War König Salomo ein Magier? - Blog von Kiat Gorina
Veröffentlicht: 03.04.2010 um 00:08 von Kiat
Heute erhielt ich (wieder einmal) anonyme Anrufe. Es ging wieder einmal um meinen Blog. Aber um welchen Artikel? Aha, es ging diesmal um den König Salomo. Ich erinnnre mich:
Da hatte ich auf einen Beitrag in einem Esoterikforum einen längeren Kommentar geschrieben, dass der König Salomo auch ein großer Magier gewesen sein soll. Ich hörte den Anrufer schreien: "König Salomo war kein Magier, Magier sind im Alten Testament verbrannt worden!"
Wieso regen sich Menschen darüber auf? Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Rabbi, er hatte kein Problem, dass Salomo ein Magier sein soll. Und so ein Rabbi und seine Kollegen haben sich ja schon etwas länger mit dem Alten Testment beschäftigt als alle christlichen Theologen zusammen.
Wer im Alten Testament liest, findet sicher die Stelle, dass die Opferstätte nur aus unbehauenen Steinen errichtet werden darf. Und das hatte folgenden Grund:
Steine konnten zur damaligen Zeit nur mit eisernen Werkzeugen behauen werden. Aber: Eisen wurde auch zur Herstellung von Waffen verwendet. Also klebt an eisernen Waffen Blut. Das ist der Grund, dass nur unbehauene Steine für eine Opferstätte zugelassen waren.
Aus dem gleichen Grund durfte Salomos Vater keinen Tempel bauen, weil David viele Kriege führte. Der Ewige erlärte dies David und tröstete David damit, dass sein Sohn den ertsen Tempel bauen werde.
Zum Bau eines Tempels braucht es behauene Steine, eigentlich kein Problem. Aber zum Behauen wird Eisen verwendet, und wenn schon behauene Steine für eine einfache Opferstätte verboten sind, dann erst recht für den ersten Tempel.
Salomo saß in der Zwickmühle. Nun gibt es in der jüdischen Religion, wie in allen Religionen, eine mystisch-magische "Abteilung", die sich mit praktischer Magie befasst. Und da Salomo als einer der klügsten Männer seiner Zeit galt, musste er auch darüber Bescheid wissen. Was lag also für das gemeine Volk näher zu glauben, dass König Salomo für das Behauen der Steine Geister und Dämonen verpflichtete.
Noch heute gibt es ja viele magische Bücher, die sich auf Salomo berufen. Und auch das Christentum kennt in seiner Geschichte viele Bischöfe und Priester, die Magie praktizierten- Ja, sogar Päpste gab es, die als Magier in die Geschichte eingingen, zum Beispiel:
Sylvester II.: Machte sich einen Orakelkopf, der wurde von Thomas von Aquin zertrümmert, weil er zuviel redete
Benedikt IX.
Johannes XX.
Gregor VI.
Gregor VII. et al.
Das waren alles Magier, auch wenn es die offizielle Papstgeschichte nicht wahrhaben wil (ähnlich wie bei der Päpstin Johanna)l. Aber zurück zu den Steinen des ersten jüdischen Tempels. Der Historiker Josephus Flavius, der den Tempel noch selbst in seiner Pracht sah, schreibt in seinen "Jüdischen Altertümern" u. a.:
"Der ganze Tempel war sehr kunstvoll aus geglätteten Steinen erbaut, die in den Fugen so genau aneinander passten, dass man weder die Spuren eines Hammers noch irgendeines anderen Werkzeuges daran wahrnehmen konnte."
Wie gesagt, das gemeine Volk konnte sich das nur mit Geistern und Dämonen erklären ...
Ich bin immer wieder erstaunt, wie erregt Menschen reagieren, wenn ihr kümmerliches Weltbild einen Dämpfer abbekommt ...
(C) Copyright 2004-2010 by Kiat Gorina, Windsbach. Alle Rechte vorbehalten.
Da hatte ich auf einen Beitrag in einem Esoterikforum einen längeren Kommentar geschrieben, dass der König Salomo auch ein großer Magier gewesen sein soll. Ich hörte den Anrufer schreien: "König Salomo war kein Magier, Magier sind im Alten Testament verbrannt worden!"
Wieso regen sich Menschen darüber auf? Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Rabbi, er hatte kein Problem, dass Salomo ein Magier sein soll. Und so ein Rabbi und seine Kollegen haben sich ja schon etwas länger mit dem Alten Testment beschäftigt als alle christlichen Theologen zusammen.
