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Alt 01.01.2009, 14:32   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #1 (permalink)
Gast1303
Gast
 
Beiträge: n/a
Warum unsere Kinder Tyrannen werden.

Hallo ihrs,

Ich geb's zu: Ich bin kinderlos und vielleicht in den Augen vieler Eltern nicht unbedingt ein Ausbund an Geduld wenn es um diese kleinen Wesen geht. Allerdings finde ich es nicht mehr normal, dass ein Kind, welches Erwachsene in einem Supermarkt mit Füssen tritt, nicht in seine Schranken verwiesen wird sondern lediglich mit einem "Ach er ist doch noch klein" auch noch verteidigt wird, wobei Erwachsene, die eigentlich nichts mit diesen verzogenen Gören zu tun haben, darunter zu leiden haben, dass das Kind keine Grenzen mehr kennt. Wenn ich so etwas sage, heisst es bloss, ich hätte ja keine Kinder und wüsste gar nicht wovon ich rede. Dennoch hat mich mein psychologisches Interesse und mein gesunder Menschenverstand immer davor gewarnt, was passiert, wenn diese "netten Kleinen" erst einmal gross werden und vielleicht eine Lehre anfangen sollen...

Nun ist mir Michael Winterhoff's Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden" (oder: Die Abschaffung der Kindheit - ISBN 978-3-579-06980-7) in die Finger gefallen, und ich kam aus dem Nicken nicht mehr heraus. Winterhoff deutet darauf hin, dass wir Kinder nicht mehr Kinder sein lassen, dass wir ihnen damit allerdings nichts Gutes antun, indem wir glauben, sie als Erwachsene zu behandeln, sondern dass wir ihnen damit ihre eigene Zukunft verbauen.

Hier ein Abschnitt vom Bucheinband:
"Gesellschaftliche Fehlentwicklung und eigene Probleme von Erwachsenen verhindern, sich abgegrenzt und strukturierend gegenüber dem Kind zu verhalten und diesem dadurch eine noramle Entwicklung seiner Psyche zu ermöglichen. Die Erwachsenen kompensieren unbewusst eigene Bedürfnisse über das Kind und verhindern somit, dass dieses sich zu einem glücklichen Mitglied der Gesellschaft entwickeln kann."

Weiterhin erklärt Winterhoff auf recht ernüchternde Weise, dass die Psyche unserer Kinder im Alter von 1-2 Jahren stagniert und nicht mehr gefördert wird, so dass sie sich entwickeln und erwachsen werden könnte.

Die Psyche ist - wenn man es auf spirituellem Gebiet betrachtet - das einzige Gegenmittel, was sich gegen das Ego stellt, also auch für spirituelle Entwicklung ein notwendiger Aspekt.

Das Buch rüttelt also auf, und wer etwas weiter denkt, wird einen guten Einblick auf unsere Zukunft werfen können.


Liebe Grüsse

Kangiska
 
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Alt 01.01.2009, 19:22   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #2 (permalink)
sonne157
lacrimosus beatitas
 
Benutzerbild von sonne157
 
Sternzeichen: Krebs
Registriert seit: 17.12.2008
Ort: Niederbayern
Alter: 54
Beiträge: 267
Blog-Einträge: 7
ich hab mir das buch auch zugelegt und kann winterhoff in fast allen punkten zustimmen.
für mich kommen allerdings auch noch andere aspekte dazu.
in einer gesellschaft, wo es wichtiger ist, dass beide elternteile arbeiten, können keine "erzogenen" wesen mehr werden. es geht nur noch darum zu funktionieren, dass man, und das eben schon als baby, massenkompatibel wird. es findet also eher eine gesellschaftliche abrichtung, denn eine erziehung statt, ganz zu schweigen davon, dass auf die besonderheiten jedes einzelnen geschöpfes eingegangen werden kann.
erziehung ist vor allen dingen hinwendung und liebe. dann klappt das auch mit dem respekt vor anderen menschen.

ein umdenken muss stattfinden. der mensch und die humanistischen werte müssen hochgehalten werden, nicht das materielle.
sonne157 ist offline  
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Alt 01.01.2009, 22:23   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #3 (permalink)
Wollweis
Weltenwanderer
 
Registriert seit: 23.10.2008
Beiträge: 646
@Kangiska,
sags mal so, wie ich das sehe:

Die Eltern, die jetzt sagen >das Kind ist halt noch so klein usw.< ...das sind die Kinder, denen zuallererst die Chance genommen wurde, selber ein Familienleben durch die Vorbildwirkung der Eltern zu "erleben".

