf die Chakren, die uns eigentlich über die Wahrnehmung am zugänglichsten sind: Das Wurzel-Chakra, das Sacral-Chakra und das Solar-Plexus-Chakra.
Wurzel-Chakra:
Wer sich einige zentrale Bücher zum Kundalini- oder Chakra-Yoga (Maheshwarananda, Selby/Zelig, Sharamon/Baginski, Iyengar, Anand,…) näher ansieht oder wer erfahrene Yoga-Lehrer befragt und wer schließlich selbst auch täglich mit den Chakren praktiziert, der wird feststellen können, dass das Chakra, das wir gewöhnlich mit dem Wort „Wurzel-Chakra“ bezeichnen, an der Basis der Wirbelsäule liegt. Es ist normalerweise für jeden Menschen recht leicht zu aktivieren, indem wir den PC-Muskel – zwischen Anus und Geschlechtsteil - mehrmals anspannen. Wenn wir dann nachspüren, dann können wir deutlich spüren, wie sich in diesem Bereich warme Empfindungen entwickeln. Wenn man mit diesem Chakra intensiver arbeitet, dann wird man auch feststellen, dass sich diese Empfindungen sehr stark ausbreiten können und dann auch die gesamten Beine und Füße mit einschließen können.
Für DIESES Chakra wird – wie gesagt - sehr, sehr oft das Wort „Wurzel-Chakra“ verwendet – in manchen Tantra-Richtungen findet man auch die Bezeichnung „Sexualchakra“.
Auf die Arbeit mit diesem Chakra richtet sich zu Beginn in der Regel JEDE Kundalini-Praxis. Es geht hierbei darum, dieses Chakra zu aktivieren und diese Energie in die darüber liegenden Chakren zu leiten.
Sacral-Chakra:
Manche Menschen suchen anscheinend das „Sacral-Chakra“ im Genitalbereich. Das Chakra wird auch öfters „Sexual-Chakra“ genannt, was dieses Missverständnis anscheinend befördert – in einigen Tantra-Richtungen nennt man das erste Chakra „Sexualchakra“.
Um die Lage dieses Chakras gibt es auch deshalb unterschiedliche Ansichten, weil die Lage tatsächlich individuell für jeden Menschen recht verschieden sein kann: aufgrund der individuellen Stellung des Beckens, bzw. der Lendenwirbel und der Ausprägung der untersten Bauchmuskeln. Je nach Becken(schief)stellung kann dieses Chakra einige Zentimeter unterhalb des Nabels, bis hin zu – körpergrößenabhängig – 12 Zentimeter unterhalb des Nabels, etwa der Schamhaargrenze liegen. Es wird gelegentlich auch als „Nabel-Chakra“ bezeichnet. In der chinesischen und japanischen Tradition bezeichnet man dieses Energiezentrum auch mit dem Wort „HARA“.
Für viele Menschen ist dieses Chakra Quelle der Lebensvitalität und Lebendigkeit. Normalerweise fühlt man beim sexuellen Orgasmus auch (zumindest) in diesem Bereich Vibrationen, wenn man seinen Körperleib bewusst wahrnimmt.
Solar-Plexus-Chakra
Ich spreche hier ganz bewusst von „Solar-Plexus-Chakra“ und nicht von „Bauch-Chakra“, da es im Bereich des Bauches mehrere Chakren gibt. Tatsächlich befindet sich ja auch das Sacral-Chakra noch in einem Bereich, den wir dem „Unterbauch“ zuordnen.
Das Solar-Plexus-Chakra liegt im Oberbauch-Bereich einige Zentimeter über dem Bauchnabel. Es ist das Zentrum des „Willens“ und der „Macht“, unseren Willen in der Außenwelt zu manifestieren, sowie der Läuterung der Energien der unteren Chakren – auch arbeitet man über dieses Chakra mit dem „inneren Kind“.
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Es geht also in praktischer Hinsicht einzig darum, dass wir im Bereich zwischen Anus und Genitalien, einige Zentimeter unter dem Bauchnabel und einige Zentimeter über dem Bauchnabel Schwingungszentren wahrnehmen können, auf welche sich spirituelle Praktiken beziehen. Die „Worte“ für die Chakren sind in dieser Hinsicht nebensächlich, sekundär.
Ob wir nun für das unterste dieser Chakren das WORT „Wurzel-Chakra“, „Sexual-Chakra, für das zweite Chakra das WORT „Sacral-Chakra“, Sexual-Chakra, Nabel-Chakra usw. verwenden ist lediglich eine Frage der kulturellen, sprachlichen WORT-Bestimmung und der Kommunikation. Es macht deshalb keinen Sinn, darüber zu diskutieren, wo denn nun das „Wurzel-Chakra“ wirklich liegt, denn „Wurzel-Chakra“ ist lediglich ein Wort. Für die „Kommunikation“ hierüber ist es sicherlich förderlich, wenn man sich einigermaßen einer einheitlichen Terminologie (Wörter) bedient, weshalb ich hier diesen Thread noch einmal gestartet habe. Die praktische und damit spirituelle Hauptfrage ist hingegen: Wo kann ich diese Schwingungszentren
tatsächlich wahrnehmen und wie kann ich mit ihnen arbeiten?
Liebe Grüße,
Energeia