Hallo, Ark, hallo ihr Lieben,
Inzwischen gibt es ja einige Litreratur zu den Mudras, doch von wenigen Ausnahmen abgesehen, haben die meisten Menschen nicht wirklich Kenntnisse von der wahren Bedeutung der Mudras.
Es gibt auch viele Moenche, die leider keine Ahnung haben von der Bedeutung der Mudras, wenngleich sie selbige auch ausfuehren. In den meisten Faellen haben sie diese als Ueberlieferung uebernommen, ohne dass ihnen der tiefere Sinn dabei vermittelt wurde.
Dieser ist in den 12 Haupt-Meridianen des Menschen angelegt, von denen einige in den Fingern enden oder dort beginnen. Die Meridiane werden gewoehnlich als "
Jing Mai" bezeichnet. "
Jing" bedeutet "
Sexual-Kraft" und "
Mai" bedeutet "
Leitbahn".
Es sind also zwoelf Leitbahnen damit gemeint, in denen die Lebens-Energie rspektive die Sexual-Kraft zirkuliert, um auf diese Weise nicht nur die Voll-und Hohl-Organe zu versorgen, sondern den gesamten Organismus.
Die treibende Kraft, die das Jing in den Bahnen zirkulieren laeßt, wird als "
Qi" oder "
Prana" oder "
Od" bezeichnet, das der Mensch ueber die Luft in sich aufnimmt.
Dieses Qi, auch vorgeburtliches Qi genannt, weil es ja schon vor unserer Geburt vorhanden war, haelt sekundaer das feurige sowie waesserige Prinzip der Meridiane im Gleichgewicht. Sein Hauptmerkmal ist es jedoch, dass wir in einem stofflichen Koerper zu Bewußtsein gelangen.
In unserem Koerper ist das Atem-Qi nicht vorhanden; es hat seinen Sitz im Zentrum unserer Seele. Erst im Augenblick der Geburt, wenn der Foetus aus dem Mutterleib ausgetrieben wird, nimmt die Seele von ihm Besitz. Vorher waere dies gar nicht moeglich, denn dann waere der Foetus dazu gezwungen, im Hormon-Cocktail der Mutter tief durchzuatmen, was ihm wahrscheinlich nicht bekommen wuerde.
In der Phase der Foeten-Reifung wird die Seele auf den koerperlichen Eintritt vorbereitet, und sobald sich der Kopf des Kindes aus dem Gebaerkanal schiebt, tritt sie durch sein Scheitel-Zentrum in den Koerper ein, bis sie ueber die fuenf sich darunter befindenden Chakren im Wurzel-Zentrum andockt.
Sofort wird vom Wurzel-Zentrum aus der Geist-Funke des Herzens aktiviert, der sich bisher im latenten Zustand befand, und die Seele "erwacht" im stofflichen Koerper zum Leben.
Aus dem dunklen Geburts-Kanal herausgetreten kuendigt sie durch einen Aufschrei ihre Ankunft an in der stofflichen Welt und beginnt das zu atmen, was sie zu Wachstum, Reife und Zerfall fuehrt.
Das Atem-Qi hat also seine Wurzel in der Seele, und wenn sie den stofflichen Koerper verlaeßt, nimmt sie naturgemaeß auch den Atem mit sich, den sie fuer ihre Existenz in der Astral-Welt benoetigt.
Wenn es aber zur Entkoerperung kommt, ohne dass der koerperliche Tod eintritt, ist ihr Atem noch mit dem Koerper verbunden, was Einsichtige als "
Hauch einer filigranen Silberschnur" wahrnehmen. Das Qi des Atems ist folglich das Qi der Seele, das sie fuer ihre Existenz benoetigt.
Um auf irdischer Buehne zu agieren, benoetigt sie noch die Nahrung der Sexual-Kraft, die als Energie in den Meridianen kreist. Jing und Qi oder Atem-Kraft und Sexual-Kraft sind zur Einheit verschmolzen.
Die Daoisten nennen diese sich im Fluß befindende Kombination: "
Der Drache reitet den Tiger!"
Wie schon angedeutet, beginnen einige Meridiane in den Fingern oder enden dort. "
Enden" bedeutet, dass sie in einen anderen Meridian uebergehen, so dass der Energiefluß stets geschlossen ist.