EINE VERÄNDERUNG im Verhalten der jetzigen und zukünftigen Kinder kann "in der derzeit Arbeitsplatz-unsicheren Zeit" nur hergestellt werden, wenn wenigstens EIN Elternteil einen Grundsicherungsbetrag als Verdienst für das Aufziehen der Kinder bekommt.

Das dies bezahlbar ist, zeigt das Beispiel aus Österreich, wo jetzt jeder, der eine Sozialhilfe bezieht, mtl. Netto etwas über € 700.--, 14x jährlich,erhält. Umgesetzt wird dies in den nächsten 2 Jahren.
(Hartz IV Bezieher, bzw. Notstandshilfebezieher erhalten diesen "Grundsicherungsbetrag" von ca. € 700.-- NICHT)! Obwohl es doch gesellschaftlich von mehr Nutzen wäre, wenn man , evtl. nach einer Tagesmutterausbildung diesen Grundsicherungsbeitrag als "Verdienst" (für diese innerhäusliche Arbeit das Aufziehen der Kinder) bezahlt.

Solange die "innerhäusliche Arbeit" (die Erziehung und Eingliederung eines Kindes in die Gesellschaft, durch einen erwachsenen Elternteil) gegenüber der "außerhäuslichen Arbeit" (Erwerbstätigkeiten auf dem offenen Arbeitsmarkt) nicht bezahlt wird und so die Kinder kein wirkliches "Familienleben" mehr kennenlernen, weil beide Elternteile auf den "außerhäuslichen Arbeitsmarkt "gezwungen" werden um die Lebensgrundsicherung (Miete, Essen, Gewand für die jeweilige Jahreszeit passend) herbeizuschaffen, wird auch der sogenannte Generationenvertrag wegen der fehlenden Integration der Kinder in die Gesellschaft "durch eine intakte Familie," nicht mehr erfüllbar sein.

Anders ausgedrückt (in einem wissenschaftli. bewiesenen Beispiel):
Wenn Menschenaffen von Menschen aufgezogen werden, dann muß man sie von diesem Menschen entfernen und in ihre eigene "Affenfamilie" zurückgeben, weil sie sich dieser sonst nicht mehr anpassen können.
Sie sind dann nicht mehr in die eigene Gesellschaft integrierbar.
Unsere Kinder muß man mit "spätestens" 3 Jahren zu Tagesmütter, Krabbelstuben, Kindergärten und ähnlichen Einrichtungen entsorgen, damit "BEIDE ELTERNTEILE" den Wirtschaftsbossen als billige Arbeitskräfte jederzeit zur Verfügung stehen.
Dadurch lernen sie kein gesellschaftsfähiges Familienleben mehr. Wie also willst Du da die Kinder und deren Eltern für diese Fehlentwicklung in der Gesellschaft (hervorgerufen durch verantwortungslose Politiker die am Gängelband von Wirtschaftsbossen hängen, die NUR an billigen Arbeitskräften interessiert sind und dafür Männer und Frauen brauchen, die bei allen Arbeiten gleichermaßen eingesetzt werden können) verantwortlich machen?

Es liegt ganz an uns selber, die Verantwortung für ein gesellschaftliches Umdenken in die Hand zu nehmen!

