Wurde die Unendliche Geschichte missverstanden?
Hallo ihrs,
In den letzten Monaten habe ich mich viel mit Jed McKenna befasst, indem ich erst "Verflixte Erleuchtung" las, und mir danach "Spirituell unkorrekte Erleuchtung" auf die... Augen... zog ;-)
Man mag von McKenna halten was man will, ob er nun ein "Verrückter" oder "Erleuchteter" sein mag, so denke ich eh hin und wieder, dass beides sehr nahe miteinander verwandt ist. Dennoch hat er in meinen Augen sehr gute Ansätze, worauf man achten sollte, wenn man die Wahrheit herausfinden möchte.
Unter anderem erwähnt er zwei Aspekte, die ich persönlich als sehr wichtig empfinde. Zuerst erklärt er, dass man sich seines Egos entledigen muss (er selbst geht dabei recht hart damit um, dies mag nicht jedem liegen), und eine Frau, die mit ihm in Kontakt kam, tat dies, indem sie alles niederschrieb. Dabei wird klar, dass all unsere Erinnerungen sozusagen zum "Geflecht" des Egos gehören.
Weiterhin geht er auf die Geschichte "Moby Dick" ein, welche er als die Geschichte eines Mannes hält, der die Wahrheit finden möchte, und in welcher alles, was ihm im Wege steht, durch den Wal symbolisiert wird. Allerdings erklärt er, dass es genau gesehen in der Geschichte nicht um Ahab oder Moby Dick geht. Es deutet sogar alles darauf hin, dass es nicht einmal um Melville, den Autor, geht. McKenna versteht solche Bücher in dem Sinn, dass es um den Leser geht.
Letztes Wochenende dann fiel mir plötzlich Michael Endes "Unendliche Geschichte" ein (Dabei spreche ich immer vom Buch, der Film ist ja eh nur an das Buch angelehnt, und lässt den gesamten Teil, in dem Bastian die Welt betritt, außer Acht). Ich empfand dieses Buch immer für recht "esoterisch", "magisch" oder "spirituell" (so etwa in der Reihenfolge), doch irgendwie war mein Gedanke dieses Mal: Ist dies etwa der Grund, weshalb Ende die Geschichte damit beginnt, diese aus den Augen eines LESERS zu beschreiben?
Mir fielen weitere Aspekte ein, die dieses Buch betreffen, so auch, daß Bastian irgendwann in die Geschichte "integriert" wird. So dachte ich anfangs, dass der wichtigste Aspekt, den die Spinne Ygramul die Viele" betrifft, jener ist, dass dieses Wesen eine Einheit aus vielen Individuen darstellt (die Einheit der Menschen z.B.?). Nun allerdings denke ich, dass Bastians Schrei, der auch von Ygramul und Atréju im Buch (welches Bastian liest) gehört wird, ebenso wichtig ist. Schlussendlich ist es Bastian, der den neuen Namen der kindlichen Kaiserin erkennt, und durch das Aussprechen des Namens schließlich komplett in der Geschichte "integriert" wird.
Natürlich war mir die Geschichte beim Lesen von "Law of Attraction" eh in Erinnerung gerufen worden, da die Kindliche Kaiserin Bastian erklärt, dass er wünschen muss, sonst würden sie ewig im Nichts bleiben. Dennoch hatte ich damals vergessen, was mit Bastian passierte, wenn er sich etwas wünschte. Bei jedem Wunsch vergaß Bastian eine Erinnerung, bis er ganz zum Schluss nicht einmal mehr seinen Namen wusste: Er war sozusagen Niemand.
Genau dieses Niemand ist allerdings der Aspekt, der in Jed McKennas Augen anstrebbar ist, um die Wahrheit zu erfahren, um zu "erwachen"... Bastian erwacht nach dieser Situation ja auch aus dem "Buch", aus "Phantasien"...
Ich habe zurzeit ein wenig das Gefühl, als hätte ich etwas in dem Buch "verpasst" - obwohl es für mich als Kind wohl kaum sichtbar gewesen sein kann. Ist es "vermessen" anzudeuten, dass dieses Buch vielleicht wesentlich mehr zu bieten hat, als bloß eine Kindergeschichte?
Nachdenkliche Grüße
Kangiska