Wer im Alten Testament liest, findet sicher die Stelle, dass die Opferstätte nur aus unbehauenen Steinen errichtet werden darf. Und das hatte folgenden Grund:
Steine konnten zur damaligen Zeit nur mit eisernen Werkzeugen behauen werden. Aber: Eisen wurde auch zur Herstellung von Waffen verwendet. Also klebt an eisernen Waffen Blut. Das ist der Grund, dass nur unbehauene Steine für eine Opferstätte zugelassen waren.
Aus dem gleichen Grund durfte Salomos Vater keinen Tempel bauen, weil David viele Kriege führte. Der Ewige erlärte dies David und tröstete David damit, dass sein Sohn den ertsen Tempel bauen werde.
Zum Bau eines Tempels braucht es behauene Steine, eigentlich kein Problem. Aber zum Behauen wird Eisen verwendet, und wenn schon behauene Steine für eine einfache Opferstätte verboten sind, dann erst recht für den ersten Tempel.
Salomo saß in der Zwickmühle. Nun gibt es in der jüdischen Religion, wie in allen Religionen, eine mystisch-magische "Abteilung", die sich mit praktischer Magie befasst. Und da Salomo als einer der klügsten Männer seiner Zeit galt, musste er auch darüber Bescheid wissen. Was lag also für das gemeine Volk näher zu glauben, dass König Salomo für das Behauen der Steine Geister und Dämonen verpflichtete.
Noch heute gibt es ja viele magische Bücher, die sich auf Salomo berufen. Und auch das Christentum kennt in seiner Geschichte viele Bischöfe und Priester, die Magie praktizierten- Ja, sogar Päpste gab es, die als Magier in die Geschichte eingingen, zum Beispiel:
Sylvester II.: Machte sich einen Orakelkopf, der wurde von Thomas von Aquin zertrümmert, weil er zuviel redete
Benedikt IX.
Johannes XX.
Gregor VI.
Gregor VII. et al.
Das waren alles Magier, auch wenn es die offizielle Papstgeschichte nicht wahrhaben wil (ähnlich wie bei der Päpstin Johanna)l. Aber zurück zu den Steinen des ersten jüdischen Tempels. Der Historiker Josephus Flavius, der den Tempel noch selbst in seiner Pracht sah, schreibt in seinen "Jüdischen Altertümern" u. a.:
"Der ganze Tempel war sehr kunstvoll aus geglätteten Steinen erbaut, die in den Fugen so genau aneinander passten, dass man weder die Spuren eines Hammers noch irgendeines anderen Werkzeuges daran wahrnehmen konnte."
Wie gesagt, das gemeine Volk konnte sich das nur mit Geistern und Dämonen erklären ...
Ich bin immer wieder erstaunt, wie erregt Menschen reagieren, wenn ihr kümmerliches Weltbild einen Dämpfer abbekommt ...
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Kommentare 2
Kommentare
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Ich weiß, daß du einen Kommentar über mein Salomo-Blog geschrieben hattest. Der war auch richtig und gut. Deswegen hatte ich nichts weiter dazu gesagt, außer Beipflichtung (lautlos). Den magischen Aspekt Salomo(n)s habe ich absichtlich fortgelassen beim Schreiben, weil die meisten Menschen nur diesen Aspekt von ihm kennen, und ich wollte einmal rein eine Darstellung schaffen von den Dingen, über die niemand spricht.
Zu diesem deinen neuen Artikel jetzt: Ich weiß zwar, daß du keine Unterstützung benötigst, aber ich gebe dir meine dennoch. Es ist offensichtlich, daß Salomo Magie betrieb. Diese ging sehr in den Bereich der Nekromantie hinein und der Geisterbeschwörung. Manche Leute hier könnten es wohl als stark schwarz-magisch bezeichnen. In dieser Hinsicht war er einer der größten Magier aller Zeiten. Viele Magier, die folgten, bezogen sich in allen Epochen und heute immer noch auf seine Schriften. Es handelt sich um die Clavicula Salomonis (die Schlüssel Salomos). Da gibt es den größeren und den kleineren Schlüssel. Den kleineren Schlüssel, die Goetia, habe ich selbst zu Hause, und er enthält die 72 salomonischen Geister mit Namen und Rängen.
Alles Gute, Kiat
von
WabunVeröffentlicht: 03.04.2010 um 11:04 von Wabun Wind
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Hallo Wabun,
ich stimme dir voll zu!
Liebe Grüße, KiatVeröffentlicht: 03.04.2010 um 18:33 von Kiat