Noch dazu, wo bei den jetzigen Arbeits- Entlassungen bald viele Familien um ihr Hab und Gut kommen, oder deloggiert werden, weil der Verdienst "außerhäuslich" nicht mehr herangeschafft werden kann.
Mit einem Grundsicherungsbeitrag (für die innerhäusliche Arbeit) könnte der "Familienverarmung" entgegengewirkt werden. Und es würde die EU- Verordnung der GENDER- GERECHTIGKEIT entgegenkommen, wenn die innerhäusliche Arbeit zur außerhäuslichen Arbeit ihren "gleichwertigen" sozialen Stellenwert erhält.
Wollweis ist offline  
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Alt 02.01.2009, 00:44   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #4 (permalink)
sonne157
lacrimosus beatitas
 
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Sternzeichen: Krebs
Registriert seit: 17.12.2008
Ort: Niederbayern
Alter: 54
Beiträge: 267
Blog-Einträge: 7
wollweis, da stimme ich dir in vollem umfang zu.

ich war neulich erst bei einer podiumsdiskussion mit der von der leyhen. sie würgte eine kritik an dieser gesellschaftspolitik sofort mit den worten ab, dass sie die beiden polarisiernden begriffe "rabenmutter" und "heimchen am herd" nicht mehr hören könne.
als mega-fortschrittlich und nachahmenswert in seinen Wertvorstellungen wurde ein norwegischer politiker vorgestellt, der zwei kinder erzieht, gemeinsam mit einem mann und beide vollzeit arbeiten gehen und wie reibungslos doch dort im norden das mit den krippenplätzen quasi ab dem ersten lebenstag funktionieren würde.
es wurde immer erwähnt, dass ja frau sich selbst entscheiden könne ob sie lieber ihr kind erzieht oder gleich wieder arbeiten geht, aber immer mit diesem suffisanten, fast hämischen lächeln, das besagen sollte, dass das nur unmoderne frauen tun.
nur am mangelnden applaus konnte man feststellen, dass das nicht die herrschende volksmeinung ist, obwohl das publikum, gemischt war, sondern einzig in den köpfen weniger familienpolitiker entsteht, angetrieben natürlich von der macht des kapitalismus und ihren schergen.
sonne157 ist offline  
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Alt 02.01.2009, 08:07   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #5 (permalink)
Maske
Neuer Benutzer
 
Registriert seit: 10.12.2008
Beiträge: 1
Hey,
das sind wirklich tolle Beiträge hier und ich kann in vielem nur zustimmen. Aber zurück zum Buch:

Das Buch habe ich seit kurzem und ein Punkt passt mir daran überhaupt nicht. Der Autor setzt ziemlich unreflektiert fest was normal ist und was Störung ist. Er verweist ständig darauf, dass er ja ach so lange psychiatrische Erfahrung hat und deshalb genau weiß wos lang geht. Gradmesser dabei ist stets die "schulische Leistung" und ob die Kinder auch artig zu Seelenlosen Arbeitsidioten erzogen werden können. Eine kritische Einstellung zu gesellschaftlichen Leitbildern zu bekommen halte ich für ein ganz wichtiges Erziehungsziel.

Sicherlich ist es richtig, dass kleine Kinder nicht mit Entscheidungen überfordert werden sollten und den Erwachsenen den Ton diktieren sollten. Und natürlich ist es wichtig, dass sich Kinder in ein soziales Gebilde einfügen können, was ihnen in der Familie vorgelebt werden muss.

Dennoch will ich nicht das meine Kinder nur auf Anpassung gedrillt werden, schließlich bin ich mit so manchen Zuständen alles andere als zufrieden und möchte meinen Kindern nicht vorspielen, dass ich diese toll finde.

Unmöglich finde ich beispielsweise was an den Schulen passiert. Noch in meiner Schulzeit habe ich unter inkompetenten Lehrern und einem permanenten "der schwächste fliegt"-Leistungsdruck sehr gelitten und bin fast daran zerbrochen. Und ich bin ganz bestimmt nicht antiautoritär erzogen worden.
Meine Meinung zum Buch ist daher zwiespältig.
Maske ist offline  
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Alt 02.01.2009, 08:30   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #6 (permalink)
Gast8066
Gast
 
Beiträge: n/a
Kinder und Ihr Stellenwert

Hallo,

in unserer Gesellschaft, so wie sie zur Zeit ist, ist für die meisten Menschen, kein Wohlfühlen mehr gegeben.