- Der Lungen-Meridian [yin] endet an der Innen-Seite des Daumens
- Der Dickdarm-Meridian [yang] endet am oberen Nagelbett des Zeigefingers
- Der Herz-Meridian [yin] endet an der Innenseite des kleinen Fingers
- Der Duenndarm-Meridian [yang] beginnt an der Oberseite des kleinen Fingers
- Der "Meister des Herzens" [yin] beginnt an der Innenseite des Mittelfingers
- Der "Dreifach-Erwaermer" [yang] beginnt an der Außerseite des Ringfingers
Dies alles faellt unter die "
feinstoffliche Anatomie" der Finger; es gibt noch andere feinstoffliche Phaenomene in den Fingern und Haenden, doch daruber zu schreiben, wuerde hier den Rahmen sprengen.
Die Mudras haben hauptsaechlich mit den Fingern zu tun und deren energetische Stroemungen. Der Daumen spielt bei den meisten Mudras die Hauptrolle, denn in ihm zirkuliert das Qi des Lungen-Mridians.
Der Lungen-Meridian ist der Haupt-Meridian, der das Qi oder Prana oder Od aus der Atemluft absorbiert. Auf die Finger bezogen, offenbart sich seine Staerke in der Dicke sowie der Funktionsweise des Daumens.
In diesem Sinne und unter Einwirkung der Mudras hat er eine herrschende Position, denn er besitzt die Moeglichkeit, das Qi der anderen Finger zu regulieren, vor allen Dingen jener Finger, in denen die Yang-Energie zirkuliert wie z.B. im Zeigefinger, im Ringfinger oder im kleinen Finger.
Besitzt jetzt z.B. einer dieser Meridiane zuviel Yang-Energie, wird sie sich bei der Mediation stoerend auswirken: Dickdarm, Duenndarm und Dreifach-Erwaermer befinden sich in Disharmonie.
Der Dreifach-Erwaermer hat seinen Ansatz im oberen und unteren Teil sowie in der Mitte des Magens, und er heißt "
Erwaermer", weil er die Temperatur des Koerpers reguliert [und natuerlich jene des Magens].
Befindet sich der Daumen z.B. mit dem Zeigefinger in Kontakt [eine bekannte Yoga-Mudra], wird die Energie des Dickdarms reguliert, die in direkter Verbindung mit dem Herzen steht. Dies hat eine angenehme Wirkung auf das Herz, denn es befindet sich gewoehnlich im Zustand starker Aktivitaet.
Die Ruhe des Herzens ist maßgeblich fuer eine entspannte
Meditation.
Befindet sich der Daumen in Kontakt mit dem Ringfinger, wird gewoehnlich die Hitze des Dreifach-Erwaermers reguliert oder das Feuer des Duennsdarms, falls sich der Daumen mit dem kleinen Finger in Verbindung befindet.
Ein Kontakt mit den Yin-Meridianen der Finger bewirkt hingegen eine Art Kurzschluss.
Angenommen, man kontaktet den Mittelfinger, uebertragen sich die Impulse auf den "
Meister des Herzens", der fuer den Herzbeutel zustaendig ist. Die hierbei ausgeloeste Yin-Energie uebertraegt sich auf das Herz selbst, das schon von Natur aus als Vollorgan zu den Yin-Organen zaehlt.
So wird diese Mudra haeufig gewaehlt, sobald der Adept versucht, den negativen Zustand seines Organismus zu erzeugen, weil er eventuell vorhat, aus bestimmten Gruenden zu entkoerpern.
In der Meditation koennen Mudras sehr hilfreich sein, denn sie aktivieren bestimmte energetische Vorgaenge, die waehrend der Geistes-Arbeit unterstuetzend zur Wirkung kommen.
Um jedoch die bestmoeglichen Resultate zu erzielen, muss der Adept ein Feingefuehl entwickelt haben fuer die Fuelle oder Leere seiner Meridiane sowie fuer die feinstofflichen Vorgaenge im Organismus ueberhaupt.
In besonderen Faellen wird das Einnehmen der Mudras mit artikulierten Klang-Vibrationen begleitet, deren Schwingungen starken Einfluß haben auf die Lebensenergie tragenden Lungen-Meridian.
Im Laufe der Zeit haben die Geistes-Arbeiter eine Vielzahl von Mantren entwickelt, die eine bestimmte Vibration erzeugen, damit die Meridiane aktiviert werden.
usw. usw.
Ich hab´s mal wieder so kurz wie moeglich gemacht...

Mit guten Gedanken
Anzeraq