ES zählt nur noch das Geld für den größten Teil der Bevölkerung........sieht man ja an der Finanzkrise.......da wurden sofort 500 Milliarden bereitgestellt.........

für die andern reicht ja die Suppenküche.........

Kindergeld wird per Januar 2009 auf Euro 164,-- also um Euro 10,-- erhöht, wobei jemand der 10.000,-- Euro verdient das dazubekommt, jemand der Hartz 4 bezieht, bekommt es abgezogen. Ist doch krotesk.

In diese Welt werden die Kinder hineingeboren.

Autos sind auch noch so was, hier zählt das Auto je größer desto besser......die Straßen werden gestreut und neue gebaut ist alles sehr sehr notwendig, damit man fahren kann.

Wenn soviel für Kinder und ihre Erziehung getan würde wie für andere materielle Dinge, wäre wohl wesentlich besser.

Eine Bewusstseinserweiterung, ist dringend notwendig.

Ich sehe die Jugendlichen, die mal Kinder waren, wenig glückliche Gesichter unter ihnen.

Sie fühlen sich alleingelassen, ungeliebt, nicht angenommen.

Viele Herzen sind hier erfroren, deshalb ist es ja so schwer.

ES gilt jetzt diese ganze Gesellschaft zum Umdenken zu bringen.

Wir befinden uns in einer extremen Situation, die aber jezt eine große Chance beinhaltet.

alles liebe,

bruno

Geändert von Gast8066 (02.01.2009 um 08:32 Uhr)
 
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Alt 02.01.2009, 11:13   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #7 (permalink)
sonne157
lacrimosus beatitas
 
Benutzerbild von sonne157
 
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Registriert seit: 17.12.2008
Ort: Niederbayern
Alter: 54
Beiträge: 267
Blog-Einträge: 7
Zitat:
Zitat von Maske Beitrag anzeigen
Hey,
das sind wirklich tolle Beiträge hier und ich kann in vielem nur zustimmen. Aber zurück zum Buch:

Das Buch habe ich seit kurzem und ein Punkt passt mir daran überhaupt nicht. Der Autor setzt ziemlich unreflektiert fest was normal ist und was Störung ist. Er verweist ständig darauf, dass er ja ach so lange psychiatrische Erfahrung hat und deshalb genau weiß wos lang geht. Gradmesser dabei ist stets die "schulische Leistung" und ob die Kinder auch artig zu Seelenlosen Arbeitsidioten erzogen werden können. Eine kritische Einstellung zu gesellschaftlichen Leitbildern zu bekommen halte ich für ein ganz wichtiges Erziehungsziel.

Sicherlich ist es richtig, dass kleine Kinder nicht mit Entscheidungen überfordert werden sollten und den Erwachsenen den Ton diktieren sollten. Und natürlich ist es wichtig, dass sich Kinder in ein soziales Gebilde einfügen können, was ihnen in der Familie vorgelebt werden muss.

Dennoch will ich nicht das meine Kinder nur auf Anpassung gedrillt werden, schließlich bin ich mit so manchen Zuständen alles andere als zufrieden und möchte meinen Kindern nicht vorspielen, dass ich diese toll finde.

Unmöglich finde ich beispielsweise was an den Schulen passiert. Noch in meiner Schulzeit habe ich unter inkompetenten Lehrern und einem permanenten "der schwächste fliegt"-Leistungsdruck sehr gelitten und bin fast daran zerbrochen. Und ich bin ganz bestimmt nicht antiautoritär erzogen worden.
Meine Meinung zum Buch ist daher zwiespältig.
ich habs ja schon gesagt, in der heutigen zeit wird wieder zunehmend auf massenkompatibilität geachtet, denn auf individualismus. aber nur wenn man auch individualisten hat, kann eine gesellschaft sich weiterentwickeln. gleichförmigkeit und uniformierung bedeuten innovativen stillstand.
sonne157 ist offline  
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Alt 02.01.2009, 12:06   Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Beitrag #8 (permalink)
Gast1303
Gast
 
Beiträge: n/a
Hallo ihrs,

WOW, ich dachte nicht, dass ich mit meinem Post so eine Welle auslösen würde, finde dies aber gut, weil es mir zeigt, dass sich wenigstens hier etliche Gedanken machen.

Zum grossen Teil gebe ich euch allen recht, dennoch möchte ich auf dem einen oder anderen Punkt etwas einlenken:

Zitat:
Zitat von Wollweis
Unsere Kinder muß man mit "spätestens" 3 Jahren zu Tagesmütter,
Auch ich persönlich finde, dass das Familienleben absolut zu kurz kommt, und so das Kind eine gesunde Familie als Bild nicht mit auf den Weg bekommt. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass das Kind im Alter von 1-2 Jahren in seiner Psyche stagniert, demnach vor der "Tagesmutter-Zeit".

[QUOTE]Es liegt ganz an uns selber, die Verantwortung für ein gesellschaftliches Umdenken in die Hand zu nehmen![QUOTE]

Yep, hier gebe ich dir recht, dies würde aber bedeuten, dass diese Eltern aus ihrem Kokon schlüpfen und die Dinge sehen wie sie sind.
Ich erinnere mich noch zu genau an eine Situation vor etwa 2 Jahren. Da begegnete ich auf einem Mittelaltermarkt einer alten Bekannten, die einen etwa 7-jähren Sohn hat und die mir erklärte, er erhielte in der Schule von anderen Schülern Prügel, obwohl ihr kleiner Engel doch gaaaar nichts mache. Im gleichen Augenblick fiel dieser kleine "Engel" allerdings über einen Dreijährigen her, dessen Vater schützend eingriff, weil die Mutter ja mit mir über ihr ach so wohlerzogenes Kind sprach - und sich natürlich nicht in die "freie Entfaltungsmöglichkeiten" ihres Sprösslings einmischte.

Zitat:
Zitat von Maske
Das Buch habe ich seit kurzem und ein Punkt passt mir daran überhaupt nicht. Der Autor setzt ziemlich unreflektiert fest was normal ist und was Störung ist.
Ich denke, diesen Aspekt findest du auch in anderen Büchern von anderen Autoren. Wichtig ist für mich an erster Stelle der Punkt, dass endlich mal jemand ein Buch geschrieben hat, welches aufrüttelt. Es mag sein, dass es noch zu strikt klingt, doch ich stecke nicht in seiner Haut, um wirklich darüber urteilen zu wollen. Sieh dich hier um, Maske, oft klingen viele hier auch recht strikt.

Weiterhin hat er nun ein Buch über Erziehung geschrieben. Da ich dieses noch nicht gelesen habe, glaube ich nicht, dass man den Autoren auf ein Buch hin verurteilen kann. Er selbst setzt nämlich einen sehr wichtigen Aspekt hin, der mir in vielen Büchern über Erziehung fehlt: Der Punkt, dass weder die jetzt schon "kaputten" Jugendlichen noch Kinder zum Versuchskaninchen heruntergestuft werden sollen.

Ich persönlich möchte gerne ein paar Worte mit Winterhoff wechseln, nämlich zum Thema ob er Ideen hat, wie man als Aussenstehende, die mit diesen Kindern und Jugendlichen in Kontakt kommen, reagieren kann.

Noch einmal zurück zu Wollweis und dem Thema Lehre. Ich weiss wie oft darüber gesprochen wird, dass es kaum Lehrstellen gibt, Fakt ist aber ebenso, dass es kaum noch Jugendliche gibt, die fähig sind, auch diese wenigen Lehrstellen auszufüllen.

Ich selbst habe einen 23-jährigen auf der Arbeit sitzen, mit dem ich mich tagtäglich herumplagen muss. Angaben vom Chef werden nicht nur überhört, sondern aggressiv kommentiert (mit Ausdrücken - zum Chef hin: mache ich diese Arbeit oder du???), auch wenn es darum geht, dass dadurch die Firma schon Defizite machen musste. Allein dieses Beispiel macht mir klar, was passieren wird, wenn plötzlich nur noch diese Art von Menschen dort sitzen.

Grübelnde Grüsse


Kangiska
 
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